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Freiwilligendienst in Tansania

Ideen fürs Gap Year Freiwilligendienst in Tansania

Abi – und was dann? Statt in die nächste Großstadt hat es Stella im Freiwilligen Sozialen Jahr aufs Dorf verschlagen – nach Tansania.

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Stella Graune (19) macht ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kita eines tansanischen Dorfes - Stromausfall und schlechtes Internet inklusive.

Quelle: Privat

Saftiges grünes Gras, üppige Palmen und eine nie endende Geräuschkulisse aus Vogelgezwitscher – Stella Graunes neues Zuhause im ostafrikanischen Tansania versprüht Exotik. Und genau das hat die 19-Jährige gesucht. „Ich wollte nach dem Abitur mal etwas komplett Neues und Anderes sehen“, erzählt sie.

So bewarb sie sich bei Afrika3+10, einem Freiwilligen-Projekt, das von dem entwicklungspolitischen Dienst Weltwärts unterstützt wird. Der Name leitet sich von den drei Monaten Vorbereitungszeit und dem zehnmonatigen Einsatz der Freiwilligen in einer sozialen Einrichtung in Tansania ab. Nachdem Stella bereits im Einführungsseminar in Deutschland Einblicke in die Sprache Swahili und die Kultur Tansanias hatte, ging es endlich los. 

Abseits asphaltierter Wege

Reisekosten, Verpflegung und die Krankenversicherung vor Ort zahlt die Organisation. In Tansania angekommen, wurde sie ihrer Einsatzstelle zugeteilt: einer Kita im Norden des Landes. „Die nächste Stadt Karatu ist mit dem Auto 45 Minuten entfernt“, sagt sie. „Dort endet auch die asphaltierte Straße. Zu uns führt eigentlich nur noch ein schlammiger Weg.“ Zusammen mit einer anderen Freiwilligen lebt Stella auf einer Kaffeeplantage bei den einheimischen Mönchen einer Ordensbruderschaft. Diese Art von Unterbringung ist typisch für das Projekt. 

Kurze Spielpause: Die Kinder kommen aus den umliegenden Dörfern in die Kita.

Kurze Spielpause: Die Kinder kommen aus den umliegenden Dörfern in die Kita.

Die Freiwilligen selbst müssen nicht religiös sein, um bei den Mönchen leben zu dürfen. Tagsüber spielt Stella mit den Kindern aus der Umgebung und unterrichtet sie in Mathe-Grundlagen und der Verkehrssprache Swahili. Die spricht Stella inzwischen fließend. Wenn ihr doch mal ein Wort nicht einfällt, gibt es in der Kita noch zwei einheimische Lehrerinnen, die helfen. 

In Sachen Komfort und Lebensstandard muss Stella einige Kompromisse eingehen. So fällt zum Beispiel zeitweise der Strom aus, das Internet ist bestenfalls ausreichend, und ihr Dorf besteht eigentlich nur aus ein paar Hütten und einem Tante-Emma-Laden. Dafür erscheint ihr vieles bunter und lebensfroher als in Deutschland. Neben dem bescheidenen Leben hat sie sich auch an die abgeschiedene Lage des Dorfes längst gewöhnt. „Als ich einmal andere Freiwillige in einer größeren Stadt besucht habe, konnte ich nachts kaum schlafen“, erklärt sie. „Plötzlich erschien mir alles viel zu laut.“ 

Unterricht im Sitzen: Mathematik- und Swahilistunden gibt Stella in dem kleinen tansanischen Dorf.

Unterricht im Sitzen: Mathematik- und Swahilistunden gibt Stella in dem kleinen tansanischen Dorf.

Urlaub auf Sansibar

Stella hat die Ruhe zu schätzen gelernt. Irgendetwas gibt es dennoch immer zu tun. Außerdem muss sie nicht die ganze Zeit in ihrem Einsatzort bleiben. So hat sie Silvester zum Beispiel in der Hauptstadt Dodoma verbracht, und vor Kurzem machte sie Urlaub auf Sansibar. Die 19-Jährige ist überzeugt: Jedem neugierigen und weltoffenen Menschen würde ein solcher Auslandsaufenthalt genauso viel Spaß bereiten: „Ich weiß, dass ich Tansania vermissen werde.“

Von Ronja Wirts

ZiSH stellt in einer Serie über das Gap Year junge Menschen vor, die nach dem Abi noch nicht direkt in den Hörsaal wollten.

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