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Plenarsaal

Der Landtag soll im Tempel tagen


Die Gegner des knapp 50 Jahre alten Landtags-Plenarsaals in Hannover haben am Wochenende erheblichen Rückenwind erhalten. Die Jury aus Politikern und Architekten hat im internationalen Wettbewerb einen Entwurf prämiert, der den Abriss des Gebäudes vorsieht.
Präsentation des Siegerarchitekten Yi.

Präsentation des Siegerarchitekten Yi.

© Martin Steiner

An Stelle des alten Landtags-Plenarsaals in Hannover soll ein dreistöckiger, quadratischer Glaskubus entstehen, der von schlanken Säulen gesäumt wird. Zum alten Leineschloss soll der tempelartige Neubau einen Abstand von 14 Metern halten – damit der Neubau nicht an das Leineschloss „angeklebt“ wirkt, wie Jury-Vorsitzender Prof. Carl Fingerhuth aus Zürich erklärte.

Die Jury-Empfehlung für den auf 45 Millionen Euro veranschlagten Landtagsumbau ist noch keine Vorentscheidung, wohl aber eine Wegweisung. Maßgeblich wird die Sitzung der Landtags-Baukommission sein, die frühestens in drei Wochen zusammentritt. Noch in diesem Jahr könnte der Neubau dann in die Wege geleitet werden, Abschluss der Arbeiten ist für 2012 angestrebt. Der Sieger-Entwurf stammt von dem in Köln lebenden Koreaner Prof. Eun Young Yi. Platz zwei ist vom Büro Walter Gebhardt aus Hamburg, Platz drei vom Büro Martin A. Müller aus Hannover. Unter den prämierten Entwürfen sieht allein der zweite Preis nicht den kompletten Abbruch des 1962 von Dieter Oesterlen geschaffenen Plenarsaals vor.

Das Büro Gebhardt will den Bau zum „Platz der Göttinger Sieben“ hin mit großen Fensterfronten öffnen. Auf diese Weise käme Tageslicht in den neu geschaffenen Tagungsraum der Landtagsabgeordneten. Seit vielen Monaten teilt der geplante Landtagsumbau in Hannover die Geister. Umstritten ist, ob der alte Oesterlen-Bau als Denkmal erhalten bleiben soll oder nicht. Oesterlen gilt als Zeugnis der Parlamentsarchitektur der fünfziger Jahre, die vor allem die Abschottung der Volksvertretung zum Volk ausdrückt. Die Jury-Entscheidung für den Abriss fiel mit 13 zu 4 stimmen.

Jury-Vorsitzender Fingerhuth erklärte, die Fesseln des alten Oesterlen-Baus, vor allem sein „betonierter Ring“, seien „für eine sanfte Evolution zu eng“. Der zweite Preis sehe äußerlich kaum Veränderungen zum Ist-Zustand vor, dies sei zu wenig für „den wichtigsten Bau Niedersachsens“. Auch der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Stefan Winghart, hat nach Auskunft von Landtagspräsident Hermann Dinkla keine Einwände gegen den Sieger-Entwurf.

Hannovers Baudezernent Uwe Bodemann sagte, ein Abriss sei zu rechtfertigen, wenn der Neubau eine hohe Qualität aufweise. Dies sei der Fall. Die hannoversche Denkmalstiftung erinnerte an tausende Unterschriften, die gegen den Abbruch gesammelt wurden. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Enno Hagenah, selbst Mitglied der Jury, rügte den Sieger-Entwurf. Die nötige Transparenz werde nicht erreicht, weil trotz gläserner Front vom Plenarsaal aus kein Blick nach außen möglich sei – dort seien Büros vorgesehen. Hagenah ließ Sympathie für den zweiten Preis erkennen. Dieser war in der 13-stünden Jury-Sitzung zunächst auch der Favorit gewesen.

von Conrad von Meding, Ronald Meyer-Arlt und Klaus Wallbaum

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  • 45 Millionen Landtag Bussia – 19.02.10
    Die sollen lieber die 45 Millionen Euro für den Strassenbau einsetzen.Ein neuer landtag ist viel zu teuer und kann sich Hannover normalerweise gar nicht leisten.Der leittragene ist wieder mal der Steuerzahler.Strassensanierung ist viel wichtiger als so ein blödsinn.
  • Kommentare Die B – 17.02.10
    Wo ist eigentlich der erste gleich lautende Artikel mit all den Kommentaren geblieben?

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