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ZiSH Das Jahr macht die Musik
Hannover ZiSH Das Jahr macht die Musik
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17:03 29.12.2017
Casper und alt-J haben es gleich mehrmals in die Top 5 der Lieblingsalben unserer Autoren geschafft. Quelle: Mark Solarski

Manuel Behrens...

...graut es schon jetzt vor dem WM-Song des Jahres 2018.

Album des Jahres: „Where are we gonna go now that our twenties are over?“ zieht sich als Leitfrage durch „After the Party“ von The Menzingers. Selten wurde das Altern so treffend und schön vertont.

Platz 2: „Victory Lap“ von Propa­gandhi 

Platz 3: „Emperor of Sand“ von Mastodon

Platz 4: „Eskapist“ von The Hirsch Effekt 

Platz 5: „Light It Up“ von Hot Water Music

Song des Jahres: „The Evil Has Landed“ von Queens of the Stone Age ist Riffgefrickel in Perfektion. Der Rest der neuen Platte „Villains“ kann da leider nicht ganz mithalten.

Heimlicher Hit: Viel geschmeidiger als vorher gedacht ist die Supergroup Prophets of Rage (Rage Against The Machine, Public Enemy und Cypress Hill) mit  ihrem Debüt um die Ecke gekommen.

Enttäuschung des Jahres: Mehr als drei anständige Songs haben die Foo Fighters seit Jahren nicht auf ein Album bekommen – so auch bei „Concrete & Gold“.

Sirany Schümann...

...war im Jahr 2017 das erste Mal seit langem auf keinem einzigen Musikfestival.

Album des Jahres: „Pure Comedy“ von Father John Misty. Ein Abgesang auf die Welt mit klugen Lyrics, die wortgewaltig, berührend,witzig und zynisch zugleich die Apokalypse heraufbeschwören. Episch!

Platz 2: „Love What Survives“ von Mount Kimbie

Platz 3: „Lotta Sea Lice“ von Courtney Barnett & Kurt Vile

Platz 4: „Ti Amo“ von Phoenix

Platz 5: „s/t“ von Cigarettes After Sex

Song des Jahres: „Feel It Still“ von Portugal. The Man. Wer hätte gedacht, dass die einst experimentelle Band mal mit einem solchen Hit in den Charts landen und die Tanzflächen füllen würde?

Heimlicher Hit: Neuer Rap von Yung Hurn, Crack Ignaz und Konsorten. Ich fühle mich fast zu alt für druffe Texte – und kann doch nicht weghören.

Enttäuschung des Jahres: „The Far Field“ von Future Islands ist solide, doch nicht hervorstechend. Aber nach dem letzten Album hatte ich vielleicht auch unrealistische Erwartungen an den Nachfolger. 

Tim Klein...

...fürchtet sich vor dem nächsten Cro-Album und vor Ed Sheerans neuer Platte.

Album des Jahres: Mit „I Decided“ erreicht US-Rapper Big Sean nun schon zum dritten Mal Platin-Status. Songs wie das schnelle, motivierende „Bounce Back“ und das langsame, nachdenkliche „Sunday Morning Jetpack“ zeigen, warum. 

Platz 2: „Painting Pictures“ von Kodak Black 

Platz 3: „Revival“ von Eminem 

Platz 4: „Double or Nothing“ von Big Sean und Metro Boomin 

Platz 5: „Project Baby 2“ von Kodak Black 

Song des Jahres: Mit „Rollin“ schafft Calvin Harris einen Mix aus R’n’B und modernem Funk, der Roadtrip-Potenzial hat. 

Heimlicher Hit: Mit dem Song „One Way“ feiert der R-’n’-B-Soul-Sänger 6lack zusammen mit Rapper T.I. den einjährigen Geburtstag seines Debütalbums „Free 6lack“. Wenn Rapper an gefühlvollen Songs mitarbeiten, kann das schnell schiefgehen – aber nicht in diesem Fall. 

Enttäuschung des Jahres: Mit „Die bunte Seite der Macht“ sind SDP mit ihrem neuen Schlager-Touch am musikalischen Tiefpunkt angelangt.

Maike Brülls...

...hätte sich 2017 ein Anti-Trump-Album von System Of A Down gewünscht.

Album des Jahres: Niemand zelebriert Melancholie so schön wie The xx. „I See You“ ist der Beweis. Den klaren Melodien des britischen Indie-Pop-Trios kann man nachhängen wie sonst nur den eigenen Gedanken. Lieblingssong: „Lips“.

