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ZiSH Was an Omas Weisheiten dran ist
Hannover ZiSH Was an Omas Weisheiten dran ist
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12:31 15.11.2016
Quelle: iStock
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... mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Generell ist die Nahrungssuche für alle Tiere mühsam. Warum also gerade das Eichhörnchen? Ich kann mir vorstellen, dass es durch seine quirlige, fleißige Art den Eindruck erweckt, besonders bemüht nach Nahrung zu suchen. Im Herbst sammelt es Nüsse und Früchte, um sie für den Winter zu verstecken. Für Winterschlaf hat das Eichhörnchen allerdings keine Zeit, denn die versteckte Nahrung muss vor anderen gefräßigen Tieren geschützt werden. Leicht hat es das unscheinbare Tier auf keinen Fall.

Dr. Oliver Keuling, Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Hannover

... zu viele Köche verderben den Brei
Das kann ich auf jeden Fall bestätigen. In jeder professionellen Küche, vom kleinen Bistro bis zum großen Caterer, kümmert sich beim Kochen eine Person um einen Teil des Gerichts. Also macht ein Koch den Brei, einer die Soße, einer das Fleisch und einer den Nachtisch. Was wäre das sonst für ein Durcheinander? Die Zuständigkeiten werden am Anfang des Tages verteilt und bis zum Ende durchgezogen.

Ralf Mattson, Betriebsleiter der Kantine Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover

... wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert
Dieser uralte Spruch ist in der Debatte um die Abschaffung des Kleingeldes aktueller denn je. Die Deutschen hängen sehr an ihrem Bargeld, also denke ich nicht, dass die Ein-, Zwei- und Fünfcentmünzen in absehbarer Zeit abgeschafft werden. Den Spruch „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“ kann man wunderbar auf alle Lebenslagen ummünzen. Es geht darum, die kleinen Dinge zu schätzen und zu erkennen, dass auch der besagte Pfennig dazu beiträgt, etwas Großes zu schaffen. Das ist auch ein Vorteil beim Bezahlen mit Bargeld: Man sieht, was man ausgegeben hat, und spürt seine „Taler und Pfennige“ in der Hand. Die Chance, sich zu verschulden, sinkt dadurch – da das eigene Konsumverhalten viel bewusster wahrgenommen wird.

Renate Schmidt-Temmelmann, Leiterin  Unternehmenskommunikation der Sparkasse Hannover

... der frühe Vogel fängt den Wurm
Wie man als Frühaufsteher hören kann, sind viele Vögel tatsächlich in den frühen Morgenstunden aktiv. Das liegt einfach daran, dass sie Hunger haben und, wie wir Menschen unseren Kaffee, erst einmal Nahrung brauchen, um in den Tag zu starten. Auf den sogenannten frühen Wurm haben es hier in Hannover vor allem Rotkehlchen und Amseln abgesehen.  Andere hier beheimatete Vogelarten wie Finken und Spatzen ernähren sich lieber von Körnern. In meinem Beruf als Vogelberinger (er bringt Metall- oder Plastikringe an Füßen oder Flügeln an, Anm. d. Red.) auf Helgoland trifft der Spruch „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ auf jeden Fall zu. Man muss sehr früh aufstehen, um etwas zu schaffen, denn gegen halb zehn ist die Aktivität der Vögel schon wieder vorbei.

Dr. Wolfgang Jakob, Institut für Tierökologie und Zellbiologie in Hannover

... 100 Bürstenstriche bringen glänzendes Haar
Das kommt  ganz auf die Bürste an. Stell dir einen Tannenzapfen vor. Wenn man den 100-mal aufraut, wird er auch irgendwann glatt. Den Mythos, dass man genau 100-mal bürsten sollte, kann ich allerdings nicht bestätigen. Ich empfehle für glänzendes Haar lieber die Kombination aus Föhn und Bürste. Durch die Hitze wird das Kreatin, aus dem die Haare bestehen, aufgeweicht, und es lässt sich dadurch verformen. Beim Auskühlen bleiben sie dann in der gewünschten Form.

Linda Lindblom, Friseursalon Trionauten in der Nordstadt

... vom Fernsehen bekommst du viereckige Augen
Die Röhrenfernseher zu Omas Zeiten waren auf jeden Fall deutlich schädlicher als die modernen Bildschirme von heute. Das mit den viereckigen Augen ist natürlich trotzdem Quatsch! Medizinisch gesehen kann das Auge einiges an Fernsehen wegstecken. Nachweisbar schädlich ist zu viel Fernsehen aber für Kinder, die kurzsichtig veranlagt sind. Diese brauchen bis zu 14 Stunden Tageslicht am Tag. Das schont nicht nur die Augen, sondern ist für den Körper auch sonst viel gesünder, als den ganzen Tag vor der Glotze zu sitzen.

