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Neue Platten So klingt das Album "Tilt" von Maeckes
Hannover ZiSH Neue Platten So klingt das Album "Tilt" von Maeckes
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14:24 21.10.2016
Seine Texte erinnern an Casper und Prinz Pi: Rapper Maeckes. Quelle: Nico Woerhle

Wenn ein Gegenstand kippt und umzufallen droht, gibt es diesen einen Moment, in dem er in der Schräge stehen bleibt. In dem sich entscheidet, ob er fällt oder nicht. Auch bei Menschen gibt es diese Schräglage. Das vierte Album „Tilt“ vom Stuttgarter Rapper Maeckes erzählt davon.

Momente, die einen im Leben zu Fall bringen können, sind: hoffnungslose Liebe („Marie-Byrd-Land“), Scheitern („Loser“), der Tod („Urlaubsfotograf“) und zu verstehen, wie dumm diese Menschheit ist („Atomkraftwerke am Strand“). Maeckes beschreibt sie mal nüchtern, mal melancholisch, mal zynisch – aber nie distanziert. Er weiß, so scheint es, um das Gefühl der Schräge.

Seine Texte sind dabei gleichermaßen verschachtelt und kompliziert wie auch poetisch und konkret. „Damit alles so bleibt, wie es ist, musst du nur schnell genug an der Tischdecke ziehen“, rappt er zum Beispiel in „Inneres/Äußeres“. In „Atomkraftwerke am Strand“ vergleicht er die Erde mit einem Lamborghini: „Wir seh’n im Rückspiegel die Enkel, aber erfinden lieber Airbags, als zu lenken.“ Mit solchen Texten erinnert Maeckes an Rap-Kollegen wie Prinz Pi oder Casper.

Der Sound mancher Songs hat etwas von Caspers schwermütiger Dramatik, andere wiederum ähneln Schlafliedern oder gar fröhlichen Werbesongs („Irgendniemand“). Darin heißt es: „Ich will jemand sein, der das Leben erträgt, mit all seinen Fehlern.“ Genau dafür ist das neue Album des Die-Orsons-Mitglieds da.

Von Maike Brülls

Infos zum Album

Maeckes: „Tilt“, Universal. 
www.maeckes-musik.de

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