Erstmals hat sich ein politisches Gremium mit den Plänen für den Leinesee befasst: Alle Redner in der Regionsversammlung betrachten die Pläne für eine Flutung der Leineaue zwischen Herrenhausen und Seelze mit großer Skepsis. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Bodo Messerschmidt, bezeichnet in der von der CDU angestoßenen Diskussion das Projekt als „illusorisch“. Für die Grünen sagte Ulrich Schmersow, die Pläne hätten unter anderem wegen der seltenen Pflanzen und Tiere in diesem Gebiet keine Chancen auf Verwirklichung. Die Grünen befürchten auch, dass der Leinebogen vor allem für Wohlhabende gedacht sei, die sich dann Villen mit Blick aufs Wasser und Bootsanleger bauen könnten. Außerdem gebe es erhebliche Probleme mit dem Hochwasserschutz für Hannover, sollte das Projekt verwirklicht werden. Das befürchtet auch CDU-Fraktionschef Eberhard Wicke. „Das bedeutet doch, dass wir die halbe Innenstadt von Hannover unter Wasser setzen“, sagte er.
Regionspräsident Hauke Jagau meinte, so eine Vision sei nachdenkenswert. „Aber wir haben nicht unerhebliche Zweifel.“ Die Regionsverwaltung hatte eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet, die den rechtlichen Rahmen überprüfen sollte. Demnach wäre nach EU-Richtlinien ein derartiger Eingriff in die Natur nicht erlaubt. Außerdem sei es unzulässig, den natürlichen Gewässerzustand der Leine für einen Freizeitsee zu verändern.
Vor einer erneuten Diskussion in der Regionsversammlung soll aber zunächst die Machbarkeitsstudie der privaten Initiatoren des Leinebogens abgewartet werden. Erst dann will die Region endgültig entscheiden, was aus dem Projekt wird.
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