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Kalkulation

Netto statt Brutto: Rechenfehler bei Schlossmuseum Herrenhausen

Von Felix Harbart

Der plötzliche Anstieg der Personalkostenkalkulation für das künftige Museum im Schloss Herrenhausen hängt offenbar mit eklatanten Rechenfehlern im Kulturdezernat der Stadt zusammen.
Kulturdezernentin Marlis Drevermann (rechts) soll sich verrechnet haben.

Kulturdezernentin Marlis Drevermann (rechts) soll sich verrechnet haben.

© Michael Thomas

Kulturdezernentin Dezernentin Marlis Drevermann (SPD) soll etwa bei den Personalkosten für sechs Mitarbeiter des Wachpersonals für das künftige Museum im Schloss Herrenhausen mit Nettobeträgen kalkuliert haben, bei denen die von der Arbeitgeberseite zu zahlenden Lohnnebenkosten fehlten. Zudem seien diese sechs Stellen in der ursprünglichen Berechnung aus dem Jahr 2009 die einzigen Posten im Bereich Personal gewesen. Mittlerweile habe man aber erkannt, dass zusätzlich eine Kraft an der Kasse sowie eine Springerkraft benötigt werde. Für einen Museumsshop, der in der Kalkulation aus 2009 noch gefehlt habe, werde eine weitere Stelle benötigt. Das berichten Teilnehmer einer vertraulichen Sitzung mit der Dezernentin.

Drevermann hatte am Donnerstag die kulturpolitischen Sprecher der Ratsfraktionen zum Gespräch gebeten, um sie darüber aufzuklären, warum die Personalkosten plötzlich 407.000 Euro betragen sollen anstatt 140.000, wie noch 2009 angenommen. Zur Begründung hatte Drevermann zuletzt darauf hingewiesen, dass inzwischen klar sei, dass ein unterirdischer Verbindungsgang zwischen den Schlossflügeln realisiert werden könne. Damit vergrößere sich die Ausstellungsfläche, es sei mehr Personal nötig. Diese Darstellung bezeichnete ein Teilnehmer der gestrigen Sitzung als „Quatsch“. Dieser Posten sei nicht so groß, dass er die Kostenexplosion rechtfertigen würde, heißt es nun.

Nach wie vor hat Drevermann jedoch laut Sitzungsteilnehmern die Vorstellung, das Schlossmuseum kostendeckend betreiben zu können. Dazu soll es Kombitickets mit den Herrenhäuser Gärten geben, außerdem soll das Museum wie die Gärten täglich für neun Stunden geöffnet sein. Für den Fall, dass die Rechnung doch nicht aufgeht, will Drevermann demnächst Notfallszenarien vorlegen, die ein Weniger an Personal und verkürzte Öffnungszeiten, etwa in auslastungsschwachen Zeiten, vorsehen. All das will Drevermann den Ratsmitgliedern kommende Woche in einer Drucksache näherbringen. Zudem soll es am 30. März eine Sondersitzung der beteiligten Ausschüsse geben. Die CDU will in der Fraktion schon am Montag diskutieren – über die Verfehlungen der Dezernentin an sich.

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