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Umweltzone in Hannover Massive Kritik an Stadt Hannover wegen Umweltzone
Hannover Themen Umweltzone in Hannover Massive Kritik an Stadt Hannover wegen Umweltzone
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21:51 14.01.2011
Von Mathias Klein
Quelle: Martin Steiner (Symbolbild)

Zwar sage die Stadt immer wieder, dass sie kontrolliere, ob nur Autos mit grünen Plaketten unterwegs sind. „Faktisch stimmt das aber nicht“, sagte Resch. Weiterhin würden viele Autos mit falschen Plaketten in der Stadt fahren. Dadurch verringere sich der Effekt für die Umwelt. Jedes Auto, das ohne Partikelfilter fährt, verschlechtere die Luft in der Stadt.

Außerdem gebe es einen „untragbaren Zustand“ bei den Messstellen in der Landeshauptstadt, meinte Resch. „Es ist schwierig, mit den wenigen Daten aus Hannover vernünftig zu arbeiten“, sagte er. Auch hier müsse die Stadt endlich handeln. Unzufrieden ist die Umwelthilfe auch mit dem „großzügigem Umgang“ mit Ausnahmegenehmigungen für Autos ohne Partikelfilter. In Hannover gibt es derzeit nach Auskunft von Stadtsprecher Klaus Helmer rund 8100 Ausnahmegenehmigungen. Davon seien rund 64 Prozent an Gewerbebetriebe verteilt worden. Etwa 2300 Ausnahmegenehmigungen gelten demnach für Fahrzeuge, die nicht mit Filtern nachgerüstet werden können. Weitere 1900 Genehmigungen wurden wegen „wirtschaftlicher Härtefälle“ erteilt. 1500 Fahrzeuge hätten eine besondere Genehmigung bekommen, weil es sich um Wohnmobile und Werkstattwagen handelt. Zum Start der Umweltzone vor einem Jahr hatte die Stadt rund 3500 Genehmigungen für Autos ohne grüne Plakette erteilt.

In Berlin gebe es bei den Ausnahmegenehmigungen eine „viel intelligentere Lösung“, meinte Resch. Dort koste eine Sondererlaubnis „richtig Geld“ und die Genehmigung gelte immer nur für ein halbes oder ein ganzes Jahr.
Die Stadt Hannover könnte aber noch mehr tun, um den Schadstoffausstoß in der Umweltzone zu senken. Beispielsweise müsste der städtische Fuhrpark überprüft werden. Außerdem gebe es bei der Polizei noch Wagen ohne grüne Plakette, meinte der Chef der Umwelthilfe. Zudem regte er eine Strafgebühr für Busse ohne Partikelfilter an. Als Beispiel nannte er die britische Hauptstadt London, wo jeder Reisebus ohne Filter 1000 Pfund (umgerechnet rund 1200 Euro) für die Einfahrt zahlen müsse.

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