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Plenarsaal

Landtag in Hannover jongliert weiter mit Zahlen

Von Klaus Wallbaum

Am kommenden Dienstag will Landtagspräsident Hermann Dinkla Licht in die undurchsichtige Debattenlage zur Zukunft des Landtagsgebäudes bringen. Bei einem Treffen mit allen Fraktionsvorsitzenden und den Parlamentarischen Geschäftsführern soll geklärt werden, wie nun weiter verfahren wird.
Der Umbau des Plenargebäudes in Hannover ist ein heikles Thema.

Der Umbau des Plenargebäudes in Hannover ist ein heikles Thema.

© Michael Thomas

Bekommt Architekt Eun Young Yi den Auftrag, seinen Entwurf zu überarbeiten und die Obergrenze von 45 Millionen Euro einzuhalten? Sollen die Kosten einer Sanierung des alten Plenarsaals ermittelt werden? Oder soll der Aufwand der neuen Variante untersucht werden, neben dem alten Plenarsaal einen neuen zu setzen, vielleicht an der Stelle der alten Wasserkunst?

Wie brüchig die bisherige grobe Kostenschätzung der Oberfinanzdirektion (OFD) zum Entwurf des Architekten Yi ist, zeigte sich am Freitag. Die Experten hatten von 19 Millionen Euro Mehraufwand gegenüber der bisherigen Angabe von 45 Millionen Euro gesprochen. Sechs Millionen davon betreffen die gestiegenen Baukosten und Honorare, 13 Millionen Mehraufwendungen im Entwurf. Diese Darstellung ist aber im Detail höchst umstritten. So werden vier Millionen Euro angegeben, weil eine Klima- und Belüftungsanlage nötig sei. Yi hatte geplant, das Gebäude über Rohre mit warmen und kalten Wasser zu temperieren. Dies sei bei Bauten mit großen Glasfassaden aber nicht ausreichend, meinen die Vertreter der OFD. Außerdem soll in Yis Entwurf die Sprinkleranlage nicht ausreichend sein, ebenso die Photovoltaik-Flächen. Die mit Edelstahl verkleideten Säulen bedeuteten einen Mehraufwand von 600.000 Euro. Die Vertreter der OFD und des Finanzministeriums weigerten sich aber, die komplette Liste der angeblichen Mehrkosten zu veröffentlichen, da man dies erst mit dem Architekten besprechen müsse. Sie räumten ein, dass man am Yi-Entwurf einiges einsparen könne – in der Größenordnung von bis zu fünf Millionen Euro.

Aus den Reihen des Landtags war der Verdacht geäußert worden, die OFD unterstelle bewusst eine enormen Kostensteigerung beim Yi-Entwurf, um ein Argument für die Absage an diesen Vorschlag zu haben. Der tatsächliche Grund sei aber, dass ein Abriss des Oesterlen-Plenarsaals in der Regierung als nicht mehr durchsetzbar eingeschätzt werde. Umstritten ist auch, ob eine Sanierung des Oesterlen-Saales tatsächlich so teuer würde, wie aus den Reihen der CDU/FDP-Koalition verbreitet wird.

Wie fragwürdig die bisherigen Zahlenangaben sind, belegt aber auch ein Hinweis der OFD-Bauexperten: Eine konkrete Kostenschätzung zum Yi-Entwurf, die eine Million Euro kosten würde, hätte immer noch eine Unsicherheit in den Zahlen von bis zu 20 Prozent nach oben und unten. Wollte man es genauer haben, bräuchte man eine Kostenberechung, die aber auch noch eine Toleranz von bis zu zehn Prozent hätte. Eine solche Untersuchung würde jedoch zwei Millionen Euro kosten. Ähnlich wäre es wohl auch mit einer Untersuchung über eine Sanierung des alten, von Dieter Oesterlen geschaffenen Plenarsaals.

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