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2013: Eine Stadt sieht wieder Grün
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Besucherrekord 2013: Eine Stadt sieht wieder Grün

Das hannoversche Schützenfest hat seine Schwächephase eindrucksvoll überwunden: Drei Jahre nach dem Krisenjahr 2010, das den Tiefpunkt in Sachen Besucherzahlen markiert hatte, bricht das Volksfest in diesem Jahr bisher alle Rekorde.

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Gute Laune im Zug: Die Teilnehmerzahlen beim Schützenfest brechen schon in den ersten Tagen alle Rekorde – trotz wechselhaften Wetters.

Quelle: Treblin

Hannover. Mehr als 250.000 Menschen und damit 100 000 mehr als im vergangenen Jahr waren am Sonntag beim 484. Schützenausmarsch dabei. „Die Stadt war so voll wie nie“, sagte Klaus Timaeus, Geschäftsführer des Vereins Hannoversches Schützenfest. Auch auf dem Festplatz war es voll wie lange nicht. Bereits an den ersten drei Tagen haben mit einer halben Million Besucher doppelt so viele Menschen das Schützenfest besucht wie im vergangenen Jahr.

Seit 2011 setzen die Schützenfest-Macher auf mehr Fahrgeschäfte, mehr Livemusik und die stärkere Einbeziehung der hannoverschen Gastronomen. Das scheint sich nun auszuzahlen. „Hannover ist im Schützenfest-Fieber“, sagt Timaeus.

Für die Schützen ist der Ausmarsch stets der Höhepunkt des Jahres. Rund 12 000 Teilnehmer, darunter 5000 Schützen, Folklore- und Sportgruppen sowie 100 Musikkapellen, zogen gestern bei mal sonnigem, mal wolkigem Wetter durch die Innenstadt. Auf der drei Kilometer langen Wegstrecke vom Neuen Rathaus zum Schützenplatz wurden sie von den Zuschauern auf den vollbesetzten Tribünen und am Straßenrand begeistert bejubelt. Schützenpräsident Paul-Eric Stolle führte den Zug gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Strauch und Hannovers Erstem Stadtrat Hans Mönninghoff an. Ganz vorne mit dabei waren auch Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP), der ein bekennender Fan des Schützenfestes ist, und FDP-Generalsekretär Patrick Döring.

Aus einer anderen Perspektive erlebte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) den Umzug. Als Hannovers Oberbürgermeister hat er jahrelang den Ausmarsch angeführt – als Ministerpräsident stellte er sich nun hinten an. Weil marschierte im letzten Zug in der Schützengesellschaft Groß-Buchholz von 1879 mit – dem Verein aus seinem Wahlkreis. „Das macht sogar noch mehr Spaß, als an der Spitze zu marschieren“, sagte Weil, der über seinem schwarzen Anzug eine Weste des Vereins trug. Die Schützen aus Groß-Buchholz waren stolz: „Das ist doch mal ein Ministerpräsident zum Anfassen“, befand Schützin Rosemarie Meese. Tatsächlich konnte sich Weil auf seinem Marsch vor Küsschen und Blumensträußen kaum retten.

Mit der Gelassenheit langjähriger Erfahrung blickte Günter Schilling in der Kutsche seines Vereins auf die Parade. Der 83-Jährige ist seit 60 Jahren Schütze in der Lindener Schützengesellschaft.  „Ich habe nur zwei Ausmärsche verpasst“, sagte er. „Für mich als Schützen ist es das höchste Fest des Jahres.“ Vor zwei Jahren musste Schilling wegen seines Alters die Gewehre abgeben: „Das tat schon weh.“

Unter ganz besonderer Beobachtung standen wie stets die Bruchmeister, die jeweils einen der vier Züge anführten. Für sie hieß es: Den Takt ein- und die Fahne geradehalten. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass die vier jungen Männer, die im Maritim-Hotel untergebracht sind, am ersten Festwochenende kaum zur Ruhe gekommen sind. „Wir haben in den zwei Nächten insgesamt vielleicht sechs Stunden geschlafen“, sagte der 18-jährige Hendrik Bader, der der Jüngste im Bunde ist. „Vor dem Ausmarsch war ich ziemlich aufgeregt.“ Bader war kurzfristig für Matthias Steinsieck eingesprungen, der nur drei Stunden vor der offiziellen Verpflichtung aus persönlichen Gründen vom Amt zurückgetreten war.

Um kurz nach 11 Uhr dann ließen sich die ersten prominenten Gäste auf der Tribüne am Schützenplatz nieder. Bürgermeister Bernd Strauch (SPD), die Bundestagsabgeordnete Edelgard Bulmahn, die Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf (SPD), SPD-OB-Kandidat Stefan Schostok und sein CDU-Pendant Matthias Waldraff, Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer, FDP-Ratsherr Wilfried Engelke und Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) winkten eifrig.

Derweil fuhr der stadtbekannte „Teufelsgeiger“ Charly Neumann in einer Kutsche vorbei – gemeinsam mit einem falschen Ernst August. Claus Schoenekaes sieht dem Adeligen zum Verwechseln ähnlich und gibt gerne den Doppelgänger. Unverkennbar hingegen war Camill Freiherr von Dungern mit seiner Niedersachsenmeute. Die Reiter und ihre Hunde gehören inzwischen zum Schützenfest wie die Lüttje Lage.

Den Liveticker zum Nachlesen finden Sie hier.

Stefanie Nickel und Heike Schmidt

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