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Neue Platten Kaizers Orchestra: Der Pop-Tragödie erster Teil
Hannover ZiSH Neue Platten Kaizers Orchestra: Der Pop-Tragödie erster Teil
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20:04 31.01.2011
Nach zwei Jahren Plattenpause kommt nun Teil eins einer Konzeptalbum-Trilogie mit jeweils zehn Songs Quelle: Handout

Die sechsköpfige, norwegische Band Kaizers Orchestra hat sich in England und Resteuropa mit vier Studioalben und unzähligen Auftritten eine große Fangemeinde erspielt – obwohl dort kaum jemand die märchenhaften Texte von Sänger Janove Ottesen verstehen dürfte.

Das hat zwei Gründe: Die Alben sind formschöne Sammelbecken voll mit Pop-Arrangements, Klangideen von Klezmer bis Gypsy und Mitsing-Passagen. Liegen die Texte beim ersten Hören noch schräg im Ohr, lässt man sie bald los und füllt – wieder ganz Kind – den linguistischen Leerraum mit Fantasietexten. Die Liveauftritte der Band mit ihren Orgeln und Ölfasstrommeln sind zudem dermaßen großartige Gypsy-Punk-Zirkus-Shows, dass Worte in den Hintergrund treten.

Nach zwei Jahren Plattenpause kommt nun Teil eins einer Konzeptalbum-Trilogie mit jeweils zehn Songs, die das traurige Aufwachsen der jugendlichen Protagonistin Violeta mit entnervtem Vater und exzentrischer Mutter orchestriert. Die Norweger gehen dabei den beim Vorgänger „Maskineri“ eingeschlagenen Weg hin zu theatralem Pop weiter. Es gibt dahinpoppende Nummern wie „En For Orgelet, En For Meg“ oder das in Hives-Manier gespielte „Din kjole lukter bensin, mor“ für die Indie-Disco.

Den Punk-Einschlag der ersten Platten gibt es nur noch auf der Bühne. Macht nichts, „Violeta Violeta“ ist ganz großes Theater.

Gerd Schild

Kaizers Orchestra: „Violeta Violeta (Vol 1)“,
Petroleum (Rough Trade).
www.kaizers.no

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