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Maschseefest Hannover Mehr Sicherheit durch Werbung auf dem Maschseefest?
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    14:07 29.07.2016
    Für die Menschenmassen auf dem Maschseefest ist ein neues Sicherheitskonzept entwickelt worden. Quelle: Behrens
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    Hannover

    Sänger Johannes Oerding tritt auf die Bühne, und nichts geht mehr am Nordufer des Maschsees. Das Gedränge ist riesig, am Ende müssen Veranstalter und Polizei das Gelände absperren. Szenen wie diese aus dem Jahr 2015 sollen sich beim diesjährigen Maschseefest, das vom 27. Juli bis 14. August gefeiert wird, nicht wiederholen. Deshalb schließt nun die Stadt Hannover mit dem Veranstalter, der Hannover Veranstaltungsgesellschaft (HVG), einen neuen Vertrag, der unter anderem die Sicherheitsbestimmungen exakt regelt. Alles soll genau festgelegt werden: Fluchtwege, Meldeketten, Absperrmöglichkeiten, Beleuchtung und Lautsprecherdurchsagen für den Fall einer Massenpanik.

    Noch hat die Ratspolitik am Donnerstag im Ausschuss des Oberbürgermeisters nicht über das neue Regelwerk entschieden. Die Grünen wollen sich noch beraten. Sie denken über ökologische Standards nach, die sie möglicherweise im Vertrag verankern wollen.

    „Das alles kostet Zeit und Geld“

    „Wir haben schon zuvor die Sicherheitsbestimmungen eingehalten“, betont HVG-Chef Hans Nolte. Spätestens seit dem Unglück bei der Love Parade in Duisburg 2010 mit etlichen Todesopfern nach einer Massenpanik wird bei großen Veranstaltungen stärker auf Sicherheit geachtet. In eine bundesweite Gesetzgebung sind die neuen Richtlinien nach den Ereignissen von Duisburg aber erst kürzlich eingeflossen. „Der neue Vertrag nimmt die Bundesgesetze jetzt auf“, sagt Nolte.

    Doch mehr Sicherheit heißt auch, dass besondere Maßnahmen getroffen werden: So installiert die HVG auf dem Maschseefest ein Lautsprechersystem für Sicherheitsdurchsagen, das unabhängig vom Stromnetz auf dem Fest funktioniert. Die Mehrkosten sieht auch der städtische Eventmanager Ralf Sonnenberg: Man müsse unter anderem die Mitarbeiter eines Großevents ganz anders ausbilden. Das Sicherheitskonzept müsse viel differenzierter ausgearbeitet werden: „Das alles kostet Zeit und Geld“, sagt Sonnenberg.

    Um extremes Gedränge zu vermeiden, dürfte auch in diesem Jahr viel Personal und Technik vonnöten sein. Die Kosten darf sich die HVG über die Vermarktung von Werbeflächen am Maschsee hereinholen. Das sei bereits gängige Praxis, sagt Nolte. Am Maschsee gilt zwar ein strenges Werbeverbot, aber nur für die Seefläche. „Die gewerbliche Nutzung eines Naturdenkmals ist verboten“, sagt Nolte. So hatte die Firma Peppermint Events im Jahr 2008 Probleme, eine Veranstaltungskuppel auf dem See zu installieren. Auch das Montieren von Werbepylonen im See untersagt die Stadt. Die Werbeflächen, die die HVG vermarkten darf, befinden sich am Ufer. Bei den drei Promotionsflächen handelt es sich um 250 bis 300 Quadratmeter große Bildschirmwände.

    Vertraglich genau festgehalten ist jetzt auch, dass die HVG ein kostenfreies Besucher- und Kinderprogramm anbietet, das mit einem Wert von 100 000 Euro angesetzt wird. Und: Erzielt die HVG einen Gewinn aus dem Maschseefest, steht der Stadt die Hälfte zu.

    von Jutta Rinas und Andreas Schinkel

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