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15:02 20.11.2015
Da kommen einem vor Lachen die Tränen: Ein Emoji wie dieses hat das Oxford Dictionary nun zum Wort des Jahres gekürt. Quelle: fotolia/dpa/M

Niemand benutzt fünf wütende Katzengesichter-Smileys hintereinander – außer Mütter. Es stimmt meistens schon, dass man den Müll rausbringen sollte, sein Zimmer putzen oder sich endlich mal wieder melden könnte. Aber gleich fünf Smileys müssen es trotzdem nicht sein – und schon gar nicht die depperten Katzenfratzen.

Väter dagegen tippen häufig übersparsam. Der „Okay-Vater“ reagiert auch auf Whatsapp-Nachrichten in Romanlänge mit nur zwei Worten: „Passt so.“ Punkt. Diskussion beendet. Viel mehr würde ihn wahrscheinlich zu viel Mühe kosten. Ich habe dich übrigens auch lieb, Papa.

Das Oxford Dictionary hat ein Emoji zum Wort des Jahres erklärt. Zu Recht? Ein kleiner Einblick in die kreative Vielfalt der bunten, skurrilen und lustigen Symbole.  

Sich über die Chat-Gewohnheiten unserer Eltern zu amüsieren, macht großen Spaß. Man kann dann Screenshots von den Unterhaltungen machen, sie mit einem vor Lachen heulenden Smiley versehen und an seine Freunde schicken. Das zieht immer und wird nie langweilig.

Doch unsere Eltern haben den Umgang mit Emojis und der Smartphonetipperei nicht von klein auf gelernt wie wir.Deswegen wollen wir trotz aller Peinlichkeiten und Fettnäpfchen mal nachsichtig sein. Immerhin verhalten wir Digital Natives uns in unserer Chat-Kommunikation häufig genauso albern.

Der Lach-heul-Smiley zum Beispiel wurde gerade vom Oxford Dictionary zum Wort des Jahres gewählt. Als Emoji. Er soll, laut einer Analyse des britischen Unternehmens SwiftKey, bereits fast 15 Prozent der in Deutschland benutzten Smileys ausmachen, in Großbritannien sollen es sogar schon 20 Prozent sein. Eine Generation badet in ihren eigenen Freudentränen – möchte man meinen. Doch wenn ich neben meinen Freunden sitze, die gerade fünf Lach-heul-Smileys verschicken und dabei noch nicht mal mit den Mundwinkeln zucken, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Keine Emojis, keine Emotion: „Okay-Väter“ machen es sich gerne leicht. Quelle: HAZ

Es scheint zum Zwang geworden zu sein, Emojis zu benutzen. Wird einmal kein Smiley hinter eine Aussage gesetzt, gleicht das schon fast einer Kriegserklärung: „Bestimmt ist er sauer auf mich.“ Auch scheinen Emojis für die Schreibfaulen unter uns die Wörter komplett ersetzt zu haben. Jeder kennt den einen Freund, der auf lange Textnachrichten nur mit zwei Alibi-Smileys antwortet.

Emojis sind oberflächlich und viel zu häufig dienen sie nur der Illustration unserer Unterhaltungen, statt wirklich auszusagen, was der Schreibende gerade denkt oder wie er sich fühlt. Eine Chat-Welt ohne Emojis wäre trotzdem um ein Vielfaches umständlicher. Sich ironisch oder sarkastisch auszudrücken, ohne den Kommentar mit einem markierenden Zwinker-Smiley zu garnieren, wäre jedenfalls wesentlich anspruchsvoller.
Vielleicht ist es also tatsächlich an der Zeit, ein Emoji zum Wort des Jahres zu küren. Denn bei aller Kritik an der inflationären Benutzung – die kleinen Chat-Bildchen haben unsere Kommunikation erheblich erleichtert und sind einem immer noch lieber, als mit antiquierten Abkürzungen wie „*lach*“, „lol“ oder „rofl“ zu antworten.

Von Tim Ende

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