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So feiert Hannover seit 30 Jahren das Maschseefest

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Das Maschseefest in Hannover wird 30 Jahre alt. Viele Besucher und Gastronomen schwärmen vom besonderen Geist am Seeufer – dabei hatte es das Fest anfangs schwer. Ein Rückblick von HAZ-Redakteur Simon Benne.

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Seit 30 Jahren feiert Hannover das Maschseefest.

Quelle: HAZ (Archiv)

Hannover. Wann hat ein Politiker je einen so atemberaubenden Aufstieg erlebt? Einen solchen Höhenflug? „Es war einfach toll, wie viele Hannoveraner da unten standen und mir zuwinkten“, sagte Herbert Schmalstieg, nachdem er wieder wohlbehalten auf der Erde gelandet war. Die Artisten der Traber-Truppe hatten Hannovers Oberbürgermeister auf einer Art Schaukel unter jenes Motorrad gehängt, mit dem sie auf einem 380 Meter langen Seil den Maschsee überquerten. In rund 50 Metern Höhe. Vor Zehntausenden von Zuschauern. Das Zurückwinken sparte sich Schmalstieg, der auf seiner Schaukel ohnehin auffällig unbewegt blieb. Vermutlich wollte er nicht zu jovial wirken.

Das Maschseefest wird 30 Jahre alt, viele schwärmen vom besonderen Geist am Seeufer – dabei hatte es das Fest anfangs schwer

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Die Spektakuläre Showeinlage war 1986 der Höhepunkt der ersten großen „Maschsee-Tage“, wie das Maschseefest damals noch hieß. Hannovers heute größte Party wird in diesem Jahr 30 Jahre alt, sie ist längst eine Traditionsveranstaltung – und sie begann selbst als eine Art Geburtstagsfeier. Zwar hatte es bereits 1950 eine Wassersportwoche mit Festprogramm am See gegeben, und in den Siebzigern waren schon sporadisch „Maschsee-Tage“ über die Bühne gegangen. Doch erst zum 50. Geburtstag des Maschsees 1986 entdeckte die Stadt diesen so richtig als Festmeile.

In jenem Jahr schloss das legendäre Leine-Domicil seine Pforten mit einem Gig der Bourbon Skiffle Company. Stefanie Graf spielte Tennis gegen Helena Sukova. „Und wir hatten die Idee, den See zum Mittelpunkt einer großen Jubiläumsfeier zu machen“, erinnert sich Ralph Jarrett, der damals beim Fremdenverkehrsamt einer der Väter des Maschseefestes war.

Der Sommer 1986

Den ganzen Sommer über gab es 1986 Veranstaltungen am See – eine Segelregatta und Straßentheater, Jazz-Dance an der Geibelstraße und schmissige Musik vom Heeresmusikkorps, dazu illuminierte Boote, die venezianische Atmosphäre auf den See zauberten. Eben jene Mischung aus guter Musik und unaufgeregter Uferstimmung, aus großen Stars und kleinen Freuden, die dem Fest bis heute sein besonderes Flair verleiht.
„Anfangs hatten wir Probleme, Gastronomen für ein Fest am Seeufer zu finden“, sagt Jarrett. Heute sind Stände dort begehrt und teuer, doch damals waren sie schon für eine Pacht um 500 Euro zu haben. Nur eine Handvoll Wirte, versprengt an Nordufer, Löwenbastion, Geibelstraße und Maschseequelle, waren 1986 dabei. In den Achtzigern war ja das Altstadtfest die große Traditionssause, der See galt den Wirten als abgelegenes Terrain. Die Seeparty erwies sich gleichwohl als Publikumsmagnet. Allerdings gehört zur Erfolgsgeschichte des Maschseefestes auch, dass das Altstadtfest nach dem verheerenden Bombenattentat, bei dem 1992 mehr als 20 Menschen verletzt wurden, für viele an Attraktivität verlor.

Und so blühte das Maschseefest in den Neunzigern auf – obwohl Anwohner wegen des Lärms auf die Barrikaden gingen und das Wetter den Wirten schon mal einen Strich durch die Rechnung machte. „Wir einigten uns darauf, die Dauer des Festes auf 19 Tage zu verkürzen und das Programm wegen der Lautstärke zu reduzieren“, sagt Jarrett. Und als das Fest 1993 im Dauerregen ertrank, wurde es kurzerhand um eine Woche verlängert: „Die Gastronomen konnten einem damals leidtun.“

Immer wieder haben sich die Akzente beim Maschseefest verschoben: Spektakuläre Fallschirmspringershows gibt es heute nicht mehr. Doch der besondere Geist der Party erwies sich als unkaputtbar: „Der Standort ist einfach unschlagbar“, sagt der langjährige Organisator Jarrett: „Ein Abend am See ist für viele wie ein kleiner Urlaub.“

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