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Hannovers erste Königin: Marga I.

Frauen im Schützenverein Hannovers erste Königin: Marga I.

Zum 486. Mal wird in Hannover das Schützenfest eröffnet. Viel hat sich eigentlich in all den Jahren nicht verändert, findet Marga Hartmann. „Und das ist gut so.“ Sie war die erste Stadtkönigin. In Schützenkreisen ist sie eine lebende Legende.

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Marga Hartmann ist in Schützenkreisen ist sie eine lebende Legende.

Quelle: Wallmüller

Hannover. Vor 60 Jahren allerdings war die heute 90-Jährige Hauptdarstellerin einer wirklich großen Veränderung des hannoverschen Schützenwesens: 1955 durften zum ersten Mal Frauen auf eine offizielle Scheibe schießen. Und Marga Hartmann war die erste Stadtkönigin. In Schützenkreisen ist sie eine lebende Legende.

In ihrem Haus am Fuße des Benther Berges sitzt die alte Dame auf ihrem Ledersofa und zeigt stolz das Bild von 1955 vor: Dutzende schneidige Stadtkönige sind um eine einzige Frau gruppiert: Marga Hartmann. An Widerstand der traditionsbewussten Schützenriege gegen die „Flintenweiber“ kann sie sich nicht erinnern. Im Gegenteil: „Die Männer haben uns damals auf Händen getragen“, sagt sie. Und wenn es was zu trinken gab, dann sagte sie nicht nein.

Ein aktuelles Bild verweigert die alte Dame: „Jungchen, wenn du mich unbedingt fotografieren willst, dann kannst du gleich wieder abzwitschern!“, ruft sie.

Mit 90 Jahren fühlt sich Marga Hartmann nicht mehr rüstig genug für ein Foto - die hannoverschen Schützen sollen sie kraftvoller in Erinnerung behalten. So kraftvoll, wie ihre Stimme und ihr Wille noch immer sind. Vor zwei Jahren hat sie zum letzten Mal mit einem Gewehr geschossen. „Freihand natürlich“, sagt sie. Viele Sportler schießen im Seniorenalter aufgelegt. Marga Hartmann hört lieber auf.

In den vergangenen 60 Jahren hat sie das hannoversche Schützenwesen mitgeprägt - als Sportlerin, als Fotografin und als Spenderin. Sogar das Heim des Vereins für Freihandschießen Hannover ist nach ihr benannt - 1994 in Wilkenburg eröffnet. Bei der Namensgebung spielte auch eine Finanzspritze der damals schon alten Dame eine Rolle.

Insgesamt dreimal wurde sie mit der Frauenmannschaft der hannoverschen Freihandschützen Bundessiegerin. 42-mal ist sie die Strecke des Schützenausmarsches zu Fuß gelaufen, 16-mal fuhr sie allein auf einer kleinen Kutsche. Hinter ihr prangte der Schriftzug „Stadtkönigin Marga I.“

Einen Mann fürs Leben hat Marga Hartmann indes nie gefunden. Den Grund dafür beschreibt sie in ihrem Buch „Ein weiter Weg“ von 2012. Ihre erste große Liebe kehrte aus dem Zweiten Weltkrieg nicht zurück - „und irgendwann habe ich dann nur noch Frauen geliebt“, sagt sie lapidar. „Aber da hat sich in den letzten 20 Jahren auch nichts mehr ergeben.“ Das Gay-People-Zelt auf dem Schützenplatz kam für sie zu spät. Marga Hartmann war ihrer Zeit eben in vielen Bereichen voraus.

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