Platz 2: „What if“ von Pentatones 

Platz 3: „Magic Life“ von Bilderbuch 

Platz 4: „Relaxer“ von alt-J 

Platz 5: „Lang lebe der Tod“ von Casper 

Song des Jahres: „Moon River“ von Saccao und Anturage. Der Song fängt minimalistisch an und steigert sich dann bis zu einer so eingängigen sowie tanzbaren Melodie, dass er in jedem Techno-Set drin sein sollte.

Heimlicher Hit: Haiytis „Dope Game“ ist ein gutes Beispiel für das Phänomen Cloud Rap – der schrille Mix aus Auto-Tune, Trap-Beat und simpler Hook ist nervig und spaßig zugleich. 

Enttäuschung des Jahres: Dass ein Sommer ohne Fusion-Festival trotz der schönen Alternativen ein trauriger Sommer ist, hat 2017 mich gelehrt.

Greta Friedrich...

...entdeckte bei Radio Tonkuhle ungewöhnliche Musikrichtungen.

Album des Jahres: Unterstützt vom Filmorchester Babelsberg präsentiert Rhonda auf „Wire“ einen Neo-Soul, der perfekt in einen James-Bond- oder Tarantino-Streifen passen würde. Atmosphärisch!

Platz 2: „Sei ein Faber im Wind“ von Faber

Platz 3: „Divide“ von Ed Sheeran

Platz 4: „The Selection“ von Gentleman

Platz 5: „Fragen über Fragen“ von Balbina

Song des Jahres: „Shape of You“ von Ed Sheeran – dem sommerlich-leichten Schmachtsong konnte sich dieses Jahr niemand entziehen. Dauerohrwurm.

Heimlicher Hit: „Showdown“ von Bela B. Er karikiert die Italo-Western der Sechziger und macht ihnen zugleich eine Liebeserklärung. Dazu passt ein Whatsapp-Video: Ein kleiner Busch wird einsam durch die Prärie geweht. Das Tumbleweed-GIF, bitte!

Enttäuschung des Jahres: Der Soundtrack zur vierten „Sherlock“-Staffel kostet so viel wie die ganze DVD-Staffel – für arme Studis zu viel!

Jacqueline Niewolik...

...hat in diesem Jahr Elektro-Swing für sich entdeckt.

Album des Jahres: „Mortem & Make-up“ von Sookee ist mit kritischen Texten zu Wahlkampf, Sexismus und Homophobie von vorn bis hinten der perfekte Hip-Hop-Soundtrack zum Jahr 2017. 

Platz 2: „Lang lebe der Tod“ von Casper 

Platz 3: „Wir werden niemals fertig sein” von Neufundland 

Platz 4: „Relaxer“ von alt-J 

Platz 5: „The Burning Spider” von Parov Stelar  

Song des Jahres: Die Australierin Amy Shark singt in „Adore” mit unkitschigem, eindringlichem Ernst vom intensiven Rausch einer Schwärmerei – I adore you, Amy!

Heimlicher Hit: „Loin“ von Maître Gims – der französische Rap kombiniert mit orientalischem Elektro-Sound rettete mir dieses Jahr auf einigen langweiligen Mainstream-Partys die gute Laune.

Enttäuschung des Jahres: Die deutsche „Despacito”-Version „Baby langsam” von Voyce war wirklich nicht nötig – war man doch beim spanischen Original eigentlich ganz froh, nicht jedes schlüpfrige Detail zu verstehen. 

Swantje Schurig...

...hat ihre Hip-Hop-Abneigung bewältigt.

Album des Jahres: Nach vollen U-Bahnen und Prüfungsstress schafft es „Halb oder gar nicht“ von Helgen, den Kopf mit poetischen, deutschen Texten einfach leer zu fegen. 

Platz 2: „Winter Songs“ von Ola Gjeilo 

Platz 3: „Vienna is Calling You“ von Plattform K+K Vienna 

Platz 4: „Sun Cloud/Night Cloud“ von Luke Howard 

Platz 5: „Forellenquintett“ von Anne- Sophie Mutter & Daniil Trifanov 

Song des Jahres: In „Don’t Matter Now“ vermittelt George Ezra mit eingängiger Popmelodie eine Ist-mir-grad-egal-Message, die man nach gescheiterter Regierungsbildung und AfD im Bundestag manchmal wirklich bitter nötig hat.

