Volltextsuche über das Angebot:

-1 ° / -9 ° wolkig

Navigation:
"Dark Souls 3": Mittelalter für Nervenstarke

Endboss "Dark Souls 3": Mittelalter für Nervenstarke

"Dark Souls" gilt als eine der schwierigsten Spielereihen unserer Zeit. Auch der dritte Teil ist ein gemeines Game, das den Spieler im Stich lässt. Die mindestens 40-stündige Kampagne gibt einem das Gefühl, immer wieder mit dem Kopf voran in eine Steinwand zu rennen – und macht unheimlich Spaß.

Voriger Artikel
"Quantum Break": Ein Actionfilm mit Knöpfen
Nächster Artikel
"Doom": Allein durch die Dämonen-Hölle

Hartnäckige Untote: Die Armee der Skelett-Krieger in „Dark Souls 3“ ist nicht totzukriegen – zumindest nicht lange.

Quelle: Bandai Namco

Siebenmal bin ich schon gestorben. Und das gleich im ersten Level. Langsam werde ich aggressiv. „Dark Souls“ gilt als eine der schwierigsten Spielereihen unserer Zeit. Auch im neuen Teil ist die Atmosphäre erdrückend. Kaputte Burgen, kaputte Verliese, kaputte Zauberwälder: Es wirkt, als hätte die Zombie-Apokalypse aus „The Walking Dead“ Mittelerde heimgesucht. An jeder Ecke faulen angriffslustige Skelett-Krieger und deformierte Zombie-Monster. Alles hier ist düster, eklig und tot. Und alles will mich umbringen. Warum, weiß ich gar nicht so genau. Denn die Story muss man sich mühsam aus kryptischen Dialogen zusammensetzen. Auch sonst lässt einen das Spiel im Stich: Es gibt keine Einführung in Inventar und Menüführung. Keine Erklärung, was das hier eigentlich alles soll. Man muss direkt alles töten – und dabei sterben. Immer und immer wieder.

„Dark Souls 3“ zu spielen ist ein bisschen, als würde man in wahnsinnigem Tempo gegen eine Steinwand laufen. Man knallt auf den Boden, flucht, steht auf und nimmt wieder Anlauf. Kann das Spaß machen? Ja, ja, ja! Denn der Nervenkitzel lässt die Gefühle hochkochen. Wenn der große böse Skelett-Zombie beim achten Versuch endlich gestorben ist, ist das wie eine Achterbahnfahrt mit Doppel-Looping: Man ist erleichtert, dass es vorbei ist, will aber direkt noch eine Runde. Also rennt man weiter zum nächsten, noch stärkeren Gegner, der einen natürlich tötet. Und dann ist auch der große, böse Skelett-Zombie wieder am Leben. Es ist ein ewiges Auf und Ab zwischen Euphorie, Adrenalin und Angst. Der wahre Endboss sind die eigenen Fehler. „Dark Souls 3“ ist Mittelalter für geduldige Perfektionisten.

Die wenigsten haben den nötigen Atem, um sich durch das gesamte Abenteuer zu quälen, geschweige denn die Zeit. Auch ich gebe nach etwa 90 Toden auf. Den Rest gucke ich mir dann doch lieber auf Youtube an, bei Leuten, die darin besser sind als ich – aber trotzdem genauso sehr leiden.

Von Joss Doebler

Foto: „Dark Souls 3“ (USK 16) gibt es für PC, Xbox One und PS4.

„Dark Souls 3“ (USK 16) gibt es für PC, Xbox One und PS4.

Quelle: Bandai Namco
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Endboss
Die junge HAZ
ZiSH – die junge HAZ

ZiSH – das ist die junge Redaktion der HAZ. Einmal wöchentlich treffen sich junge Autoren bei der HAZ, um zusammen mit Redakteuren die ZiSH-Seiten zu planen, die zweimal pro Woche in der gedruckten HAZ erscheinen. Zum festen Team von ZiSH gehören: Karsten Röhrbein (Leitung), Joss Doebler, Isabell Rollenhagen, Manuel Behrens und Ansgar Nehls. Wer Ideen hat oder Lust hat mitzumachen, erreicht die Jugendredaktion per E-Mail: zish@haz.de.

22. Februar 2018 - ZiSH in Lachen

Schüchterner Schatten, kumpeliger Quatschveteran oder selbstbewusster Aufschneider – als Student kommt man kaum an Praktika vorbei und jeder Praktikant ist anders. ZiSH stellt acht Typen vor. Der Unsichtbare: Verstecktes Talent Wie ein Schatten bewegt er sich durch die Bibliothek.

mehr