Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Denkmalkunde

Das sollen Denkmale sein?


Die Debatte um 
den Landtag 
zeigt: Schlichte 
Nachkriegsbauten 
können durchaus 
unter Schutz gestellt werden. Eine kleine Denkmalskunde.
 Ein Baudenkmal der sechziger Jahre: Das von Prof. Walter Hämer entworfene Parkhaus Schmiedestraße steht als typisches Zeugnis seiner Zeit unter Schutz.

Ein Baudenkmal der sechziger Jahre: Das von Prof. Walter Hämer entworfene Parkhaus Schmiedestraße steht als typisches Zeugnis seiner Zeit unter Schutz.

© Steiner

Die Sparkasse in der Goseriede ist ein beliebtes Beispiel: Schlicht, eckig, langweilig steht das Gebäude wie eingequetscht zwischen dem prächtigen Anzeiger-Hochhaus des Architekten Fritz Höger und dem modernen Achtziger-Jahre-Bau „Neues Steintor“, und es käme wohl niemand von selbst auf die Idee, dass gerade dieser Bau ein Denkmal darstellt. Oder das Parkhaus Schmiedestraße: Dem Passanten präsentiert es sich in klassischer Sechziger-Jahre-Architektur mit Lamellenverkleidung – für das Bauwerksverständnis der meisten Betrachter repräsentiert es wohl eher Zweckarchitektur als gelungenes Formenspiel. Und trotzdem handelt es sich bei beiden Gebäuden um Denkmale. Der geplante Abriss des denkmalgeschützten Plenargebäudes am Landtag hat die Frage wieder in den Fokus gerückt: Wer macht eigentlich ein Denkmal zum Denkmal?

Das Alter allein jedenfalls ist es nicht. Während historische Gründerzeithäuser in der Oststadt oder weite Teile etwa der Südstädter Klinkerarchitektur den Schutz des Denkmalgesetzes nicht genießen und deshalb – wenn die Eigentümer es denn wollten – mit Fassadendämmung und neuen Fensterformaten versehen werden dürften, stehen in Hannover bereits zahllose Nachkriegsgebäude der fünfziger und sechziger Jahre unter Schutz. Derzeit arbeitet eine kleine Kommission Vorschläge für die Nach-Nachkriegszeit aus, also die Architektur der siebziger und achtziger Jahre. Auch „Schönheit“ ist, entgegen landläufiger Meinung, nicht das entscheidende Kriterium für Denkmalschutz, betont Hannovers oberster Denkmalschützer Jörg Maaß: „Dieser Begriff würde den Schwankungen des Geschmacks wohl zu sehr unterliegen.“

Formal wird ein Gebäude nicht per Beschluss zum Denkmal. Vielmehr wird ein Gebäude gewissermaßen von selbst zum Denkmal, wenn es in herausragender Weise den Baustil einer Epoche repräsentiert und zum Verständnis dieser Zeit beiträgt. Im Landesamt für Denkmalpflege, das im niedersächsischen Kulturministerium angesiedelt ist, wird wissenschaftlich der historische Kontext erarbeitet, werden Daten zum Gebäude zusammengetragen und eine Denkmalliste geführt. Eigentlich soll auch publiziert werden: Die Übersicht über Hannovers Denkmallandschaft findet sich in der sogenannten Denkmaltopografie wieder, ein fürs Stadtgebiet zweibändiges und reich bebildertes Werk. Dass es in den achtziger Jahren erstellt wurde, längst vergriffen ist und eine seit Jahren angekündigte aktuelle Internetvariante wegen Personalmangels noch immer nicht ausgearbeitet ist, sagt viel darüber aus, welchen Stellenwert der Denkmalschutz für das Land Niedersachsen einnimmt.

Dieses Verfahren hat für Eigentümer von Denkmalen die Konsequenz, dass sie häufig nur durch Zufall erfahren, wenn ihr Gebäude unter Schutz gestellt wurde. Meist passiert das, wenn sie einen Bauantrag stellen wollen und entgeistert feststellen, dass Veränderungen untersagt sind. Häufig geht es um den Anbau von Balkonen, das Hinzufügen eines Wintergartens oder die Ausführung der Dachpfannen. Aber auch die Wahl der Fassadenfarbe oder der Ziegelform muss plötzlich mit einer Behörde abgestimmt werden. Einer der häufigsten Streitpunkte sind Fenster: Sie kosten in der denkmalgerechten Ausfertigung stets etwas mehr, vor allem, wenn Sprossen oder Stichbögen vorgeschrieben sind. Dann kann die Differenz zu billiger Standardware erheblich sein – allerdings ist die Qualität von denkmalgerecht gefertigten Produkten zumeist auch höher.

