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So schmeckt die kulinarische Weltreise am Maschsee

Kostprobe So schmeckt die kulinarische Weltreise am Maschsee

Finkbeiners Kostprobe auf dem Maschseefest: Pizza, Crêpes, Sushi, Steaks und Burger, Spezialitäten aus Ungarn, Vietnam oder dem Orient: Die Sause rund um den See ist ein exorbitantes Food-Festival. Wir haben die Neuheiten unter die Lupe genommen.

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Quelle: Finkbeiner/M

Capetown: Zartes Rind
und süffige Weine

Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen am Nordufer wirkt die Gastronomie Capetown fast unscheinbar: ein Glasbau mit schwarzem Rahmen und orangefarbenen Klecksen dazwischen – das sind die Servietten auf den Tischen. Die Speisekarte bietet wenige, dafür aber schöne Gerichte, darunter zwei Salatteller (9,50 und 10,50 Euro), eine Lammhaxe aus dem Ofen mit Baba Ganoush (eine Creme aus Auberginen und Sesam), Süßkartoffelragout und Fladenbrot (14,50 Euro) oder Koeksister (frittierte Teigzöpfe) mit Vanille-Sirup (5,50 Euro). Wir finden alles spannend, beschränken uns aber auf eine Kokos-Pfirsich-Suppe mit Minze (4,50 Euro) sowie ein Beef-Rib mit Berbere (einer Gewürzmischung), Coleslaw, Maistalern und Fladenbrot (14,50 Euro).

Das Kap der guten Gastro-Hoffnung: Das Capetown ist geradezu schlicht hergerichtet, aber auf dem Teller stimmt alles – etwa beim Beef-Rib mit Maistalern und Coleslaw.

Das Kap der guten Gastro-Hoffnung: Das Capetown ist geradezu schlicht hergerichtet, aber auf dem Teller stimmt alles – etwa beim Beef-Rib mit Maistalern und Coleslaw.

Quelle: Finkbeiner

Klar, es wird hier auch mit Fertigware gearbeitet, anders ist das auch nicht möglich. Wichtig ist deswegen die Qualität und gekonnte Kombination von Frisch- und Fertigware. Maistaler und Krautsalat schmecken gut, obwohl sie nicht selbst gemacht sind, das Fladenbrot wirkt wie vom Bäcker, aber vor allem das Fleisch am Knochen ist zart und saftig, die würzige Soße schmeckt sehr gut – oben drüber noch frische Kräuter und dazu ein Glas süffigen, südafrikanischen Wein: Wir sind glücklich, was nicht zuletzt auch an der pfiffigen Servicebrigade liegt!

Die kulinarischen Stände beim Maschseefest locken mit unterschiedlicher Atmosphäre und Köstlichkeiten.

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See-Wirtschaft: Tatar und Backschinken

Es gibt in der See-Wirtschaft am Ost­ufer unter anderem Spanferkelbratwurst vom Grill (3,50 Euro), Roastbeef (16,50 Euro) oder Rippchen mit Krautsalat (16,50 Euro) – und natürlich Brotzeiten: Käseplatte (16,50 Euro) oder Maschseejause für zwei Personen (12,50 Euro pro Person). Wir probieren einen Backschinken (14,50 Euro) und schwelgen: Das Fleisch ist saftig, der Krautsalat völlig in Ordnung, das Brot sensationell, und die feurige Ochsensoße auf Mayonnaise-Basis gibt dem Ganzen den Pfiff. Die Kruste ist zwar nicht ideal – etwas zäh, wahrscheinlich durch die Warmhaltung oder das erneute Erhitzen vor dem Servieren –, aber wir sind hier wirklich bei uns. Nicht nur wegen des guten Essens, sondern auch wegen des netten Services, des rustikalen Flairs oder des schönen Ausblicks auf den Maschsee. 

Service, Flair, Ausblick – alles so gut wie der Backschinken.

Service, Flair, Ausblick – alles so gut wie der Backschinken.

