Hannover. „Allein in der kommenden Woche haben wir an fünf Tagen Veranstaltungen im Haus“, sagt Bernd Jaeger, Niederlassungsleiter von Hochtief Solutions.
Als „moderne und einzigartige Event-Location“ bewirbt der Pächter Hochtief Solutions das Schloss, das hinter seiner klassizistischen Fassade ein hochmodernes Tagungszentrum und einen Festsaal verbirgt. Für die kommenden Monate sind zahlreiche Kongresse und Symposien dort angesetzt. Die Volkswagenstiftung, die das 1943 zerstörte Schloss für mehr als 20 Millionen Euro wieder aufgebaut hat, wird hier an rund 100 Tagen im Jahr wissenschaftliche Veranstaltungen auf die Beine stellen. „Wir holen Spitzenforscher aus aller Welt nach Hannover“, sagt Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagenstiftung. Zudem zeigen Banken, Versicherungen und Firmen – darunter die Messe AG – Interesse daran, das Schloss zu nutzen.
Hochtief Solutions will den modern, eher kühl und schmucklos gehaltenen Festsaal, der Platz für bis zu 700 Besucher bietet, auch als Ort für klassische Konzerte bewerben. Außerdem gebe es Anfragen für eine Hochzeitsmesse und eine Modenschau. „Auch viele Brautpaare haben sich hier schon umgesehen“, sagt Christiane Peter, die für die Vermarktung zuständig ist. Konkrete Angaben dazu, was eine Hochzeit im Schloss kosten wird, wollte sie nicht machen. Die erste werde voraussichtlich auch erst im Herbst gefeiert, sagt sie: Derzeit laufen noch Verhandlungen mit dem Standesamt über die Modalitäten. Parteien dürfen das Schloss nicht buchen: „Es soll nicht für parteipolitische Veranstaltungen missbraucht werden“, sagt Krull.
Gleichwohl wird das Schloss am Freitag, zwei Tage vor der Landtagswahl, zur politischen Bühne: Unter den 270 geladenen Gästen sind nicht nur die Queen-Enkelinnen Prinzessin Eugenie und Prinzessin Beatrice, sondern auch Ministerpräsident David McAllister (CDU) und sein Herausforderer Stephan Weil (SPD). Ursprünglich war geplant, das Schloss erst in der kommenden Woche zu eröffnen – mit Bundespräsident Christian Wulff. „Das hatte sich dann aber erledigt“, sagt Krull in Anspielung auf dessen Rücktritt.
Zudem hätten die Spitzenkandidaten Weil und McAllister um den früheren Termin gebeten: „In der kommenden Woche könnte einer von beiden in einer etwas schwierigen Situation sein“, sagt Krull. Die Festrede wird heute anstelle von Wulff der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, halten. Sein Thema: „Freiheit durch Demokratie und Recht“.
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