Einen finanziellen Ausgleich aber erhält der Gebäudeeigentümer nicht – dabei werden ihm Kosten und Pflichten aufgebürdet, damit er für die Gesellschaft Zeugnisse der Vergangenheit bewahrt. Der steuerliche Ausgleich ist minimal: Der früher mögliche Erlass der Grunderwerbsteuer beim Kauf eines Denkmals ist aufgehoben, der Erlass der laufenden Grundsteuer wird nur noch bewilligt, wenn aus der Immobilie keinerlei Einnahmen zu erzielen sind. Immerhin gibt es die Möglichkeit zur beschleunigten Abschreibung von Denkmalinvestitionen. Dieser kleine geldwerte Vorteil nützt vor allem Selbstbewohnern von Denkmalen, macht aber die Mehrkosten bei Weitem nicht wett. „Der Denkmalschutz ist in Deutschland kein professionell gemanagtes System“, kritisiert Hannovers Denkmalschützer Maaß. Trotz immer wieder neuer Versuche, eine „finanzielle Kompensation“ zu erreichen für die Lasten, die der Denkmalseigner zu tragen hat, gibt es noch keine Lösung.

Und so bleibt den Denkmalschützern nur zweierlei: Sie können mit hoheitlichen Mitteln drohen, also mit Verboten, Bußgeldern und Gerichtsverfahren, und sie können Überzeugungsarbeit leisten. „Bei den meisten Denkmaleigentümern ist eigentlich viel Verständnis vorhanden“, sagt Maaß. Wer sich für ein historisches Haus entscheidet, hat meist kein Interesse an Verunstaltungen. Vor allem der Denkmalschutz bei Nachkriegsgebäuden stößt aber häufig auf Unverständnis – weil sie noch nicht als schön empfunden werden.

Die Schönheit von Gebäuden zu erkennen hat aber viel auch damit zu tun, die Architektur von Gebäuden zu verstehen. Während Musik und Kunst in den Schulen Pflichtfächer sind, ist das Wissen um die Baukunst kaum verbreitet. So kommt es, dass zwar der Denkmalschutz etwa für das einzige hannoversche Werk des Bauhaus-Architekten Walter Gropius in der Herrenhäuser Alleestraße kaum infrage gestellt wird. Auch die Qualität der grazilen Vordächer etwa der Solvay-Zentrale an der Hans-Böckler-Allee oder des einstigen Fernmeldeamts (heute: Hotel im Rosenquartier) leuchtet vielen Betrachtern ein. Schon die Bedeutung der sogenannten Rasterfassaden, die etwa das Conti-Hochhaus am Königsworther Platz oder die Sparkasse am Aegi prägen, erschließt sich dem Laien kaum. Und wenn in Hannover in Kürze über Denkmalschutz für Siebziger-Jahre-Betonarchitektur debattiert wird, ist das öffentliche Unverständnis schon absehbar.