Heimlicher Hit: Unzählige Male habe ich in unbeobachteten Momenten in meiner Küche zu „Perfect“ von Ed Sheeran getanzt und vielleicht auch die eine oder andere Träne verdrückt. 

Enttäuschung des Jahres: Mit „Thunder“ passen sich Imagine Dragons an den Radioeinheitsbrei an. Nach dem Hören hallen die Wiederholungen im Kopf nach.

Kira von der Brelie...

...tanzt immer noch lieber auf Konzerten als in der Disco.

Album des Jahres: Um ein Jahr hat Casper sein Album „Lang lebe der Tod“ verschoben. Das Ergebnis ist beeindruckend wort- und soundgewaltig.

 

 
Platz 2: „Sei ein Faber im Wind“ von Faber 

Platz 3: „Magic Life“ von Bilderbuch

Platz 4: „Mortem und Make-up“ von Sookee

Platz 5: „Melodrama“ von Lorde

Song des Jahres: „Es könnte schöner sein“ von Faber ist ein wunderbar rotziger Abgesang über die Generation Maybe. 

Heimlicher Hit: Nach den Konzerten beim Hurricane-Festival dieses Jahr habe ich zusammen mit Freunden mitten in der Nacht auf dem Zeltplatz zu „Despacito“ von Luis Fonsi getanzt. Diese Erinnerung tröstet über die nervtötende Dauerbeschallung des Songs hinweg.

Enttäuschung des Jahres: „Du verdammte Hure“ skandiert Kraftklub-Sänger Felix Brummer platt-prollig im Song „Dein Lied“ – Plattitüden statt kluger Sprachwitz. Dabei haben die Chemnitzer doch schon gezeigt, dass sie das Zeug für smarte Slogans haben.

Laura Baumbach...

...mag es, wenn Lieder sie an bestimmte Ereignisse erinnern.

Album des Jahres: „Lust For Life“ von Lana del Rey, die nun in Richtung Indie-Pop und Rock geht. Ein mutiger Schritt, der sich gelohnt hat.

Platz 2: „Feel Something“ von Jaymes Young 

Platz 3: „Chase Atlantic“ von Chase Atlantic 

Platz 4: „Hard EP“ von The Neigh-bourhood 

Platz 5: „The Thrill of It All“ von Sam Smith  

Song des Jahres: „Northern Lights“ von Jaymes Young wickelt einen mit dem Refrain um den Finger. Mit Strophen wie „Ich möchte wissen, wie es ist, vor diesem Leben wegzulaufen“, spricht einem der Amerikaner aus der Seele. 

Heimlicher Hit: „New Rules“ von Dua Lipa. Ich hasse diesen Song, erwische mich aber trotzdem immer wieder dabei, wie ich ihn summe.

Enttäuschung des Jahres: Ganz klar „Reputation“ von Taylor Swift. Mit diesem Album hat sie Musik wie Image verändert. Erst war sie das zierliche Country-Mädchen, dann wurde alles poppiger und peppiger. Jetzt klingt ihre Musik nur noch aggressiv.

Tobias Morchner...

...ist gefühlt der Einzige in der Redaktion, der diesen Sommer nicht die Foo Fighters in Hamburg besucht.

Album des Jahres: „A Deeper Understanding“ von The War on Drugs. Wer es, wie War-on-Drugs-Mastermind Adam Granduciel, schafft, den Bryan Adams und den Bruce Springsteen der 1980er-Jahre ins Jetzt zu übertragen, ohne peinlich zu wirken, muss großartig sein. 

Platz 2: „Damn“ von Kendrick Lamar

Platz 3: „Crack Up“ von Fleet Foxes

Platz 4: „Who Built the Moon?“ von Noel Galagher

Platz 5: „The Tower“ von Motorpsycho

Song des Jahres: „Everything Now“ von Arcade Fire. Klingt ja wie Abba, motzen viele – aber was ist denn an Abba so schlimm?

Heimlicher Hit: „Rolltreppenmax“ von Bummelkasten. Die Berliner Band schummelt sich so langsam von den Kinderzimmern der Hauptstadt in die der ganzen Republik – und macht auch vor den Erwachsenen nicht halt. 

Enttäuschung des Jahres: Becks „Colors“. Mr. Hansen sollte besser als Singer-Songwriter seine Laufbahn verfolgen und die Ausflüge ins Pop-Geschäft meiden.

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