„Das Fest ist derart gewachsen, dass es sinnvoll ist, ihm professionellere Strukturen zu geben“, sagt HTS-Chef Peter Richter, der den Verein ehrenamtlich leitet und im Hauptberuf Vertriebsleiter der Telekom-Region Nord ist. Über mögliche neue Formen will der HTS mit der Stadt und der Hannover Marketing- und Tourismus Gesellschaft (HMTG) nach Ende des Seefestes beraten, das bis 15. August läuft.
Als favorisierte Lösung gilt eine Übertragung der Veranstaltung an die HMTG, die das Fest bereits bei Werbung und Vermarktung unterstützt. Ob zu dem neuen Zweck eine Tochtergesellschaft gegründet werde oder die Organisation aus den bestehenden Strukturen der HMTG heraus zu leisten wäre, sei noch offen, sagt der städtische Veranstaltungsmanager Klaus Timaeus. „Theoretisch ist auch denkbar, dass die Eventabteilung der Stadt zuständig wird“, meint er. Sicher sei nur, dass es eine „völlige Privatisierung“ nicht geben soll, weil dann die in den vergangenen Jahren verbesserte Qualität des Festes zu leiden drohe. An der HMTG halten Stadt und Region je 25 Prozent.
Deren Geschäftsführer Hans Nolte hält es ebenfalls noch für zu früh, konkrete Aussagen zu machen. Er bestätigt aber, vom Aufsichtsrat den Auftrag bekommen zu haben, „an einer neuen Struktur mitzuwirken“. Die Gründung einer Tochtergesellschaft sei eine denkbare Variante. Sinnvoll sei auf jeden Fall, das ganze Jahr über einen Ansprechpartner zu haben, dessen zentrale Aufgabe die Betreuung des Maschseefestes sei. Das wünschen sich etwa die Gastronomen. Zunächst sei es aber Sache des HTS zu klären, ob der Verein das Maschseefest tatsächlich nicht weiter betreiben wolle, betont Nolte.
In diesem Fall wäre auch ein Personalwechsel die Folge: „Wenn es zu einer neuen Struktur kommt, würde ich zurücktreten“, sagt Richter. Ehrenamtlich sei die Organisation des Festes dann nicht mehr zu leisten. Richter ist seit fünf Jahren HTS-Vorsitzender und veranstaltet jetzt sein viertes Maschseefest. Unter seiner Regie konnten die Besucherzahlen auf zuletzt 2,3 Millionen gesteigert und das Programmangebot qualitativ verbessert werden. „Herr Richter macht einen tollen Job“, sagt Timaeus dazu. „Einen Rücktritt würde ich sehr bedauern.“
Gäbe der HTS, dessen Wurzeln unter seinem früheren Namen „Verkehrsverein“ bis 1883 zurückreichen, das Maschseefest ab, müsste er sich wohl gleichfalls eine neue Struktur geben. Denn nachdem die Zuständigkeiten für den Tourismus 2007 komplett an die HMTG übergegangen sind, sind dem Verein kaum weitere Aufgaben geblieben. Auf der Mitgliederversammlung, die turnusgemäß Ende des Jahres stattfindet, werde auch über solche Fragen entschieden, sagt Richter. „Wir arbeiten schon konkret an künftigen Lösungen.“
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