Mit einem ähnlichen Unverständnis müssen in den Fünfzigern und Sechzigern die Zeitgenossen etwa vor der Wasserkunst am Leineschloss gestanden haben oder vor dem Neuen Haus am Emmichplatz, bevor diese und etliche andere Gebäude, nachdem sie den Krieg überstanden hatten, dem Erdboden gleichgemacht wurden. Heute ein unvorstellbarer Frevel an der Baugeschichte, damals Ausdruck des Zeitgeistes: Die verschnörkelte Architektur galt als nicht zeitgemäß, sie sollte durch einfache, klare Architektur ersetzt werden. Ein Denkmalgesetz, das die historischen Gebäude hätte schützen und für nachfolgende Generationen hätte bewahren können, das gab es damals nicht.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
  • Der Denkmalschutz hat zu wenig Macht M. Deppe – 26.03.10
    Hand aufs Herz! Hannover ist eine der austauschbarsten und architektonisch reizlosesten Städte in Deutschland. Seit dem ich denken kann, ist hier immer nur verschlimmbessert worden und die hiesige genügsame Menthalität gutiert das auch noch. Warum sieht es in Hannover so aus, wie es aussieht? Warum ist der Theaterplatz zu betoniert, warum steht das Schauspielhaus an der falschen Stelle, warum ist die Cumberlandsche Gemäldegalerie beschädigt, warum ist die Flußwasserkunst abgerissen, warum ist das Friederikenschlösschen beseitigt und warum ist die Leineinsel zugeschüttet worden? Ganz einfach: Die Denkmalpflege hatte hier nie etwas zu sagen, sie wird vielmehr immer wieder als Sündenbock instrumentalisiert. Und das gemeine Volk macht mit. Wenn die Hannoveraner die Zerstörung des Landtages verhindern würden, würden sie endlich unter Beweis stellen, dass sie aus der barbarischen Nachkriegszeit gelernt haben!
  • Kleine Mathematikkunde Mäc – 23.03.10
    5000 Baudenkmäler auf drei SB macht 5000/3=1667 Denkmäler pro SB.
    Die 167 zusätzlich gönne ich der Denkmalpflege. Größere Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden z.B. Fassaden fallen i.d.R. so alle 20 Jahre an. 1667/20=83. 83 Fälle pro Jahr und SB. Das Jahr hat 254 Arbeitstage. 254/83=3,1 Arbeitstage. Im Durchschnitt stehen einem Denkmalpfleger also drei volle Arbeitstage zur Verfügung um einen solchen Fall zu bearbeiten.
    Bei einem einfachen Fall, in dem es nur darum geht dem Bürger mitzuteilen, welche Art von Sprossenfenstern er installieren darf, wäre m.E. ein Gesamtarbeitsaufwand (incl. Gespräch und Erstellen eines Schriftstücks mit Textbausteinen) von drei Stunden ausreichend. Es gibt sicherlich auch kompliziertere Fälle, die auch Abstimmungen mit anderen Bereichen erfordern, aber die Überschlagsrechnung zeigt in welchen Dimensionen wir hier reden.

    Wenn man bis 2006 in etwa die gleiche Anzahl an Baudenkmälern mit 2 SB bearbeitet hat, erschließt sich nicht, warum nun nach einer Steigerung des Personals um relativ 50%, keine Kapazitäten vorhanden sind nebenher ein wenig Inventur zu betreiben.

    Es ist ja ganz generös vom Denkmalschutz, wenn die Bürgeranfragen angeblich pragmatisch bearbeitet werden. Vielen Dank fürs pragmatische Lösen von Problemen, die man ohne ihn nicht hätte.
    Der Fall Landtag zeigt, wie ein solches pragmatisches Handeln aussieht. Erst wird ein Gebäude unter Schutz gestellt, was vielleicht nicht jedem gemeinen Bürger einleuchten mag, aber die Experten wissen es ja besser. Dann steht das Baudenkmal einem Neubau in eigener Sache entgegen und schon findet man ganz pragmatisch für alles eine Lösung.

    Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen.

