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Mehr Sicherheit für das Maschseefest

Zivilstreifen Mehr Sicherheit für das Maschseefest

Das Mittwoch beginnende Maschseefest wird in diesem Jahr mit verschärftem Sicherheitskonzept starten. Nach den Vorkommnissen von München und Ansbach am Wochenende haben sich Polizei und Veranstalter Montag erneut getroffen und besondere Vorkehrungen vereinbart.

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Für das Maschseefest gibt es ein neues Sicherheitskonzept.

Quelle: dpa

Hannover. Dabei ging es auch um das Radrennen „Nacht von Hannover“, das Dienstagabend Zehntausende auf den Friedrichswall locken soll. Details aus dem Sicherheitskonzept wurden nicht bekannt. Die Polizei wird aber nach Informationen der HAZ mehr Zivilstreifen einsetzen - sowohl beim Maschseefest als am Dienstag.

Das Nordufer abzusperren und Personenkontrollen vorzunehmen schließt Polizeipräsident Volker Kluwe im HAZ-Interview aus. Fragen dazu, ob es beispielsweise stichpunktartige Rucksack- und Taschenkontrollen geben wird, lässt die Polizei ebenso unbeantwortet wie Fragen, ob Sprengstoffschnüffelhunde bei den beiden Großveranstaltungen für zusätzliche Sicherheit der Besucher sorgen und ob Spezialkräfte vor Ort sein werden. Hans Nolte, als Chef der Hannover Veranstaltungsgesellschaft (HVG) auch Organisator des Maschseefests, sagte gegenüber der HAZ: „Wir berücksichtigen auch außergewöhnliche Vorkommnisse in unseren Sicherheitsüberlegungen.“ Er „hoffe, dass es ein friedliches Fest bleibt und unsere Sicherheitsmaßnahmen nicht zum Einsatz kommen müssen“, sagt Nolte. Alles Notwendige werde getan, um mit den Besuchern ein tolles Fest zu feiern.

Nach Informationen der HAZ wurde ein Szenario ähnlich dem Anschlag von Nizza durchgespielt. Dort war ein Attentäter mit einem schweren Lastwagen in eine Festveranstaltung gefahren und hatte mehr als 80 Menschen getötet. Ein solcher Anschlag sei auf dem Maschseefest nahezu unmöglich, meinen Sicherheitsexperten. Die Seepromenade am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer könne ein großes Fahrzeug nicht erreichen, weil eine Reihe von Ständen und Toiletten den Weg versperre. Eine Zufahrt gebe es nur gegenüber dem Sprengel-Museum. Dort sei der Boden mit Schwerlastplatten ausgelegt, unter denen Kabel liegen. Ein Lastwagen würde durch die Platten brechen und zum Stehen kommen.

Auch Festveranstalter Nolte hält nichts von der Idee, die Festmeile einzuzäunen: „Einlasskontrollen sind bei einer Festfläche auf vier Kilometern Uferlänge nicht möglich, sie entsprächen auch nicht dem Charakter des Fests.“ Er behalte sich aber vor, Teile des Nordufers abzusperren, falls das Gedränge zu groß werde. Eine vom Stromnetz unabhängige Licht- und Lautsprecheranlage soll die Menschen dirigieren. Tatsächlich wurde es im vergangenen Jahr sehr eng beim Auftritt des Sängers Johannes Oerding. Dagegen sehen sich die Veranstalter diesmal gewappnet - Konzerte mit großem Publikumsandrang sind aber ohnehin nicht geplant.

Von Andreas Schinkel und Tobias Morchner

Interview mit Polizeipräsident Volker Kluwe

„Der See lässt sich nicht einzäunen“

 Herr Kluwe, kann man angesichts der Ereignisse vom Wochenende den Hannoveranern raten, zum Maschseefest zu gehen?

Wir haben Verständnis dafür, dass viele Menschen angesichts der schlimmen Angriffe verunsichert sind. Und natürlich gibt es nie hundertprozentige Sicherheit. Aber die hat es auch schon vor den Anschlägen von Nizza, München und Ansbach nicht gegeben. Meine Empfehlung ist daher: Leben Sie Ihr Leben so weiter wie bisher, seien Sie zwar aufmerksam, aber igeln Sie sich nicht zu Hause ein. Sonst haben die Täter ihr Ziel erreicht, unser freiheitliches Leben einzuschränken.

Die Polizei verstärkt ihre Sicherheitskräfte. Wie müssen wir uns das vorstellen?

Wir sind beim Maschseefest sichtbar mit mehr uniformierten Beamten im Einsatz, so wie auch schon bei „La Traviata“ im Maschpark und jetzt bei der „Nacht von Hannover“. Die Kollegen sind ansprechbar, wenn es Probleme gibt, und haben selbst ein wachsames Auge auf alles, was passiert. Zugleich bitten wir die Besucher, dass auch sie wachsam und aufmerksam sind.

Aber soll man sich denn ständig ängstlich umschauen?

Eben nicht. Niemand muss ängstlich über das Maschseefest gehen, denn es gibt keinerlei Anzeichen für eine Bedrohungssituation. Aber wenn jemand zum Beispiel einen scheinbar herrenlos herumstehenden Rucksack sieht, dann wäre es gut, dem Personal Bescheid zu sagen. Es kann sein, dass der Rucksack jemandem gehört, der nur eine Bratwurst bestellt und ihn vergessen hat. Aber es kann eben auch sein, dass die Information wichtig ist – ein bisschen Aufmerksamkeit schadet nie.

Müsste man in solchen Tagen nicht eine derart große Veranstaltung einzäunen und Taschenkontrollen am Einlass vornehmen?

Wie soll das funktionieren? In den nächsten Wochen werden wahrscheinlich gut zwei Millionen Menschen dort hingehen – da sind Taschenkontrollen allein schon wegen der Menge illusorisch. Und sie würden den offenen Charakter eines Fests am See, das von allen Seiten erreichbar ist, ad absurdum führen. Deshalb halten wir eine Absperrung weder für eine angemessene noch nötige Maßnahme.

Interview: Conrad von Meding

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