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ZiSH So ist ein Au-pair-Jahr in Norwegen
Hannover ZiSH So ist ein Au-pair-Jahr in Norwegen
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17:31 19.02.2018
Au-pair in Skandinavien: Hannah war für zehn Monate in Norwegen und hat dort auch auf die kleine Amalie aufgepasst. Quelle: Foto: Privat
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Hannover

Ja, auch Putzen und Kochen gehört dazu. Für zehn Monate war Hannah Rühmann als Au-pair zu Gast bei einer norwegischen Familie. Dänemark und Schweden kannte sie bereits aus dem Urlaub – und wollte deshalb jetzt in Norwegen eine Auszeit machen und zugleich etwas Geld verdienem: Zu den Aufgaben der 19-Jährigen gehörte aber nicht nur, sich um die beiden Kinder der Gastfamilie zu kümmern. Sie sollte auch Frühstück und Abendessen zubereiten – und putzen: „Das hatte ich mir so nicht vorgestellt“, gesteht die 19-Jährige. „Manchmal hat die Putzerei echt Überhand genommen.“

Dennoch: Wenn Hannah heute an den Norwegen-Aufenthalt zwischen Oktober 2016 und August 2017 zurückdenkt, überwiegt das Positive. Sie lebte in Sørkedalen, nur 16 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Oslo. „Die Natur war wunderschön, und es war ruhig.“ Im Winter musste sie nur 100 Meter laufen und schon war sie auf der Skipiste. Das Beste: Direkt neben dem Haus ihrer Gasteltern durfte Hannah in einer eigenen Wohnung leben und Bekannte einladen. 

Günstiger als Work and Travel

All das stellte sich als Glückstreffer nach der Schule heraus. Denn nach dem Abi ein knappes Jahr als Au-pair im Ausland zu arbeiten, diese Entscheidung hatte Hannah vor allem aus Geldgründen getroffen: Im Gegensatz zu Work and Travel ist Au-pair eine relativ günstige Möglichkeit, ins Ausland zu kommen: Die Gebühr für die Organisation Travel Works, die die Gastfamilie suchte, betrug nur etwas mehr als 100 Euro. „Nach Oslo gibt es billige Flüge. Den Hinflug habe ich gezahlt, den Rückflug die Gastfamilie.“ Das ist von der Organisation so vorgegeben. Da Hannah für die Mahlzeiten verantwortlich war, konnte sie natürlich auch mit ihrer Gastfamilie essen.

Etwas aufwendiger war allerdings der Papierkram vor dem Abflug: Bevor es losging, musste die Hannoveranerin etliche Formulare mit persönlichen Informationen und Nachweise über Babysitter- und Kindergartenjobs, die sie bereits in Deutschland gemacht hatte, einreichen. Formulare mussten ausgefüllt und Bildercollagen von ihr zusammengestellt werden. Außerdem lernte Hannah ihre Gastfamilie vorher bereits per Telefon kennen. Die bestand aus dem Vater Anders, der Mutter Ada und den beiden Mädchen Amalie (8) und Anikken (6).

Norwegisch – kein Problem

Besonders die Kinderbetreuung hat der Deutschen Spaß bereitet, vor allem wegen ihrer ähnlichen Vorlieben. „Die Kinder haben ein Pony und sind total von Pferden begeistert – sowie ich.“ Kein Wunder, dass sich ein gutes Verhältnis entwickelte. Amalie und Anikken konnten beide auch Englisch sprechen, sodass es keine Sprachbarrieren zwischen Hannah und der Familie gab. Trotzdem wollte sie in ihrer Zeit Norwegisch lernen: „Ich habe in Oslo zwei Sprachkurse belegt und schnell die Sprache gelernt. Schwer ist Norwegisch eigentlich nicht.“ 

Gerne hätte sie sich auch mit gleichaltrigen Norwegern getroffen – davon gab es kaum welche im winzigen Sørkedalen, einem Dorf umgeben von Wäldern und Flüssen. Anschluss fand Hannah aber bei anderen Au-pairs: „Meine Organisation hat Filmabende veranstaltet, bei denen ich Kontakte knüpfen konnte.“ Die gemeinsame Zeit als Au-pair verbindet. Mit ihren Freundinnen hat sie noch immer Kontakt. Sie haben kürzlich Silvester zusammen verbracht und treffen sich so oft wie möglich. 

Und mitgenommen hat sie auch einiges: „Ich bin in der Zeit selbstständig geworden. Ich habe gemerkt, was ich im Leben möchte.“ Inzwischen ist für Hannah wieder Lernen angesagt: An der Uni Bremen studiert sie Soziologie. Putzen steht da zwar nicht auf dem Lehrplan – aber das hat sie in Norwegen ja schon zur Genüge getan. 

Von Laura Baumbach

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