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Adventskalender Auf Spurensuche mit McAllister
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19:30 13.12.2010
Von Stefanie Kaune
Bitte Platz nehmen: David McAllister bittet zehn HAZ-Leser in sein Büro. Quelle: Nico Herzog

Gestern war er noch mit dem Verteidigungsminister zu einer Blitzvisite bei den in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten, heute Abend präsentiert sich Ministerpräsident David McAllister schon wieder als Gastgeber für zehn HAZ-Leser und öffnet die Tür zu seinem Amtszimmer. Ein wenig könnte der Besuch an seinem Arbeitsplatz in der Staatskanzlei einer Spurensuche ähneln, denn das eine oder andere Mal wird McAllister dabei auf Bilder, Möbel oder einen Humidor mit Zigarren deuten und sagen: „Das habe ich von meinem Vorgänger Christian Wulff geerbt.“ Ja, und ein Teil des Mobiliars stamme sogar noch aus der Zeit von dessen sozialdemokratischen Vorgängern Gabriel, Glogowski und Schröder, sagt der CDU-Landesvater.

Ein Ministerpräsidentenbüro kann eben nicht bei jedem personellen Wechsel komplett auf den Kopf gestellt werden – das würde schließlich alles Steuergeld kosten. Die beiden Ohrensessel aus Leder und dunklem Holz mit dem runden Tischchen dazwischen etwa hat McAllister übernommen, als er im Sommer in das ehemalige Büro des heutigen Bundespräsidenten Wulff einzog, auch das Ensemble mit den drei Flaggen von Deutschland, Niedersachsen und Europa. Doch das Minimodell der Kröpcke-Uhr, das auf dem Tischchen steht, das hat er höchstpersönlich dort platziert: „Die Uhr habe ich von meinem Antrittsbesuch beim Oberbürgermeister“, sagt McAllister. Ein populäres Symbol für die Landeshauptstadt mache sich gut unter all den eher staatstragenden Flaggen, findet er. Und Stephan Weil wird es freuen, dass sein Geschenk einen so prominenten Platz bekommen hat.

Die vier bunten, abstrakten Bilder des Malers Imi Knoebel, die an einer der Stirnseiten des 78 Quadratmeter großen Büros hinter McAllisters Schreibtisch hängen, stammen ebenfalls noch aus Wulffs Zeiten. Gleich darunter türmen sich auf einem langgestreckten Sideboard die täglich zu bearbeitenden Stapel mit Unterlagen, Reden und Terminen, von McAllisters Mitarbeitern nach einem bestimmten System geordnet. Schreibtischarbeit ist nun mal die Basis im politischen Geschäft.

Auch wenn er die vier Knoebels in Ehren hält, setzt McAllister in Sachen Kunst doch eigene Akzente. Das breite, gegenstandlose Werk auf der gegenüberliegenden Wand ist ein Geschenk von seinem Eröffnungsbesuch beim CFK-Forschungszentrum in Stade im September und wurde aus dem Zukunftswerkstoff CFK gefertigt (Carbonfaserverstärkter Kunststoff). Und an den Längswänden links und rechts davon ist er dann zu bewundern – der absolute Lieblingsmaler des Ministerpräsidenten. „Das sind zwei Otto Modersohns“, sagt McAllister fast andächtig zu den Landschaftsdarstellungen des Worpsweder Künstlers. Ein Bild ist eine Leihgabe des Landesmuseums, das andere gehört McAllister selbst. „Ich habe es von meiner Mutter geerbt“, erzählt er. „Meine Großmutter war eine geborene Modersohn.“

Auch sonst finden sich im Amtszimmer Dinge aus der persönlichen Sammlung des aktuellen Büroinhabers. So steht im neu aufgestellten Bücherregal unter anderem die „Niederrhein-Eule für politische Klugheit und Weisheit“, die der dortige CDU-Bezirksverband alljährlich vergibt – in diesem Oktober wurde McAllister ausgezeichnet. Geradezu begeistert ist er von dem Neudruck der sogenannten Ebstorfer Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert, die ihm ein Göttinger Uniprofessor geschenkt hat und die ebenfalls im Bücherregal lagert – ein geeigneter Wandplatz muss noch gefunden werden. Und dann gibt es da auch noch das Präsent von Heinz Mügge, Bürgermeister aus Düdenbüttel im Landkreis Stade, das der Ministerpräsident in Ehren hält: den gerahmten Spruch „Snacken is goot, wat doon is beter“. Reden ist gut, etwas tun ist besser. Passt für einen Regierungschef.

Wer sich heute von David McAllister sein Amtszimmer zeigen lassen möchte, muss bis 12 Uhr die Telefonnummer (0137) 8885005 anrufen (pro Anruf 50 Cent im Telekom-Festnetz, andere Netze eventuell teurer). Dabei sein können fünf Teilnehmer plus Begleitperson. Das Treffen beginnt um 18.30 Uhr.

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