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Plenarsaal

Grüne sind Spielverderber im Streit um Landtagsumbau

Von Michael B. Berger

Vier gegen eine Fraktion – so sah am Mittwoch die Kampfaufstellung aus, als der Landtag über ein Thema diskutierte, dessen Ausgang völlig offen scheint: Der Umbau oder Abriss des alten Plenarsaals. Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel hatte die Debatte eröffnet und gefordert, nun die Sanierung des von Dieter Oesterlen geschaffenen alten Plenarsaals zügig in Angriff zu nehmen.
Plötzlich sind die Grünen die Spielverderber im Streit um den Landtagsumbau in Hannover.

Plötzlich sind die Grünen die Spielverderber im Streit um den Landtagsumbau in Hannover.

© Michael Thomas

Doch mit dieser Forderung standen Wenzel und die Grünen allein auf weiter Flur. Alle anderen inklusive der Linken kritisierten, dass die Grünen dem Vorschlag nicht zugestimmt haben, für mehrere Varianten noch einmal detaillierte Kostenschätzungen einzuholen. SPD-Fraktionschef Stefan Schostok warf Wenzel unter heftigem Beifall auch der Regierungsfraktionen vor, der Öffentlichkeit etwas vorzumachen. Die von den Grünen angeführten Kosten für eine Sanierung des alten Plenarsaals – der Architekt Enno Hagenah hatte 30 Millionen Euro genannt – reichten wohl nicht: „Sanieren unter den Bedingungen des Denkmalsschutzes kostet richtig Geld.“

Dem Landtagspräsidenten Hermann Dinkla warf Schostok vor, durch „Zögern und Zaudern“ eine unübersichtliche Situation geschaffen zu haben. CDU-Geschäftsführer Jens Nacke dankte dagegen Dinkla ausdrücklich. Jetzt müsse man aber das Gespräch mit den Architekten suchen. Christian Grascha von der FDP äußerte Kritik an den Kostenberechnungen für den ehemals geplanten neuen Plenarsaal des Architekten Eun Young Yi. Er gebe zu, etwas fassungslos gewesen zu sein, als er von der ersten groben Schätzung erfahren habe. Nach ihr sollte Yis Bau 65 Millionen Euro kosten.

Zum Schluss der Debatte verhedderte sich Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) etwas bei den Zahlenangaben für neue, nötige Kostenschätzungen. „Wir brauchen 16 weitere Ingenieurbüros, das würde 950 Millionen Euro kosten“, sagte Möllring, verbesserte sich aber sogleich unter dem Gelächter des Landtages auf 955.000 Euro.

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