Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Arbeiten gegen Kost und Logis in Frankreich

Ideen fürs Gap Year Arbeiten gegen Kost und Logis in Frankreich

Abi - und was dann? Drei junge Frauen erzählen, was sie in ihrem Gap Year auf einem Biobauernhof in Frankreich und beim Work-and-Travel in Neuseeland erlebt haben.

Voriger Artikel
Warum diese junge Frau Bäuerin werden will
Nächster Artikel
Work & Travel in Neuseeland

Latzhose und los: Marilia Behr arbeitet für Kost und Logis drei Wochen lang auf einem Bauernhof in Frankreich.

Quelle: Behr

Marilia Behrs Muskeln brennen, als sie die mit Kürbissen beladene Schubkarre  den Hang hinaufschiebt. Nach den vielen Ladungen Kürbisse, die sie zum Putzen und Lagern schieben muss, geht ihr langsam die Puste aus – doch körperliche Arbeit gehört bei der freiwilligen Hilfe auf dem französischen Bio-bauernhof dazu.
Über das Internet-Netzwerk WWOOF (World-Wide Opportunities on Organic Farms) organisierte die 18-Jährige ihren dreiwöchigen Aufenthalt in Frankreich. Mehr als 6 000 ökologische Bauernhöfe in über 100 Ländern, von Island über Marokko bis hin zu Panama, nehmen am Programm teil. Junge Menschen können so aus erster Hand lernen, wie Landwirtschaft funktioniert und Lebensmittel produziert werden.

Arbeiten für Kost und Logis

In Frankreich erlebte Marilia den Alltag auf dem Hof. Vormittags erledigte sie rund fünf Stunden lang vor allem anfallende Aushilfsarbeiten. Sie pflanzte Knoblauch ein, fegte die Küche, riss Bodenpflanzen aus. Nachmittags hatte Marilia frei. Dann radelte sie durch den Wald, erkundete andere Dörfer oder ging schwimmen.
Für ihre Arbeit bekam Marilia die Verpflegung und Unterkunft auf dem Hof gratis – aber kein Geld. Den Auslandsaufenthalt über die Organisation WWOOF zu planen ist viel einfacher, als ein Work-and-Travel-Jahr selbst zu organisieren. Eine Anfrage an die Farm per Mail oder übers Telefon reicht: Meistens ist noch Platz. Dann kann schon der Flug gebucht werden. Wer weiterreisen will, kann das ganz spontan machen. Einen Vertrag gibt es nämlich nicht.  
„Das läuft auf Vertrauensbasis“, erklärt Marilia. Dennoch ist das zusätzliche Paar Hände als Hilfskraft für den besprochenen Zeitraum eingeplant. Wie lange man bleibt, ist von Hof zu Hof unterschiedlich: Der Zeitraum reicht von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Manche WWOOFer reisen sogar ein Jahr lang von Farm zu Farm.

Auch das Ernten von Bohnen gehört zu Marilias Aufgaben.

Auch das Ernten von Bohnen gehört zu Marilias Aufgaben.

Landleben günstig entdecken

Marilia hattte im vergangenen Oktober nach einer kurzfristigen Möglichkeit gesucht, allein ins Ausland zu reisen, und entdeckte die Webseite. „WWOOFen ist einfach eine gute Möglichkeit, ein Land kostengünstig  zu entdecken.“ Vor ihrem Besuch auf dem französischen Bio-Bauernhof hatte Marilia als Städterin keinen Kontakt mit der Landwirtschaft, sie interessierte sich jedoch sehr für einen naturverbundenen und umweltbewussten Lebensstil.
Auf der Farm wohnte die 18-Jährige als einzige WWOOFerin während ihres Aufenthaltes im Oktober. Im Frühling und Sommer sind mehr Leute unterwegs. Mit den Hofbesitzern verstand sie sich gut. „Die beiden sind ein altes Hippie-Ehepaar. Solche Leute hätte ich sonst niemals kennengelernt.“ Da auf dem Hof ein reger Betrieb herrscht, knüpfte Marilia auch schnell Kontakte zu Einheimischen. Durch das enge Zusammenleben hat Marilia gleichzeitig einen guten Einblick in die Kultur und den Alltag in Frankreich bekommen.  Besonders dem gemeinsamen Essen widmeten die Hofbesitzer auf typisch französische Art viel Zeit und Aufmerksamkeit.

Lebensmittel wertschätzen

Andersrum freuten sich die Hofbesitzer auch sehr, eine junge WWOOFerin zu Besuch zu haben. Die Teilnehmer an dem Programm sind eher um die 30 Jahre alt. Sie sehen sich nach neuen Lebensmöglichkeiten in dem alternativen Netzwerk um. Gerade den jungen Leuten wollen die Hofbesitzer jedoch vermitteln, wie viel Arbeit in Lebensmitteln  steckt.  
Und so schob Marilia trotz Muskelkater weiterhin Kürbis um Kürbis den Berg hinauf und sagt heute: „Wertschätzen kann ich die Lebensmittel im Supermarkt jetzt auf jeden Fall.“ Anna Neela Urban

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der HAZ. Du willst auch mitmachen? Dann bewirb dich gerne! mehr

6. Februar 2018 - ZiSH in Leben

Mit 19 Jahren weiß Anneke Dusche schon, dass sie den Hof ihrer Eltern übernimmt und Landwirtin werden will. Ein Besuch auf dem Familienbetrieb. Strohballen umladen steht auf dem Programm.

mehr