„Ich veranschlage die Kosten einer Sanierung und eines Umbaus des alten Oesterlen-Saales auf maximal 30 Millionen Euro“, sagte der Grünen-Bauexperte Enno Hagenah, der Architekt ist und sich in seiner Fraktion schon lange mit dem Landtagsumbau beschäftigt. Er warnte die anderen Fraktionen vor „überhöhten Schätzungen mit dem Ziel, doch noch einen Neubau durchsetzen zu wollen“.
Hagenah verweist auf ein amtliches Schreiben des Staatlichen Baumanagements, das dem Finanzministerium untersteht, von Juli 2005. Darin sind Kosten von 23 Millionen ermittelt worden. Sie betreffen die vollständige Sanierung des alten Plenarsaals und den Umbau nach dem Siegerentwurf des Wettbewerbs von 2002, den das Büro Koch Panse gewonnen hatte. Das Gebäude würde ein Glasdach bekommen, die Innenwände würden teilweise abgerissen, sodass mehr Tageslicht in den Tagungsraum der Abgeordneten fließen kann. Die Besuchertribünen würden neu angeordnet.
Hagenah rechnet nun noch zwei Erweiterungen der Sanierung hinzu: Der Innenhof hinter dem Portikus muss erneuert werden, weil die Stahlkonstruktion durchgerostet ist. Dies sei mit 1,5 Millionen Euro zu veranschlagen. Im Landtagsrestaurant müssten Elektroleitungen erneuert werden, weil sie dem Brandschutzstandard nicht entsprechen. Dies schlage mit 2,5 Millionen Euro zu Buche. Neue Aufzüge müssten nicht geplant werden, weil diese der Entwurf von Koch Panse schon vorsehe. Außerdem sei eine 16-prozentige Baukostensteigerung seit 2005 zu berücksichtigen.
Alles zusammen bedeute Gesamtkosten einer Sanierung plus Umbau des Oesterlen-Saales von 30 Millionen Euro, sagt Hagenah. „Diese Summe lässt sich sehen. Weil wir als Basis schon eine Schätzung des Baumanagements haben, brauchen wir jetzt kein Geld für eine neue Untersuchung auszugeben und können uns rasch für die Sanierung entscheiden“, betont der Grünen-Landtagsabgeordnete.
Für Dienstag hat Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) Vertreter aller Fraktionen eingeladen. Dabei soll ausgelotet werden, ob Einigkeit über das weitere Vorgehen erzielt werden kann. Mehrere Abgeordnete hatten in den letzten Tagen, wie berichtet, weitere Standortvarianten für Neubauten ins Gespräch gebracht, etwa südlich vom Oesterlen-Bau oder am Standort der Wasserkunst. Im hannoverschen Rathaus hingegen wird – wenn es denn überhaupt einen Neubau geben sollte – eher der Parkplatz am Flohmarkt des Leineufers favorisiert, direkt neben der Brücke Schloßstraße.
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