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ZiSH Die neue Liebe beginnt mit den sechs Sinnen
Hannover ZiSH Die neue Liebe beginnt mit den sechs Sinnen
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19:45 03.01.2011
Herzklopfen beim ersten Date - da sollte man einiges beachten. Quelle: Illustration: Stefan Hoch

1. Sinn: Schmecken

Schmeckt nicht, gibt’s nicht? Von wegen! Wer versucht, beim ersten Date den Geschmack des anderen zu treffen, kann nur scheitern. „Geschmäcker sind so verschieden, dass es unmöglich ist, den richtigen zu treffen“, sagt Markus Kirchner, Küchendirektor im Maritim Airport Hotel Hannover. „In meinem Bekanntenkreis mögen fast alle Austern, in Ihrem auch?“, fragt er prüfend. So nimmt der Küchendirektor den Hobbyköchen, die ein Dinner im Kerzenschein zaubern wollen, alle Illusionen: „Bei der ersten Verabredung auf keinen Fall selbst kochen!“

Stattdessen rät er zum Restaurant, am besten einem internationalen, wo man sich nicht nur auf Steaks oder Sushi konzentriert. „Beim Essen sieht man ja dann, was der andere mag und wie er auswählt“, sagt Kirchner. Zumindest beim Bestellen muss man keine Rücksicht nehmen. Da könne man alles nehmen, was einem schmeckt. „Und wenn einer eben gern eine Hähnchenkeule zerpflückt, weiß man wenigstens gleich, was einen später erwartet.“ Sollte man es dann – vielleicht beim zweiten Date – doch wagen, sich in die Küche zu stellen, rät Kirchner, auf extravagantes Essen zu verzichten. Stattdessen sollten verliebte Köche einfache Gerichte mit Rinderfilet, Geflügel oder Nudeln vorziehen.

2. Sinn: Hören

„Deine, deine, Augen, die sind so, so ...“ – Wer nervös ist, kann seine Stimme oft nur noch schwer kontrollieren. „Bei Nervosität verstärkt sich die Atmung. Man atmet nicht mehr in den Bauch, und die Stimme wird höher“, erklärt Thomas Lopau, Sprechwissenschaftler aus Leipzig. Da helfe nur ausatmen, ausatmen und noch mal ausatmen, um wieder in die Normalstimmlage zu kommen. „Wenn man fragt ,Wie spät ist es?’, merkt man, in welcher Tonlage man sonst spricht. Beim Stottern hilft vor allem, genau zu filtern: Was will ich sagen? „Stellen Sie sich dann vor, Sie würden ganz gezielt Dartpfeile abschießen,“ empfiehlt Lopau.

Je tiefer eine Stimme ist, desto angenehmer wirkt sie. „Die Stimme zu verstellen bringt allerdings nichts, der Hörer enttarnt das intuitiv“, sagt Lopau. Neben dem ruhigen Atmen rät er zum deutlichen Sprechen. „Zähne auseinander, sonst entsteht das Til-Schweiger-Syndrom: Man nuschelt, und das wirkt unsympathisch, als hätte man etwas zu verbergen.“ Auch Til Schweiger muss also noch an sich arbeiten, das tröstet.

3. Sinn: Riechen

Alles kann noch so perfekt sein, wenn der Geruch nicht stimmt. Denn der dringt ungefiltert ins Bewusstsein, und wer stinkt, dem hilft auch kein Lächeln. Auch mit unangenehm riechenden Blumen kann man einiges falsch machen, erklärt Eileen Leirich, Floristin bei Mille Fleur in Hannover. „Zum Verschenken sind Fresien und Duftrosen ideal. Sie riechen blumig, aber sind nicht so aufdringlich.“

Exotische Pflanzen mit dicken Stielen wie Anthurien oder Helikonien halten besonders lange. Vermeiden sollte man Hyazinthen, Flieder und Lavendel, rät Leirich. „Einige bekommen da Kopfschmerzen, gerade Allergiker können empfindlich reagieren.“ Und dann wird bei der ersten Verabredung geniest statt genossen.