Quelle: Finkbeiner

Wir finden es hier so toll, dass wir noch um eine Kostprobe des Tatar (17,50 Euro) bitten. Das ausdrucksstarke Fleisch ist mit Olivenöl angemacht, dazu gibt es Lauch, Zwiebeln, gehacktes Ei und ein herrliches Krustenbrot, dick mit Butter bestrichen. Das ist Wirtshauskost, wie wir sie uns vorstellen! Wenn das Team die Qualität auch bei Massenandrang hält, lohnt sich der Weg hierher (Höhe Geibelstraße), und die paar Euro mehr sind gut investiert.

Löwenbastion: Thunfisch und Whiskey

Um die Löwenbastion am Ostufer versammelt sich nicht nur eine Vielzahl an Buden mit Crêpes, spanischen Kartoffeln, süßen und ungarischen Langos. Im Zentrum steht zudem ein Kleinod: weiße Pavillons im Karree mit Holzboden und Baumkulisse. Hier gibt es Pizza und Pasta von Vapiano, Salate und Currys von Dean & David, es gibt eine Gin- und Cocktail-Bar, Kaffee-Spezialitäten und ganz ordentliche Weine. Wir probieren am Rocky-Lob­ster-Stand ein Thunfischsteak mit Pernod-Erbsenpüree, Süßkartoffel-Pommes und Limonen-Aioli (13,50 Euro). Das wäre ein wirklich tolles Gericht, die Komponenten sind gut abgeschmeckt. 

Die neue Löwenbastion ist attraktiv, das Thunfischsteak aber ein bisschen faserig.

Die neue Löwenbastion ist attraktiv, das Thunfischsteak aber ein bisschen faserig. 

Quelle: Finkbeiner

Allerdings ist der Fisch trocken und faserig, was bei Thunfisch schnell passiert. Besser fallen die Knusper-Garnelen mit Limonen-Aioli (5 Euro) aus. Es lohnt sich von hier übrigens noch ein Abstecher zu The Wild ­Geese am Südufer. Wer dem Rummel etwas entfliehen will, findet hier ein wirklich ursympathisches Plätzchen: Bierbänke im Zentrum, ein paar Schankwägen drum herum, einen Burger auf die Hand, dazu ein frisch gezapftes Stout und danach ein zehn Jahre alter Laphroaig – so einfach geht Genuss!  

San Francisco / Kalifornien: Currywurst und Burger

Wir stehen im San Francisco/Kalifornien am Ostufer, drehen uns gleich mehrmals im Kreis und sind verwirrt. Auf einem großen Schild steht nämlich „Fisherman’s Wharf“. Das ist ein Hafenviertel in der kalifornischen Metropole, berühmt für seine Shopping- und Fressmeile, berühmt für Krabben, Shrimps und natürlich die Clam Chowder – eine Muschelsuppe, die klassisch in einem ausgehöhlten Brot gereicht wird. In Hannover gibt es nichts davon. Genauer: Es gibt Burger, Würste und Hotdogs. Hinten steht eine Lüttje-Lagen-, vorne eine Bacardi-Bar.

Keine Offenbarung für Gourmets: Die Barzini-Bulette zerbröselt beim ersten Bissen.

Keine Offenbarung für Gourmets: Die Barzini-Bulette zerbröselt beim ersten Bissen.

Quelle: Finkbeiner

Gut, San Francisco gilt ja als die europäischste Stadt der USA, aber wir fragen uns schon, an welchem Reißbrett dieses Konzept ausgetüftelt wurde. Wir essen eine Currywurst (4 Euro), die nicht mal ordentlich geschnitten wurde. „Zerhäckselt“ ist der Begriff, der uns einfällt. Die Soße finden wir zu süß. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich herrlich streiten. Vor allem bei einem sensiblen Thema, das praktisch jeden betrifft: wie Currywurst. Wir wechseln zu den Burgern. Da sind wir geografisch wenigstens mal in den USA angelangt, aber qualitativ eher in Absurdistan. Wir bestellen einen Barzini (7 Euro) und bekommen einen bröseligen Fladen mit mittelmäßiger Bulette darin, der schon beim ersten Bissen auseinanderbricht. Zwiebeln, Kräuter und Soße sind geschmacklich okay, aber dafür erinnert das frittierte oder getrocknete Gemüse, das zum Schluss darübergestreut wird, von seiner Konsistenz an einen Haufen bunter Kaugummis.

Keine Offenbarung für Gourmets: Die Currywurst ist eher gehäckselt als geschnitten.

