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Das Maschseefest unter Wasser

Wechselhaftes Wetter Das Maschseefest unter Wasser

Die Gastronomen und Veranstalter des Maschseefestes kämpfen gegen das wechselhafte Wetter. Bei scharfem Wind und Regen warben sie am Dienstag gemeinsam für die passende Kleidung zur Seeparty. Die Besucher haben den Hinweis längst verstanden: Sie feiern mit Schirm, Schal und Pullover.

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Wie ein Wasserfall: Damit das Regenwasser nicht durch die Zeltplanen drückt, muss Veranstaltungsleiter Julian Bertram es von Zeit zu Zeit „ausleeren“. Gegen Wind und Regen ist „Gosch Sylt“ mit überdachten Sitzgruppen und Planen gut geschützt.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Jetzt muss es schnell gehen an der Löwenbastion. Michael Lohmann und das Team von Hannover Concerts haben gerade erfahren, dass ein Unwetter erwartet wird – samt Sturmböen und Regenmassen. Die Zuschauer flüchten bei den ersten Tropfen unter die Budenvordächer, eine Schlagerband rückt vom nassen Bühnenrand ab und spielt unbeirrt weiter. Gleich sechs Mann packen Sonnenschirme ein, klappen Tische und Bänke zusammen. „Vor ein paar Jahren sind uns fast 40 Prozent unserer Tische in den See geflogen“, erinnert sich Lohmann. Dieses Jahr ist das Team besser vorbereitet. Kein Stuhl und kein Schirm gehen verloren.

„Wir kennen solche Momente aus den vergangenen Jahren. Es ist bitter“, sagt Lohmann, der am Sonnabend nach dem Regen klitschnass war. Da tue es sehr gut, dass sich zumindest das Publikum auf das Wetter einstellt und Regenschirme griffbereit hält.

Menschen mit Regenjacken und Pullover traf man auch am Dienstag am Maschsee. Hand in Hand und sichtlich gut gelaunt spazieren Beverley und Carl Cryderman am Nordufer entlang. Die beiden Kanadier kommen von der Lacrosse-Weltmeisterschaft im Sportpark, wo sie ihren Landsleuten beim Spiel zugejubelt haben. Gegen den Regen haben sie sich blaue Plastikcapes übergezogen. „Vor ein paar Tagen waren wir schon einmal hier, da war das Wetter besser“, sagt Beverly Cryderman. „Aber der Regen stört uns nicht, wir haben ja schließlich Urlaub.“

Hannover hat es am Mittwochabend krachen lassen: Die besten Partybilder vom Maschseefest.

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So sehen das auch die Gäste, die in der maritim geschmückten Laube von Claus Bähre ihr Feierabendbier trinken. „Die überdachten Sitzecken kommen gut an, und gegen die Kälte haben wir noch ein paar Heizpilze aufgestellt“, sagt Wirt Bähre. Man müsse eben das Beste aus dem Wetter machen.

Bei „Gosch Sylt“ sitzen die Gäste fast ausschließlich im Trockenen. Veranstaltungsleiter Julian Bertram hat sogar noch zwei große Schirme vor dem Bestelltresen aufgespannt. Damit die Wartenden nicht im Regen stünden, wenn die Schlange mal länger sei, sagt er. An einem der überdachten Tische sitzen drei Frauen, dick eingemummelt in wasserdichten Jacken, und rühren in ihrem Kaffee. Sie sind vor einem Regenschauer hierher geflüchtet und suchten eigentlich etwas Glühweinähnliches. Aber so etwas steht derzeit noch nicht auf der Getränkekarte. „Da haben wir uns eben Kaffee bestellt und den mit ein wenig Rum gewürzt“, erzählt Marion Freudenberg. Das Wetter störe keine von ihnen wirklich. „Ist doch eigentlich ganz romantisch so“, sagt Maren Kanzler-Wöbbeking, „fast wie an der Nordsee.“

Zahlreiche Besucher haben am Wochenende das Maschseefest besucht.

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Auch die neuen Gastronomen des Maschseefestes trotzen dem nasskalten Wetter. „Am Sonnabend stand ich im strömenden Regen mit dem Handy in der einen Hand und einem Wasserabzieher in der anderen Hand vor unserem Stromkasten, denn eine Sicherung war rausgeflogen“, erzählt Bernd Kirsch von der HBX-Brauerei. „Ich sah aus wie aus einem Teich gezogen, und der Kollege Jürgen Neumeister rettete mich und die Technik.“ Bei starkem Regen bringt das Team als Erstes die Sitzpolster ins Trockene, dann wird das Wasser auf dem Zeltboden abgezogen, während die vielen Gästen bedient werden. „Wenn es regnet, haben wir den besten Umsatz“, sagt Kirsch. Begeistert ist er davon allerdings nicht. Von den 320 HBX-Plätzen ist die Hälfte nicht überdacht. „Außerdem ist das Maschseefest doch ein Sonnenfest. Und dazu gehört ein Sommergefühl.

Auch Maschseefestkoordinator Oliver Schulte wünscht sich dieses Sommergefühl – auch, weil es für ihn bei Regen besonders hektisch wird. Mit dem Auto oder per Rad kontrolliert er dann, ob die Veranstalter die richtigen Maßnahmen ergreifen. Bei einer entsprechenden Sturmwarnung werden Veranstalter per Telefonkette informiert. „Bei Windstärke 8 müssen die Bühne und der Bereich vor der Bühne geräumt werden“, sagt Schulte. Bisher war das nicht nötig, es habe alles geklappt. Zudem sei das Seefest auch bei Regen attraktiv. Am Dienstag versammelte Schulte entsprechend die Standbetreiber zum symbolischen Gruppenfoto beim „Aresto“. Ihr Signal: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Jan Sedelies und Isabel Christian

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