4. Sinn: Tasten

Der erste Körperkontakt ist wichtig. Ein Streicheln an der Schultern, eine feste Umarmung oder doch nur ein Händedruck? Eine ideale Lösung gibt es hierfür nicht. Eva-Maria Westphal mag einen festen Händedruck. Wer ihr mit schwitzigen Händchen kommt, macht das allerdings nur einmal. Ein Mensch mit einem schlaffen, schweißigen Händedruck ist mir sofort sehr unsympathisch, das geht gar nicht“, sagt die Vorsitzende der Bezirksgruppe Hannover des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen und lacht. Da bei Blinden ein Sinn ausfällt, sind die anderen Sinne umso sensibler.

Westphal erklärt, dass das Thema Tasten mit der richtigen Kleiderwahl nur oberflächlich gelöst ist: Die Haut dürfe nicht rau sein, besonders die Hände müssten gepflegt sein. Wenn sich Händchenhalten anbahnen könnte, vorher genügend Feuchtigkeitscreme verwenden. Vor allem im Winter, wo der Großteil der Haut mit Kleidung bedeckt ist, spielt diese natürlich auch eine Rolle. Westphal rät von künstlichen Fasern ab: „Raues und Kratziges aus Synthetik ist sehr unangenehm, Stoffe müssen glatt sein. Sie bevorzugt Baumwolle, Angora, Kaschmir und Seide, wenn sie andere ertastet. Die sind auch gut zum Anschmiegen. Außerdem mag sie weite Stoffe, unbedingt fließend, ohne raue Übergänge. Fleece? „Nein, der ist in sich rau und spröde.“

5. Sinn: Sehen

„Guter Haarschnitt beim besten Friseur, Klamotten vom Verkäufer aussuchen lassen, weiße Zähne, Fitnesstraining.“ Jochen Kaufmann hat harte Kriterien, wenn es ums gute Aussehen geht. Für den Heilpraktiker für Psychotherapie und Singlecoach sind diese oberflächlichen Merkmale aber noch lange nicht alles: „Sie brauchen eine positive Ausstrahlung, und die haben Sie nur, wenn in Ihrem Leben alles bestens ist. Wer denkt, ,ich bin sowieso eine Flasche, keiner will mich’, dem sieht man das auch an.“ Deshalb müsse man an Selbstbewusstsein und Ausstrahlung arbeiten. „Mimik und Gestik verändern sich im Lauf der Zeit. Deshalb muss man darauf achten, mit sich selbst im Reinen zu sein und ein Leben zu führen, das einem Spaß macht.“

Wem man zahlreiche Misserfolge im Leben ansieht, dem rät Kaufmann, sich positive Erfahrungen erst einmal vorzustellen. „Das Gehirn entscheidet nicht zwischen Vorstellung und tatsächlich Erlebtem. So kann man seine positive Ausstrahlung zurückgewinnen und von innen leuchten.“ Na also, wahre Schönheit kommt doch von innen.

6. Sinn: Der 6. Sinn

Manchmal sollte an der Haustür Schluss sein. Denn wenn es um die außersinnliche Wahrnehmung geht, um das Wohlfühlen in der Wohnung des anderen, kann man viel falsch machen. „Am besten, Sie fragen erst einmal nach dem Geburtsdatum“, sagt Feng-Shui-Beraterin Marion Kellner-Mann. So wisse man, welchem Element der potenzielle Partner angehört: Feuer, Wasser, Luft, Erde oder Metall. Jeder Jahrgang gehört zu einem der Elemente. Manche, wie Wasser und Metall passen besonders gut zusammen, andere eben nicht, und dann heißt es aufpassen: „Das Element Wasser etwa braucht die Farbe Blau, unebene Strukturen und liebt eher das kreative Chaos“, sagt Kellner-Mann. Aufräumen vor dem ersten Date in der eigenen Wohnung kann also abschreckender sein als die gewöhnliche Unordnung. „Ordnung wäre zu steril, warme Farben wie Orange oder Rot und quadratische Räume unangenehm“, sagt die Feng-Shui-Expertin aus Isernhagen. Kerzen und Romantik seien dagegen wieder gut, weil jemand, der dem Element Wasser angehört, „magische Momente liebt“.

Wenn man alles richtig machen will, müsse man Farbe, Formen, Himmelsrichtung und die richtigen Pflanzen errechnen, rät Kellner-Mann. Ebenso wie den Standpunkt des Bettes. „Sonst ist die erste Nacht womöglich die letzte.“ Aber auch ohne Berechnungen merke man ja, ob die Chemie stimmt, sagt Kellner-Mann. Und falls nicht? Geburtsdatum erfragen und rechnen.

Mitarbeit: Manuel Becker

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