    Das ist kein Pragmatismus, sondern Opportunismus und anmaaßend.
  • Denk mal! DEW – 23.03.10
    Na hoffentlich kommt niemand auf die Idee, das Ihme-Zentrum unter Denkmalschutz zu stellen. Sonst Gute Nacht!
  • Kleine Architekturkunde Bürger – 23.03.10
    Baukunst errichtet Symbole, es kann auf sich selbst hinweisen, kann sogar als Weltanschauung sichtbar werden. Zur Festigkeit und Statik, die Schutz garantiert, kommt das „Monumentale“. Das Erinnern, das Fordern von Aufmerksamkeit und Bewusstheit. Monumentales Bauen errichtet Plätze und Schauplätze, es nimmt auf die Zeit bezug. So entstehen Handlungsorte und der Bau selbst handelt als Schauplatz mit. Ein Bauwerk ist meist mehr als nur ein Rahmen, sondern Teil der Handlung. So bezeichnet ein Bauwerk etwas. In einer durch Technik möglichen Form kann ein Symbol entstehen. Formen werden dann zu Bildern. So werden z.B. Säulenordnungen im „Siegerentwurf“ des Plenarsaalwettbewerbs, die konstruktiv nicht tragen, zur Projektion, zum Bild. Es wird ein Bild erstellt, die Würde des antiken Tempels soll dargestellt werden. Die Moderne ist immer bemüht auf solche Symbole zu verzichten (Geschichtsbewusstsein), weil schon die Nationalsozialisten diese Art von Symbolik für sich nutzen wollten.
  • @ Gaby LJA – 23.03.10
    Völlig richtig. Im wirklichen Leben hätten diese Menschen es sicherlich sehr schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. Deshalb ist es gut, dass sie auf diese Weise versorgt sind.
  • Denkmalbehörden Ein Denkmalpfleger – 23.03.10
    Drei Stellen für Denkmalpflege? Hannover hat m.W. ca. 5000 Baudenkmale, somit ist jeder Denkmalpfleger rein rechnerisch für ca. 1500 Denkmale zuständig. (Landes- und Kirchenbauten sind außen vor.) Ich glaube, bei den Zahlen wird deutlich, warum wenig Zeit für Extraaufgaben wie Denkmaltopographien bleibt.
  • Eigene Erfahrungen ? Ein Denkmalpfleger – 23.03.10
    Wer von den lieben Kommentatoren hat denn eigene Erfahrungen mit der Denkmalpflege? Hier scheinen mir einige der typischen Vorurteile rumzugeistern, die sich beim Hinterfragen in Luft auflösen. In öffentlichen Gebäuden geht Denkmalschutz definitiv nicht vor Brandschutz (das wäre ja Wahnsinn). Es kann natürlich sein, dass hier die Forderungen des Denkmalschutzes darin münden, dass Standardlösungen von der Stange nicht funktionieren - und das wird dann, vor allem angesichts leerer Kassen, gerne als Argument gegen den Denkmalschutz genutzt ("wir würden ja ... aber der Denkmalschutz läßt es nicht zu") Überraschenderweise hat der Denkmalschutz kein Interesse an abgebrannten Denkmalen, geschweige denn an toten Schulkindern. Es läßt sich für alles eine Lösung finden, manchmal muss man halt länger suchen.
  • Denk-mal-nach! Bürger – 23.03.10
    Denkmalpfleger hatten schon in Rom die Aufgabe, Altertümer, die man als vorbildlich und dokumentarisch für die alte Größe ansah, zu bewahren. 1813 appellierte der Baumeister Schinkel an den preußischen König: Es sei Aufgabe des Staates, sich für Erforschung und Erhaltung der alten Monumente einzusetzen. 1835 wird in Bayern die Erhaltung von Kunstdenkmälern angeordnet. An der Wende zum 19. Jahrhundert tauchte dann erstmals die Vorstellung vom „Kunstwerk“ als Denkmal auf. Wenn der Papst in Rom Antiquitäten schützen lassen wollte, dann, weil Dokumente der Vergangenheit und einstiger Größe als Vorbild und Legitimation erhalten werden sollte. Wenn später in der Romantik „Denkmale“ nicht nur gesetzlich geschützt, sondern auch wiederhergestellt wurden, so war der Begriff des „Nationaldenkmals“ im Spiel. In unserer Zeit ist Denkmalpflege zu einem passiven Vorgang und die Sicherung des Bestandes zur Hauptaufgabe geworden, wobei der „Denkmalpfleger“ sich in einem dauernden Kampf gegenüber Kräften sehen, die das „Alte“ als Hindernis moderner Planungen sehen, oft stehen sie auch neuen Entwicklungen im Wege.Der Denkmalbegriff hängt zusammen mit dem Kunstbegriff, als Dokument von Schönheit oder Geschichte. Unsere Zeit klammert sich geradezu an Denkmale, denn sie bewahren für uns imaginäre Werte. Es wird auch unterschieden zwischen dem historischen Wert eines Denkmals und seinem Alterwert. Im historischen Wert repräsentiert das Denkmal eine bestimmte, individuelle Stufe der Entwicklung in der Geschichte, in ihm können Stilbestimmungen ansetzen. Der Alterwert gewinnt mit dem Alter bereits an Wert.
  • Negative Wellen Gaby – 23.03.10
    Ich finde nicht gut, wie immer und überall rumgenörgelt wird. Dabei gibt es auch so viel schönes. Ich kenne einige Mitarbeiter vom Denkmalschutz, und ich denke, das die da ganz gut aufgehoben sind. Wo heute doch soviele Menschen arbeitslos sind, ist es wichtig, das man nicht alles kaputtredet.
  • Über den Tag hinaus Eingeborener – 23.03.10
    Ein Dank an die Denkmalsschützer!
    Als junger Mensch war ich - der Zeitgeist lässt grüßen - auch von Bauklötzen wie dem Ihme-Zentrum begeistert. Für Nachkriegsbauten hatte ich wenig übrig. Inzwischen habe ich die Klasse einiger Nachkriegsbauten entdeckt: Nord-LB Georgsplatz, Magis-Haus usw. Mit einer stärkeren Position der Denkmalschutzbehörden hätten wir sicher auch noch die Kleeblatt-Tankstelle am Rathaus und das Café Kröpcke der Wiederaufbauzeit.

