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Seenplatte

CDU-Parteitag streitet über „Leinebogen“ in Hannover

Von Andreas Schinkel

Ein fast vergessenes Thema hat beim CDU-Regionsparteitag einigen Wirbel verursacht. Die Christdemokraten stritten um eine gemeinsame Position zum „Leinebogen“ in Hannover, der von Architekt Peter Grobe geplanten Seenplatte zwischen Herrenhausen und Seelze.
Leineaue bei Seelze. Hier im Überschwemmungsgebiet soll nach dem Willen einer Planungsgruppe um Architekt Peter Grobe eine Seenplatte mit dem Namen „Leinebogen“ entstehen.

Leineaue bei Seelze. Hier im Überschwemmungsgebiet soll nach dem Willen einer Planungsgruppe um Architekt Peter Grobe eine Seenplatte mit dem Namen „Leinebogen“ entstehen.

© Michael Thomas

Letztlich stimmte die Mehrheit der 93 Delegierten dafür, eine strikte Ablehnung des Projekts im Kommunalwahlprogramm der CDU zu verankern. Zudem bestätigten die Christdemokraten ihre bisherigen Parteivorsitzenden Hendrik Hoppenstedt und Dirk Toepffer für weitere zwei Jahre im Amt.

Gegen den „Leinebogen“ hatten die Wegbereiter des Wahlprogramms, allen voran CDU-Regionsfraktionschef Eberhard Wicke, schon im ursprünglichen Entwurf des Papiers ihren deutlichen Widerstand bekundet. Landschaft und Natur in der Leineaue müssten erhalten bleiben, daher sei die Seenplatte abzulehnen.

Dagegen opponierte Rainer Beckmann, CDU-Mitglied und Vorsitzender des Immobilienvereins Haus und Grundeigentum. „Bevor wir etwas ablehnen, müssen die Fakten geklärt werden“, argumentierte er. Deshalb sei eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden, deren Ergebnisse die CDU abwarten sollte. Der „Leinebogen“ sei eine große Vision, ein Jahrhundertwerk, das von Tourismusmangern begrüßt werde und neue Arbeitsplätze schaffe.

Nun gehört Haus und Grundeigentum zu den Unterstützern der Machbarkeitsstudie, und so verwundert es nicht, dass Beckmann Schützenhilfe von Mady Beißner bekam, CDU-Frau und ebenfalls Mitglied im Vorstand des Eigentümervereins. „Wir dürfen eine Vision nicht im Keim ersticken, schneller können wir uns gar nicht ins Knie schießen“, sagte sie. Doch nicht nur Vertreter von Haus und Grundeigentum wollten eine Festlegung im Parteiprogramm vermeiden. „Im Grunde schlägt hier die Stunde echter Bürgerbeteiligung“, sagte Hannovers CDU-Chef Toepffer am Rande des Parteitags. Bestätige die Studie die Realisierbarkeit des Projekts, könnten die Bürger darüber abstimmen, ob sie den „Leinebogen“ wollen.

Solche Argumente wollte Fraktionschef Wicke nicht gelten lassen. Die Fakten seien längst bekannt, da könne sich die Partei nicht um ein Urteil „herumlügen“, meinte er. Harte Kritik kam auch von CDU-Frau Georgia Jeschke aus Herrenhausen. „Wenn wir uns nicht positionieren, geht die CDU im Nordwesten Hannovers baden“, sagte sie. Dem folgte die Mehrheit der Delegierten.

Für Zündstoff sorgte ein weiterer Passus im Programm: Ein Alkoholverbot in Stadtbahnen und Bussen soll die Sicherheit für Fahrgäste erhöhen. Dagegen wandten sich Vertreter der Jungen Union und plädierten für freies Trinken in öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber die „jungen Wilden“ fanden mit ihrem Vorschlag keine Mehrheit, so bleibt das Programm an dieser Stelle unverändert.

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