Bagger schaufeln riesige Mengen Erde aus der Baugrube am Ehrenhof, Lastwagen rumpeln im Minutentakt über das Kopfsteinpflaster der Alten Herrenhäuser Straße, um den Sand abzutransportieren.
Die Anwohner des Pagenhauses unmittelbar neben der Baustelle scheint die Lastwagenkolonne bisher wenig zu stören. „Ich habe keinen Grund zur Klage“, sagt Nikolaj Georgiew, ein Bewohner des Fachwerkbaus. Zwar fahren an sechs Tagen in der Woche schwere Transporter dicht an seinem Fenster vorbei, aber die Erschütterungen seien erträglich. „Die Fahrer halten sich offenbar an die vereinbarte Drosselung des Tempos“, vermutet Georgiew.
Das mag auch daran liegen, dass es die Bauleitung am eigenen Leib spüren würde, falls das Pagenhaus zu zittern begänne. Denn die Ingenieure der IVA KG, eine Immobilientochter der Volkswagenstiftung, haben ihr Büro im Obergeschoss des Fachwerkhauses eingerichtet. „So können wir schnell nachsteuern und die Fahrer um eine geringere Geschwindigkeit bitten, falls es nötig ist“, sagt Jens Rehländer, Sprecher der Volkswagenstiftung, die den Schlossbau finanziert.
Zehn Meter tief wird die Grube neben der Orangerie ausgehoben, damit dort das Fundament für den unterirdischen Vortragssaal des künftigen Tagungszentrums gegossen werden kann. Da in den nächsten Tagen wieder mit Dauerfrost zu rechnen ist, könnte es mit der Buddelei bald vorbei sein. Dennoch gibt sich die Volkswagenstiftung optimistisch. „Wenn alles klappt, können wir im März mit dem Rohbau beginnen“, sagt Rehländer. Bisher liege man im Zeitplan, obwohl dieser recht „sportlich“ konzipiert sei. Im Herbst 2012 soll der 20 Millionen Euro teure Wiederaufbau des historischen Schlosses beendet sein.
Andreas Schinkel
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