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ZiSH Die Stars können kommen
Hannover ZiSH Die Stars können kommen
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17:48 03.09.2010
Künstlerbetreuerin Karolin Gardenier zeigt Berlin-Mitte-Gitarrist Franky Ziegler den Backstagebereich. Quelle: Burkert

Bühne frei fürs Comeback

David Hasselhoff ist zurück! In den vergangenen Jahren stand der amerikanische Sänger und Schauspieler nach privaten Problemen lange nicht mehr so im Rampenlicht wie zu Zeiten von „Baywatch“. Doch im Vorfeld der Konzertshow The Dome heute Abend in der TUI Arena ist er Gesprächsthema Nummer Eins. „Ich habe die Serie früher immer geschaut“, sagte TV-Sternchen Daniela Katzenberger, erstmals Moderatorin auf dem roten Teppich und eine von mehr als 20 Musikern und Bands, die auf der Bühne stehen werden. Während der Proben sagte sie, dass sie sich vor allem auf den Ex-„Baywatch“-Star freue.

Johanna Klum, die zusammen mit dem „DSDS“-Star Mehrzad Marashi die Show moderieren wird, erklärte hingegen, dass sie „ein bisschen Angst“ vor der Begegnung mit dem 58-Jährigen habe, der bei The Dome seine beiden Töchter bei ihrem Auftritt unterstützt. „Man weiß ja nie, wie so ein Superstar drauf ist“, sagte sie.

Papa David, der später auch noch in der Diskothek Studio 6 am Raschplatz singen will, ist allerdings nicht nur zum Händchenhalten nach Hannover gekommen. „Er wird einen Song zum Besten geben, den in Deutschland alle kennen“, verriet The Dome-Projektleiterin Mariella Morawetz. Dass dies „Looking for Freedom“ sein dürfte, liegt nahe. Das vornehmlich jugendliche Publikum der Veranstaltung darf sich aber auch auf viele aktuelle Hits freuen, ergänzte die Organisatorin.

Unter anderem wird das der aktuelle Sommerhit „We No Speak Americano“ vom australischen DJ-Team Yolando Be Cool & DCup sein. Frauenschwarm Jason Derulo wird mit „Watcha Say“ und „In My Head“ sogar gleich zwei seiner Charterfolge präsentieren. Die Gruppe The Wanted, in ihrer englischen Heimat als die neuen Take That gehandelt, wollen „The Dome“ als Sprungbrett nutzen, um auch hierzulande bekannter zu werden. Das hat Nina Hagen längst nicht mehr nötig. Die 55-jährige Punklady singt in der Musikshow das Depeche-Mode-Cover „Personal Jesus“ von ihrem gleichnamigen neuen Album.Der Einlass bei The Dome beginnt um 17 Uhr, die Konzerte um 19 Uhr. Wer noch keine Karte hat, bekommt sie für 39,90 Euro (Sitzplätze) an der Abendkasse. Oder bei ZiSH: Die Redaktion verlost zweimal zwei Tickets für „The Dome“! Wer am Freitag, 27. August, um 16  Uhr unter (05 11) 5 18 17 58 anruft und uns sagt, die wievielte Ausgabe der Party heute gefeiert wird, gewinnt.

Stephan Fuhrer

Der Animateur - Aufwärmen und informieren

Auch Kreischen will geübt sein: Sobald heute Abend Tausende Popfans ihren Stars zujubeln, mitsingen und klatschen, hat Mike Petschel seine Mission erfüllt. Seit 1997 sorgt der ausgebildete Radiomoderator dafür, dass das Publikum bei Musik-, Quiz-, Comedy- oder Talkshows in aufzeichnungstauglicher Stimmung ist. „Das hat sich damals zufällig ergeben“, erzählt der 42-jährige Berliner. RTL II habe ihn gebeten, für die dritte Ausgabe von The Dome das Warm-up zu machen – wie, war ihm selbst überlassen. „Im Prinzip kann das jeder machen, der Lust auf Leben und Menschen hat“, sagt Petschel. Das hatte er, und blieb dabei.

