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Hannovers Schützen rüsten sich für Hitzewelle

Rekordtemperaturen zum Fest Hannovers Schützen rüsten sich für Hitzewelle

Hannover steht zum Schützenfest eine außergewöhnliche Hitzeperiode bevor – womöglich steigt das Thermometer sogar bis in die Bereiche des bisher verzeichneten Rekordwertes von 38,1 Grad vom 21. August 1943. Vor allem für den Schützenausmarsch wird das Folgen haben: Der Uniformzwang wurde aufgehoben.

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Beim Schützenfest 2006 wurden im Festzelt Temperaturen von 34 Grad erreicht. In diesem Jahr könnte es sogar noch heißer werden.

Quelle: Archiv

Hannover. Angesichts der heißen Temperaturen treffen die hannoverschen Schützen Vorkehrungen für den Ausmarsch am kommenden Sonntag. Für den Sonntag werden in der Innenstadt Temperaturen von bis zu 37 Grad erwartet, dazu wird es feucht-schwül. Damit alle Teilnehmer des Umzugs durchhalten, richten die Schützen entlang der Strecke vier Ausgabestellen für Mineralwasser ein, berichtete gestern Organisatorin Elke Schmiedeberg.

Der Verband Hannoverscher Schützenvereine hebt außerdem für seine Mitglieder den traditionellen Uniformzwang auf. „Manche Uniform­jacken sind sehr warm“, sagt Schmiedeberg. Die könnte man vielleicht weglassen, meint sie. Schmiedeberg selbst will sich zunächst selbst korrekt gekleidet in ihrer Schützenuniform auf den Weg machen. „Wenn es mir dann zu warm wird, hänge ich mir die Jacke über die Schulter.“

Im Jahr 2006 sei es beim Schützenausmarsch schon einmal ähnlich warm gewesen, erinnert sich Schmiedeberg. Auch damals hatten es die Vereine mit der Kleiderordnung eher locker genommen.

Mediziner Alfred Dehnbostel aus dem Nordstadtkrankenhaus empfiehlt ebenfalls leichte, luftige Kleidung. Schützen, die viele Orden und Ketten hätten, sollten überlegen, darauf während des Ausmarsches zu verzichten, meint er.

Besonders wichtig sei es, viel zu trinken, sagt der Oberarzt. Das gelte auch für die Zuschauer. Auf Alkohol sollte angesichts der Hitze gänzlich verzichtet werden. Außerdem rät der Experte Schützen und Zuschauern, sich vor der prallen Sonne zu schützen, zum Beispiel mit luftigen Hüten oder Regenschirmen. Der Ausmarsch startet am Sonntag um 10 Uhr, für diese Zeit rechnen die Meteorologen bereits mit Temperaturen von 30 Grad – im Schatten. In der prallen Sonne wird es deutlich wärmer werden.

In den vergangenen Jahren war der Zug rund drei Stunden durch die Straßen der Innenstadt unterwegs, wo durch die dichte Bebauung kaum ein Lüftchen weht. Meteorologe Lars Rohwer vom Hamburger Institut für Wetter- und Klimakommunikation rechnet mit Höchsttemperaturen von bis zu 37 Grad. Für die Schützen hätte es noch schlimmer kommen können: Nach dem derzeitigen Stand erwarten die Wetterexperten für den Sonnabend noch höhere Temperaturen.

Verantwortlich für die plötzliche Hitzewelle ist eine sehr seltene Wetterlage: Sowohl über der Ostsee als auch über den Alpen haben sich zwei stabile Hochdruckgebiete breitgemacht. Zwischen ihnen fließt heiße Luft aus dem Mittelmeerraum bis hier in den Norden.

Zwar ist es möglich, dass sich am Sonntag auch Wärmegewitter bilden, aber die große Abkühlung bleibt sicher aus. Auch an den darauffolgenden Tagen bleibt es sommerlich. Die Höchsttemperaturen sinken zwar unter die 30-Grad-Marke, aber es wird eine überwiegend sonnige Schützenfestwoche.

Experten raten zu Vorsicht beim Baden

Experten warnen vor zu sorglosem Umgang mit der Hitze. Beispielsweise kann ein Sprung ins kühle Wasser des Freibades oder des Badesees gefährlich werden. Denn durch die Hitze sind die Blutgefäße geweitet. Kommen sie dann plötzlich in die Kälte, ziehen sie sich zusammen, und das Herz muss dadurch innerhalb von Sekunden mit viel weniger Blut als zuvor auskommen. Das belastet den Kreislauf enorm. Besser ist es, den Körper langsam ans Wasser zu gewöhnen, raten Mediziner.

Wer braun werden will, sollte lange und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Das gilt vor allem für Kinder, die sich nicht ohne Kopfbedeckung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor im Freien aufhalten sollen.

Den Durst in diesen heißen Tagen stillen am besten Wasser, Saftschorlen und gekühlter Früchtetee. Um dem Wasser Geschmack zu geben, kann man eine Scheibe Zitrone oder Limette hineingeben. Die Getränke sollten aber keinesfalls eiskalt genossen werden, sondern nur etwas abgekühlt oder mit Eiswürfeln versehen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Auch die Hauptmahlzeiten dürfen der DGE zufolge bei Hitze gerne leichter sein als sonst. Alkohol bei Hitze ist dagegen problematisch, weil der Organismus dadurch noch mehr Wasser benötigt.     

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