Keine Offenbarung für Gourmets: Die Currywurst ist eher gehäckselt als geschnitten.

Quelle: Finkbeiner

Tiroler Seehaus: Jausenplatte und nichts

Das Tiroler Seehaus am Nordufer ist nett gemacht. Viel rustikales Holz, die Tische stehen nicht zu gedrängt, es gibt Stühle mit Lehnen, kurzum: komfortables Biergarten-Flair. Die Aushänge locken mit Schweinenacken-Spieß (5,50 Euro), Kässpätzle (5,50 Euro) und Flammkuchen (6,50 bis 8,50 Euro). Leider ist (trotz der im Netz beworbenen Öffnungszeit von 12.30 Uhr) der Betrieb nicht einmal ansatzweise angelaufen.

Jausenbrettl direkt am Wasser – wenn die Startschwierigkeiten vom ersten Maschseefesttag überwunden sind, ist das Tiroler Seehaus durchaus eine Empfehlung.

Jausenbrettl direkt am Wasser – wenn die Startschwierigkeiten vom ersten Maschseefesttag überwunden sind, ist das Tiroler Seehaus durchaus eine Empfehlung.

Quelle: Finkbeiner

Wir einigen uns mit der freundlichen Mitarbeiterin auf das Jausenbrettl (9,90 Euro), das uns mit Baguette statt Bauernbrot angeboten wird. Für den Preis bekommen wir ein Würstchen, drei Scheiben Schinken, drei Scheiben Salami, Essiggemüse und etwas fades Schmalz. Da hätten wir mehr erwartet. Zudem ist das Besteck schmuddelig. Alles nicht so toll. Wir erkundigen uns, wann wir denn so richtig aus dem Vollen schöpfen können, und werden auf 14 Uhr vertröstet. Um 15.30 Uhr kommen wir wieder, wollen einen Leberkäse in der Semmel mit Kraut (4,50 Euro) und einen Kaiserschmarrn (7,50 Euro) bestellen. Gibt es aber nicht – gibt es nur am Abend. Würstchen können wir haben. Und Pommes. Wir bedanken uns und gehen lieber in die See-Wirtschaft am Ostufer.

Yukon Forest: 
Wildwurst und Flammlachs

Im Yukon Forest am Nordufer (direkt neben dem Tiroler Seehaus) züngeln schon um 14 Uhr die Flammen am Lachs, der hier über offenem Feuer gegart wird und dann wahlweise in einem Brötchen oder Wrap (7,50 Euro) oder am Stück (12 Euro) zu erstehen ist. Wir probieren die Wrap-Variante und sind sehr glücklich: Guter Lachs mit dem kräftigen Holzrauchgeschmack, viel knackiger Eisbergsalat und eine süßliche Honig-Senf-Soße (von der es etwas mehr hätte sein dürfen) machen uns eine echte Freude. 

Gekonntes Spiel mit dem Feuer: Beim Kanada-Stopp Yukon Forest gibt’s Bison-Bratwurst vom Grill und Flammlachs.

Gekonntes Spiel mit dem Feuer: Beim Kanada-Stopp Yukon Forest gibt’s Bison-Bratwurst vom Grill und Flammlachs.

Quelle: Wallmüller

Danach marschieren wir zum Holzkohlegrill gegenüber, an dem es Holzfällersteaks im Brötchen mit Zwiebeln (6,50 Euro) oder Bison-Grillwurst (5,50 Euro) gibt. Wir nehmen eine saftige und knackige Wild-Bratwurst (5 Euro), die sehr kräftig gewürzt ist, weswegen dazu ein frisch gezapftes Bier fast Pflicht ist – oder sogar einer der drei Biercocktails (Cranberry, Holunder oder Limette für je 5,50 Euro), die mit ihrer süß-säuerlichen Note dazu wunderbar passen.

... und zum Schluss ein 
spitzenmäßiger Snack

Im Food Village am Ostufer gibt es einen Stand, der ungarische Spezialitäten anbietet. Wer es nicht ohnehin schon kennt, sollte dort einmal einen Kaminstriezel (5 Euro) verkosten: ein Hefegebäck, außen kross und innen luftig, gewälzt in Zucker und Zimt – ein echtes Highlight. Unbedingt ausprobieren!

Von Hannes Finkbeiner

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