Eine Stunde vor Showbeginn stellt sich Petschel vor die wartende Menge und „checkt das Territorium“: Wo ist die Stimmung am besten, wer ist am lautesten? Sein Animationsrepertoire reicht von Stand-up-Comedy über Gewinnspiele mit Sponsoren bis hin zu spontanen Tanzeinlagen. „Solange man authentisch bleibt, machen auch alle gut mit“, sagt er. Das Publikum sei zwar anspruchsvoller, doch bei professionellem Entertainment auch begeisterungsfähiger geworden. „Früher gab es oft Stimmungswellen, heute gleicht das Ganze eher einer Dauerparty. Die Leute haben mehr Kondition.“

Petschel wärmt nicht nur auf, er informiert auch über Verhaltensregeln und den Showablauf – und springt ein, wenn sich ein Act verzögert oder die Moderatorin einen Hustenanfall bekommt. „Dann schnappe ich mir auch manchmal einen Künstler und starte ein Spontanprogramm“, sagt er und grinst. So habe er mit H.P. Baxxter während einer Pause das Publikum durch gemeinsames Refrainsingen des Scooter-Hits „Maria“ bei Laune gehalten. An seinem Job liebt er das Unvorhersehbare: Es gab schon Liebeserklärungen, Heiratsanträge und Geburtstagsständchen auf der Bühne. Petschel mag es, Menschen mit kleinen Dingen glücklich zu machen. „Ich bin auch eher so der Emo-Typ.“

Nicole Wehr

Die Künstlerbetreuerin - Schleichen und entfusseln

Kaum steigen die Mädels von Monrose oder Christina Stürmer aus der Limousine vor der TUI Arena, haben sie auch schon viel um die Ohren. Dass sie trotz allen Trubels kein Interview vergessen und keinen Soundcheck verpassen, verdanken sie Karolin Gardenier und ihren elf Kolleginnen. Die Hostessen betreuen die Künstler rundherum: Sie begleiten sie im Backstagebereich, zur Bühne, Garderobe und Maske. Auf The Dome freut sich Gardenier immer schon lange im Voraus, „Das ist wie ein lustiges Familientreffen“, erzählt die 25-jährige Lehramtsstudentin aus Köln. Vor vier Jahren hatte sie ihren ersten Einsatz. „Im Team kennen wir uns gut, und die Künstler treffe ich auch gerne wieder.“

Doch hinter einer gelungenen Bühnenshow und glücklich strahlenden Fans steckt eine Menge Arbeit: Bis zu 14 Stunden ist Gardenier auf den Beinen. „Die Wege hinter der Bühne sind lang – das kann schon ganz schön anstrengend sein“, sagt sie. Gut, dass sie zu ihrem schlichten schwarzen Outfit Turnschuhe tragen darf. Mit ihren Kolleginnen kommuniziert die junge Frau über Funk. Jede von ihnen betreut drei bis vier Acts bei The Dome.

Skurrile Wünsche sind Alltag für Gardenier. So wollte einmal ein Star erst auf der Bühne von seinen Künstlerkollegen gesehen werden, weil sein Kostüm so außergewöhnlich und spektakulär war. „Wir mussten dann Geheimwege suchen, Türen verschließen und aufpassen, dass uns niemand sieht“, erzählt sie. Ein anderes Mal wollte ein Künstler partout nicht auf die Bühne, bevor sein Jackett komplett von Fusseln befreit war. Bis zu seinem Auftritt bleiben da nur noch 30 Sekunden Zeit. „Da ist dann natürlich Teamarbeit gefragt“, sagt Gardenier. Aber auch das kriegt sie mit ihren Kollegen hin: Der Auftritt ging fusselfrei über die Bühne.

Rebecca Gerigk

Der Einsatzleiter der Sanitäter - Einsammeln und aufpäppeln

Der lang ersehnte Moment ist gekommen: Die Stars laufen über den roten Teppich, hinter der Absperrung wird gekreischt, gedrängelt und sehnsüchtig gewartet. Wenn einem Fan schwarz vor Augen wird, beginnt Michael Homanns Arbeit. Bereits seit vier Jahren ist er als Einsatzleiter der Johanniter-Unfall-Hilfe bei jeder The-Dome-Show in Hannover dabei und kümmert sich um die kleineren medizinischen Notfälle, die so eine große Show mit sich bringt.

