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Seeprojekt

Grüne finden Leinebogen im Norden von Hannover „arrogant“

Von Felix Harbart

„Arrogant, größenwahnsinnig und gegen die Menschen gerichtet“: Mit diesen Worten lehnt der umweltpolitische Sprecher der Regionsfraktion der Grünen das Seeprojekt Leinebogen im Norden Hannovers vehement ab. Eine künstliche angelegte Seenlandschaft sei etwas für Dubai, nicht für Hannover.
Im Norden von Hannover soll ein riesiger Freizeitsee entstehen.

Im Norden von Hannover soll ein riesiger Freizeitsee entstehen.

© Nico Herzog

Die Grünen in der Regionsversammlung lehnen die Pläne für das Seeprojekt im Norden Hannovers vehement ab. „Die Planung ist arrogant, größenwahnsinnig und gegen die Menschen gerichtet, die dort leben“, sagt Ulrich Schmersow, umweltpolitischer Sprecher der Regionsfraktion. „Eine künstlich angelegte Seenlandschaft ist ein Projekt für Dubai, aber nichts für uns in Hannover.“

Nach Ansicht Schmersows ist das Projekt schon rechtlich gar nicht umsetzbar, da es mit Vorgaben des Naturschutzes nicht vereinbar sei. Rechtliche Vorprüfungen hätten gezeigt, dass das EU-Schutzgebiet „Flora-Fauna-Habitat“ (FFH) einen solchen Eingriff in die Natur verbiete. „Damit steht das Vorhaben gar nicht erst zur Debatte“, sagt Schmersow.

Die Grünen verweisen auf den Wert des Gebietes als Auen- und als gewachsene Kulturlandschaft. Das Areal zwischen Herrenhausen und Garbsen werde von den Menschen in der Region als Naherholungsraum genutzt, sagt Schmersow. „Bei der Flutung des Leinebogens ginge dieser geschaffene Naherholungswert unter.“

Mit ihrer rechtlichen Einschätzung befinden sich die Grünen auf einer Linie mit der Regionsverwaltung. Die hatte schon vor einiger Zeit in einer sogenannten Vorprüfung festgestellt, dass die EU-Richtlinien dem geistigen Vater des Projekts, dem Architekten Peter Grobe, einen Strich durch die Rechnung machen würden. Allerdings hatten sie von der Möglichkeit gesprochen, dass Landes- und Bundesregierung bei der EU auf eine Ausnahmeregelung dringen könnten. Damit aber beträte man „Neuland“.

Neben den Grünen ist auch die CDU in Region und Stadt Hannover nicht willens, dieses Neuland zu betreten. Auch sie lehnt Grobes Projekt ab. Skeptisch zeigte sich zuletzt auch Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP), der kaum davon ausgeht, dass das Projekt die rechtlichen Hürden nehmen könnte. Zuvor hatten Vertreter der Liberalen aus Stadt und Region Sympathien für den Leinebogen geäußert. Auch Wirtschaftsvertreter und Hannover-Holding-Chef Michael Beck unterstützen das Projekt.

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