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Hannover soll einen riesigen Freizeitsee erhalten

Großprojekt „Leine-Bogen“ Hannover soll einen riesigen Freizeitsee erhalten

Neuauflage einer kühnen Idee mit veränderten Vorzeichen: Auf der Fläche der Leine-Auen zwischen Herrenhausen, Garbsen und Seelze soll ein riesiger Freizeitsee entstehen. Wohnungen mit Seeblick, wassernahe Spazierwege, Bootshäfen und Touristenattraktionen sind geplant. HAZ-Redakteur Conrad von Meding auf einem Ausflug zu neuen Ufern.

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Quelle: HAZ-Grafik

Es ist ein Projekt von gigantischen Ausmaßen: In der Leineaue zwischen Herrenhausen, Garbsen und Seelze soll ein Freizeitsee entstehen, der elfmal so groß wie der Maschsee werden soll. Gut 900 Hektar Wasser, aufgeteilt in drei mit Schleusen verbundene Seen, sind in Planung. Die Wasserfläche wäre fast halb so groß wie das Steinhuder Meer. Finanziert werden soll das Projekt über den Verkauf von Wohngrundstücken in Wassernähe und vom Profit des Freizeitbetriebs mit Wassersportanlagen, Jachthäfen und Gastronomie. Die Initiatoren erhoffen sich einen Imageschub für die gesamte Region Hannover und eine Steigerung des Freizeitwerts für die Bewohner.

Freizeitvergnügen Wassersport: Am Blauen See können Tempobegeisterte schon heute Wasserski fahren, und wen der Autobahnlärm nicht stört, der campt hier sogar. Das Seeprojekt würde für solche Freizeitbeschäftigungen deutlich mehr Flächen bieten.

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Ein Kreis engagierter Hannoveraner hat das Projekt entwickelt, das auf Plänen des Architekten Peter Grobe fußt. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie vorbereitet, mit der Öffentlichkeit und Politik von dem Nutzen des Projekts überzeugt werden sollen. Denn ein ähnliches Vorhaben war vor knapp 20 Jahren an Befürchtungen von Nachbargemeinden und Bedenken von Kommunalpolitikern gescheitert. Damals allerdings sollte der „Leinesee“ im Süden Hannovers zwischen Ricklingen und Pattensen mit etwa 550 Hektar Wasserfläche entstehen.

Das neue Projekt heißt „Leine-Bogen“, weil das Überschwemmungsgebiet der Leine in diesem Abschnitt wie in einer lang gestreckten Welle verläuft. Bei Hochwasser stehen weite Teile des Areals ohnehin unter Wasser, sonst weiden dort Schafe und Rinder, in Randbereichen sind Kleingärten angelegt. Die Planung für den „Leine-Bogen“ ist auf Jahrzehnte angelegt.
Größtes Problem dürfte der Naturschutz werden. Das Gebiet ist nicht nur als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, sondern zusätzlich als Sondergebiet nach Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie in Brüssel gemeldet. Um den Schutz aufzuheben, müsste die Bundesregierung einen Antrag bei der EU stellen.

Dem Vernehmen nach sind die politischen Spitzen von Stadt und Region eingeweiht, auch mit den Bürgermeistern von Seelze und Garbsen soll schon gesprochen worden sein. Mehrere Wirtschaftsgrößen unterstützen das Projekt, auch mit dem Wirtschaftsministerium soll es bereits Gespräche gegeben haben – eine Bestätigung dazu gibt es allerdings nicht. Auch zu Details des Projekts will sich derzeit niemand äußern. Nach HAZ-Informationen ist der Bau von bis zu 10.000 Wohnungen vorgesehen, vielfach mit Seeblick oder sogar Seezugang. Zudem soll es mehrere Jachthäfen und Marinas geben. Drei Einzelseen sind geplant, die über Schleusen miteinander verbunden sind, damit der Höhenunterschied der Leine ausgeglichen werden kann und die Uferböschungen nicht zu hoch werden.

Der „Süd-See“ zwischen der Schleuse Herrenhausen und der Bahnlinie wird der innenstadtnächste, aber mit 85 Hektar kleinste See. Zwischen Bahnlinie und Mittellandkanal soll der „Nord-See“ entstehen, er bildet das größte Einzelgewässer mit geplanten 430 Hektar. Im weiteren Verlauf der Leineaue ist schließlich bis zur Autobahn und der Freizeitanlage Blauer See der „West-See“ (390 Hektar) geplant. Ähnliche Projekte gibt es derzeit in ganz Deutschland, allerdings erreichen nur wenige diese Größenordnung – in der Regel werden solche Freizeitseen in Bereichen ehemaligen Tagebaus angelegt. Für Hannover und die angrenzenden Umlandstädte erhoffen sich die Initiatoren einen starken Impuls von dem Projekt. „Die Region würde große öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen und außerdem seine Attraktivität als Wohnstandort stark steigern“, sagt ein Insider.

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Foto: Das Leinesee-Projekt soll von drei Gutachten positiv bewertet worden sein.

Fast zwei Jahre lang war es still um die Idee eines künstlichen Freizeitsees im Westen Hannovers. Doch die Initiatoren haben im Hintergrund intensiv gearbeitet. Drei aufwendige Gutachten zur Realisierbarkeit des Millionenprojekts sind nach HAZ-Informationen abgeschlossen.

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