    Ein Dank auch an den Verfasser des Artikels für die Erwähnung leider ungeschützter Altbau-Ensembles. Energieeinsparungsmaßnahmen sind gut, aber bei wertvollen Fassaden sollte es Zuschüsse geben für den Mehraufwand, der durch Innen- statt Außendämmung entsteht. So blieben der Stadt etliche hässliche Gebäude-Entstellungen erspart.
  • Parkhaus Schmiedestraße CC2 – 23.03.10
    Dieses Parkhaus verunstaltet die historische Altstadt nach hillebrechtscher Manier. Sollte man sich einmal endlich dazu entschließen, die Straße altstadtgerecht aufzuwerten, kann man den Klotz getrost abreißen. Denn es sind trifftige Gründe, die mit dem Denkmalschutz vereinbar sind.

    Der Klotz ist also nicht sicher.
  • Fehler CC – 23.03.10
    Der Wahrheit muss man sagen, liebe HAZ, dass das Parkhaus Schmiedestr. versehentlich unter Denkmalschutz gestellt wurde - betrieben vom Parkhauschef. Und auch bei einigen anderen Gebäuden spielen politische gründe für einen Denkmalschutz eine Rolle, siehe z.B. die Grundschule Marienwerder.

    Die Flusswasserkunst wurde damals wirklich falsch eingeschätzt und hätte geschützt werden müssen. Es ist aber zu bezweifeln, ob bei Bauten wie dem Kröpcke-Center oder Ihme-Zentrum es JEMALS einer bedauern wird, dass sie nicht geschützt worden sind. Denn es sind einfach keine einmaligen Zeugnisse der Zeit. Ansonsten müsste die "Neue Vahr" in Bremen komplett geschützt werden. Wer will sowas?
  • Personalmangel Mäc – 23.03.10
    Der HAZ vom 21.07.2006 ist zu entnehmen, dass die Stadt die Anzahl ihrer Sachbearbeiter im Denkmalschutz von 2 auf 3 Stellen aufgestockt hatte und daneben noch finanzielle Mittel zur besseren Mobilität der Mitarbeiter bereit gestellt wurden.

    Woanders werden bei der Stadt Stellen gestrichen, hier wurde das Personal verstärkt.

    Wieso sprechen die dann von Personalmangel, wenn es darum geht eine digitale Denkmaltopografie einzurichten?
  • Eigentlich soll auch publiziert werden Stadtgeschichte – 23.03.10
    Das dies in unserer kulturbeflissenen Ex-EXPO-Stadt mit neuem City 2020+ Anspruch bis heute immer noch nicht geschieht ist ein Anachronismus unserer Zeit. Wenn es dieser Richtung Angebote gibt existieren diese meist nur aufgrund von privaten Initiativen. Gute Ansätze hierfür liefert z.B. wikipedia.org deren Links hier leider nicht veröffentlicht werden dürfen.
  • Werbung fürden Landtagsabriss, kommt hierdie Parteiennähe der Zeitung durch dd – 23.03.10
    kann es sein das die HAZ hier Meinungsbildung betreiben will. Sprechen wir doch mal wieder um den Landtag, kein Geld in der Tasche,aber für einen Protzbau reicht es.

    Ein Denkmal wird der nie werden, wenn man sich mal genauer der Entwurf anschaut,erkennt man, das auch hierin ein paar Jahren Sanierungsbedarf da ist.

    Herr Weil steht das Ihmezentrum auch unter Denkmalschutz oder das Brederohochhaus.Gibt es Schmiergeldzahlungen, das auf Teufel komm raus hier Einrichtungen untergebracht werden sollen.

