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81 Architekten wetteiferten um das Schloss Herrenhausen
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Schloss-Serie 81 Architekten wetteiferten um das Schloss Herrenhausen

Seit 2010 wird das Schloss Herrenhausen mit modernem Innenleben rekonstruiert. 81 internationale Architekturbüros hatten sich auf den prestigeträchtigen Auftrag beworben, der möglichst originalgetreuen historischen Hülle des Schlosses ein Hightech-Innenraumkonzept zu implementieren. 

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Schlossbaustelle: Bis zur Eröffnung ist noch einiges zu tun in Herrenhausen.

Quelle: Rainer Droese

Hannover. Nach all den teilweise kruden Vorschlägen für eine Bebauung des Schlossgrundstücks kehrt in den achtziger Jahren so etwas wie Beruhigung an der Schlossfront ein - vielleicht war es auch Ermattung.

1990 flammt die Debatte noch einmal kurz auf, es gibt Vorschläge für ein Landesgästehaus mit Luxushotel („Landhaus Belvedere“). Bauhistoriker Günter Kokkelink empfiehlt in einer Replik, das Ensemble zur musealen Schutzzone zu erklären und den Wiederaufbau einzig im Typ des zerstörten Schlosses zuzulassen. Und tatsächlich werden die Diskussionen in den Jahren vor der Expo in diese Richtung gelenkt.

1998 gibt die damalige Preussag (heute: TUI) eine Nutzungsstudie bei den Architekturbüros Peter Grobe und Albert Speer in Auftrag, die Planungsvarianten für den Wiederaufbau durchspielen und erste Kostenschätzungen liefern. 2001 konkretisieren sich die Planungen des Architekten Grobe, das Schloss als Gartenkunstmuseum wieder zu errichten. Diese Idee nimmt vielen Gegnern einer Rekonstruktion den Wind aus den Segeln, denn ein Gartenkunstmuseum scheint in Herrenhausen eine sinnvolle Nutzung. Schon damals ist der Generalsekretär der Volkswagenstiftung in die Überlegungen eingebunden, kann aber als Stiftung einen Neubau nicht finanzieren. Auch der damalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg signalisiert grundsätzlich Unterstützung - wenn eine Finanzierung ohne städtisches Geld gelingt. Genau daran aber scheitert das Projekt.

Ein sinnvolles Schloss-Nutzungskonzept (fast) ohne öffentliches Geld umzusetzen: Dieser Spagat gelingt erst 2007 seinem Nachfolger Stephan Weil. Er bringt Wilhelm Krull, den Generalsekretär der Volkswagenstiftung und Freund von Schloss-Befürworter Grobe, wieder an den Tisch und erarbeitet mit ihm das Konzept, ein hochmodernes Konferenzzentrum an dem historischen Ort zu errichten. Da die Stiftung selbst weiterhin nicht bauen darf, wird eine Tochtergesellschaft gegründet, die das angeblich nur 20 Millionen Euro teure Projekt abwickelt. 2008 fallen alle wichtigen politischen Beschlüsse. Seit 2010 wird gebaut, am Freitag ist Eröffnung.

81 internationale Architekturbüros hatten sich auf den prestigeträchtigen Auftrag beworben, der möglichst originalgetreuen historischen Hülle des Schlosses ein Hightech-Innenraumkonzept zu implementieren. Der ursprüngliche Plan, den großen Konferenzsaal in den Ehrenhof nördlich vom Schloss zu legen, scheitert an technischen Hürden. Der Konferenzbereich liegt jetzt unter dem Gartenhof. Die Jury spricht sich für den Entwurf des Hamburger Büros Jastrzembski Kotulla (JK) aus, das gartenseitige Lichtschächte für den Kellerkonferenzsaal vorsieht und eine klare innere Gliederung des Bauwerks. In die Flügel soll ein Museum einziehen.

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