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Großer Bahnhof für Königliche Hoheiten
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Eugenie und Beatrice Großer Bahnhof für Königliche Hoheiten

Die Königlichen Hoheiten fahren im VW Transporter vor. Jungen und Mädchen der Rathaus-Kita winken mit britischen Fähnchen, Kamerateams säumen den roten Teppich, und der scheidende Oberbürgermeister Stephan Weil hat ein letztes Mal seine Amtskette angelegt, um Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie von York willkommen zu heißen.

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Besuch in Hannover: Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie von York

Quelle: Petrow

Hannover. Die Nummer fünf und sechs der britischen Thronfolge sind zur Schlosseröffnung nach Hannover gekommen. Doch nachdem sie bei ihrer ersten offiziellen Auslandsreise mit dem ICE aus Berlin eingetroffen sind, steht erst mal ein Besuch im Neuen Rathaus an.

„Sie haben heute gar keine Hüte auf“, sagt eine Besucherin hinter der Absperrung etwas enttäuscht. Schließlich haben die Schwestern bei der Hochzeit von ihrem Cousin William und Kate Middleton eindrucksvoll vorgeführt, dass man die Bedeutung extravaganter Kopfbedeckungen für die moderne Monarchie keinesfalls unterschätzen darf. Ansonsten wird viel gelächelt, viel gewunken und viel fotografiert, während Weil den Prinzessinnen die Stadtmodelle im Rathaus zeigt. Die 24-jährige Beatrice schaut ernst drein, als er ihr die Ruinenlandschaft von 1945 erklärt. Dann folgen sie - wie schon 1965 ihre Großmutter, die Queen, und 2002 ihr Vater, Prinz Andrew - gewissermaßen einer Familientradition: Sie tragen sich ins Goldene Buch ein.

Jede Minute ihres Aufenthaltes ist minutiös geplant: Das Mittagessen im Gästehaus der Landesregierung, die Visite bei Ministerpräsident David McAllister, der sie in der Staatskanzlei in fließendem Englisch begrüßt, die Fototermine im Schloss. Beide sind noch jung, aber sie machen vor, wie man im Blitzlichtgewitter eine steife Unterlippe behält. Für den Nachmittag stehen noch Besuche in der Tierärztlichen Hochschule auf dem Programm, wo sie eine Hörsaalpatenschaft übernehmen, und in der Kinderklinik der MHH.

Für einen Protokollchef ist so ein Prinzessinnenbesuch in etwa das, was ein DFB-Pokalendspiel für einen Dorfverein ist: „Es ist eine Herausforderung“, sagt Christian Held, Protokollchef im Rathaus. Wer die Autotür öffnet, wer wann welche Tür durchschreitet - nichts ist dem Zufall überlassen. Das britische Protokoll gilt als sehr strikt, und die ersten Schritte der Prinzessinnen auf internationalem Parkett stehen unter genauer Beobachtung. Auch aus England sind zahlreiche Journalisten nach Hannover gekommen: „Sie sind von dem großen Interesse selbst überrascht“, sagt eine Mitarbeiterin der Landesregierung, die die Prinzessinnen im Gästehaus getroffen hat.

Es sind noch nicht alle Eröffnungsreden im Schloss Herrenhausen gehalten, da lassen sich Beatrice und Eugenie höflich entschuldigen. Freundlicher Applaus begleitet die Stargäste des Tages aus dem Auditorium. Die Töchter von Prinz Andrew und Sarah „Fergie“ Ferguson haben dem Protokoll einen heimlichen privaten Termin abgetrotzt. Beide interessieren sich für Kunstgeschichte. Ganz ohne Politiker und Fernsehteams lassen sie sich von Gartendirektor Ronald Clark die Grotte zeigen, die Niki de Saint Phalle im Großen Garten gestaltet hat. Clark, selbst britischer Staatsbürger, hat 1987 schon Charles und Diana durch Herrenhausen geführt. Zum Abschied kredenzt er Beatrice und Eugenie Grotten-Anstecknadeln und Herrenhausen-Schokolade. „Die Grotte fanden sie toll“, sagt er anschließend. „Und das nicht nur aus Höflichkeit.“

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