    Also HAZ mal ran, dann kann man auch die Zeitung sinnvollfüllen.
  • Schlichtbauten Franz – 23.03.10
    In Hannover gibt es nur schlichte 
Nachkriegsbauten, das Ihmezentrum, das Kröpkecenter und nicht zu vergessen die hässliche Nordlb, die so gebaut worden ist, das man vom Aegi aus nicht mehr das Radhaus sehen kann. Und alle Hannoveraner sind zufrieden!
  • @lorenz paulchen – 23.03.10
    oder wenn marode Werkhallen wegen ihrer "einmaligen" Backsteinarchitektur als Denkmal nicht angetstet werden dürfen. Die Mitarbeiter darin wünschen sich Licht und Sonne, aber das interessiert diese Herren nicht.
  • Jedem sein Denkmal- Denkmalpfleger sind auch nur Menschen Der Provinzler – 23.03.10
    Ja, es ist oft wirkürlich, aber auch in Tat nicht einfach.

    Oft hat jeder Denkmalpfleger ein Spezialgebiet, meist das Promotionsthema (o.ä.) und es ist keinesfalls so, dass die Behördenmitarbeiter in die Hunderte gehen.
    Also sind dem Gartenbaufachman die Häuser egal, er erkennt eventuell den kulturgeschichtlichen Wert eines Gebäudes uberhaupt nicht, aber was einmal in den Akten ist bleibt sowieso darin. Den Archäolgen interessiert nur was unter der Gartenoberfläche ist. Der Architekturhistoriker hat oft nur ein geschultes Auge "seine" Epoche und da wird jedes Detail zum Weltwunder ... usw. usw.
    Trotzdem werden die meisten ihren Job nach bestem Wissen und Gewissen ausführen.

    Dazu fehlen oft nötige Mittel- wäre es anders würde es nicht die diversen Denkmalpflegestiftungen geben-, die Bürokratie ist eh unser aller Lieblingskind und der öffentliche Dienst verführt gelegentlich zum Schlendrian, der überraschte Bürger ist genervt, vielen ist es eh egal und die Politiker lassen sich sowieso nur Blicken wenn es großes Tamtam mit Häppchen gibt.

    Kurz und gut - Dies Alles hat selbstverständlich Methode- und zwar die gleiche wie überall.
  • ja ja Lorenz – 23.03.10
    besonders schön wird das ganze, wenn schulgebäude unter denkmalschutz stehen. da geht dann das denkmal vor dem laufenden schulbetrieb. zum teil geht da denkmalschutz auch noch vor brandschutz.
  • Denkmalschutz im Gott-Modus Hubertus – 23.03.10
    Ohne Denkmalschutzdefinition ist man jedem Denkmalschützer ausgesetzt. Dann kann auch eine Hundehütte zum schützenswerten Bau mutieren.
    Damit ist man dem Gott-Modus eines Beamten ausgesetzt.
    Wann hört dieser Schwachsinn endlich auf.Diese Behörde gehört abgeschafft, da sie Eigentumsgrenzen willkürlich festlegt und der Manipulation/Korruption Tür und Tor öffnet.
  • xx yy – 22.03.10
    Bei einigen Bauten die unter Denkmalschutz stehen, bleibt nur festzustellen: "Da muss wohl die Behörde nach dem Krieg ihre Daseinsberechtigung gesucht haben ..."

Kleine Denkmalskunde für Hannover

Die Debatte um den Landtagsumbau rückt das Thema Denkmalschutz ins Zentrum. Wie wird ein Haus eigentlich zum Denkmal? Alles zum Thema.

Oesterlens Bauten in Hannover

Das Funkhaus am Maschsee

Beschämend

Zuerst die gute Nachricht: Wahrscheinlich werden in der Innenstadt von Hannover 40, 45 oder mehr Millionen Euro in den Bau eines neuen Gebäudes investiert. Gar nicht gut: Der Neubau erzwingt die Zerstörung eines Baudenkmals von Rang, und er wird komplett über Schulden finanziert.

Landtagsstreit: Die Säule ist wieder gefragt

Der Tempel-Entwurf des Kölner Architektenbüros Yi.

Säulen von gestern, Säulen von morgen? Einige Überlegungen zum repräsentativen Bauen - anlässlich des Formstreits um den Landtagsplenarsaal in Hannover

Landtagsumbau: Die Entwürfe

Anzeige


Top