„Es ist aber noch nie etwas wirklich Schlimmes passiert“, sagt der 39-Jährige. „Meist haben die Fans vor den Konzerten zu wenig getrunken und gegessen. Dann haben wir es vor allem bei den Mädchen mit Ohnmacht und Kopfschmerzen zu tun.“ 90 Prozent der Patienten sind weiblich. „Die Jungs schreien anscheinend einfach nicht so viel“, sagt Homann. Anfang der neunziger Jahre, als Boybands wie die Backstreet Boys noch angesagt waren, habe es auf den Konzerten noch viel mehr kollabierende Fans gegeben.

Auch heute Abend werden sie in der Sanitätsstation von den Johannitern versorgt. Ausgestattet mit Tragen, Notfallkoffern, Sauerstoffgeräten und Decken wird der sonst leere Raum zu einer mobilen Krankenstation mit 30 Behandlungsplätzen. Neben 36 ehrenamtlichen Sanitätern ist auch ein Notarzt ständig vor Ort. Als Einsatzleiter koordiniert Homann während der Konzerte seine Kollegen, die zwischen Eingang, Bühne und Backstagebereich für Sicherheit sorgen. Bis zu 100 Jugendliche landen im Durchschnitt auf der Sanitätertrage. „Nach einer Stunde sind aber alle wieder fit und können auf ihren alten Platz zurück.“ Mehr als die Musik bekommt er während seiner Arbeitszeit nicht mit – doch das ist nicht so schlimm: Homann steht eh mehr auf Rock ’n’ Roll.

Alisa Schellenberg

Das Catering - Bewirten und beobachten

Essen gut, alles gut: „Am Büfett ist die Stimmung immer ziemlich ausgelassen“, erzählt Elisa Danz. Die 26-jährige Berlinerin arbeitet für das Cateringunternehmen Meilensteiner, das auch bei The Dome für volle Künstlermägen sorgt. „Da fallen sich viele Stars wie alte Freunde in die Arme. Es ist fast wie ein Klassentreffen.“ Für Danz bedeutet das Bedienen aber auch Stress: 600 Menschen tischt sie mit ihren 13 Kollegen „Penne mit Gemüsebolognese“ oder „rosa gebratenes Rindersteak mit Estragonrahmsauce“ auf. Schlanke Tänzerinnen, die sich trotz Salatdiät zum Nachtisch mit Waffeln satt essen oder Rapper, die sich gegenseitig dissend mit Essen bewerfen, seien aber eher Ausnahmen. „Die meisten Stars sind normale Esser“, sagt Danz und lacht.

Während ihres Lehramtstudiums jobbte sie als Servicekraft bei der Cateringfirma. Inzwischen koordiniert sie als Assistentin der Geschäftsleitung die Essensversorgung auf kleinen Konzerten und großen Veranstaltungen wie The Dome. Für die vier Tage in Hannover hat sie rund 300 Kilogramm Fleisch eingekauft. Nach so einem turbulenten Abend, wie er es heute sein wird, haben sich Köche und Kellner meist viel zu erzählen. Schließlich hat fast jeder seine Eigenarten beim Essen – auch die Stars und Sternchen. So bekommt Lady Gaga ihren Kaffee stets in der Mikrowelle aufgewärmt, um alle Bakterien abzutöten.

Der Rapper 50 Cent bestellt sich gerne Fast Food im Wert von 1000 Euro, um dann den Großteil unangerührt zurückzulassen. Obwohl sich Danz um die verrücktesten Essenswünsche kümmern muss, ist sie froh, nach dem Studium nicht gleich ins Referendariat gegangen zu sein. Für sie ist noch jede Veranstaltung spannend. „Es ist schön zu sehen, dass die Stars hinter der Bühne auch nur in Ruhe essen wollen.“ Denn: Wenn das Essen stimmt, wird auch die schwierigste Diva handzahm.

Lena Kix

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