... wenn du weiter so mit den Augen schielst, bleiben die irgendwann so stehen
Da ist was dran, es gibt aber eine Lösung dagegen. Wenn Kinder zum Beispiel nach innen schielen, verstärkt sich die Fehlstellung der Augen, wenn man sie nicht mit einer Brille ausgleicht. Das Ganze hängt mit der sogenannten Akkommodation zusammen. Das ist die dynamische Anpassung der Brechkraft des Auges. Diese geht mit zunehmendem Lebensalter allmählich verloren. Wenn die Augen also nicht mehr parallel stehen oder man Kopfschmerzen vom Sehen bekommt, sollte man schleunigst einen Augenarzt aufsuchen.    

Dr. med. Karsten Hufendiek,  Oberarzt Universitätsklinik für Augenheilkunde der MHH

... Kunst kommt von Können
Tatsächlich hängen Kunst und Können zusammen, wenigstens wortgeschichtlich. Die etymologischen Wörterbücher weisen darauf hin, dass das Substantiv wohl schon im Althochdeutschen vom Verb abgeleitet wurde. Im Althochdeutschen des 9. Jahrhunderts bezeichnete Kunst allerdings noch ganz allgemein jede Form von Kenntnis und Wissen. Das Wort bezog sich anschließend vor allem auf handwerkliche Fertigkeiten und andere Kompetenzen. Das sieht man beispielsweise noch in Wörtern wie Heilkunst, Kochkunst oder Staatskunst. Der schöpferische Aspekt und der ästhetische Anspruch, den wir heute in der Regel mit dem Wort Kunst verbinden, war also zunächst noch nicht Teil der Bedeutung. Diese Bedeutungsverengung hat nach allgemeiner Auffassung erst im Laufe des 18. Jahrhunderts stattgefunden. Dabei werden feststehende Wendungen wie „die schönen Künste“ wohl eine Rolle gespielt haben.

Prof. Dr. Matthias Hüning, Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften, Freie Universität Berlin

Aufgezeichnet von Tim Wegener

Stimmt ja gar nicht!

In der Ehe ist oft vom verflixten siebten Jahr die Rede. In diesem Jahr, so heißt es, ist die Wahrscheinlichkeit einer Trennung am größten. Die Statistik sagt allerdings etwas anderes. Im sechsten Jahr werden die meisten Ehen geschieden. Geht man davon aus, dass einer Scheidung noch einige Formalitäten vorausgehen, dann hielt die Ehe tatsächlich nur vier oder fünf Jahre.

Ein hartnäckiger Mythos besagt, dass wir Menschen nur einen Bruchteil unserer Hirnkapazität nutzen. Die Zahlen schwanken bei dieser Behauptung. Mal heißt es, wir nutzen nur 25 Prozent, an anderer Stelle sind es gar nur 10. Dies als Ausrede für menschliches Fehlverhalten zu nutzen wäre allerdings falsch. Denn MRI- und PET-Untersuchungen zeigen, genauso wie biochemische Verfahren, keinerlei inaktive Bereiche im Gehirn.

Ernährungsexperten und Fitness-Blogs geben es immer wieder vor: Der Mensch braucht zwei Liter Wasser am Tag. Dafür gibt es allerdings keine medizinischen Beweise, eher geht es um die benötigte Flüssigkeit. Diese findet man auch in anderen Lebensmitteln.Oder um es mit den Worten von Helmut Schmidt zu sagen: „Cola trinke ich sehr selten. Zu Hause trinke ich Obstsäfte, Kaffee oder Tee, das ist genug Wasser, und bisweilen einen Whiskey.“

Ein Matrose, der durch den Konsum von reichlich Dosenspinat in Sekunden monströse Muckis bekam, etablierte den Mythos vom besonders eisenhaltigen Spinat. Gerne wiesen unsere Eltern und Großeltern auf Popeyes starke Arme hin, wenn sie uns den Spinat schmackhaft machen wollten. Leider zieht dieses Argument nicht mehr, wenn man weiß, dass das tatsächlich im Spinat enthaltene Eisen für den Menschen per Verdauung noch nicht einmal verwertbar ist. Der Ursprung der Legende entstand übrigens 1890, als der Physiologe Gustav von Bunge erstaunliche 35 Prozent Eisengehalt bei getrocknetem Spinat feststellte. Das dieser allerdings bei frischem Spinat zehnmal niedriger ist, wurde mit der Zeit offensichtlich vergessen.

Tim Wegener

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