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Freiwilliges Soziales Jahr in Indien

Ideen fürs Gap Year Freiwilliges Soziales Jahr in Indien

Abi - und was dann? Melissa macht in einer Augenklinik in Indien ihr Freiwilliges Soziales Jahr und lernt dort einen Krankenhausalltag ganz ohne Computer kennen.

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Melissa Szmukala (19) entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer indischen Augenklinik – und darf bei Ärzten zuschauen.

Quelle: privat

Die 19-jährige Melissa Szmukala wollte nach dem Abi auf Entdeckungsreise gehen – und dabei gleichzeitig Gutes tun. Ihre Wahl fiel auf Indien.

Mit dem Weltwärts-Programm und der Organisation Deutsch-Indische Zusammenarbeit ging ihre Reise im September 2017 los. Dort lebt sie noch bis Mitte März bei einer ihr zugeteilten Gastfamilie in einem kleinen Dorf im Osten des asiatischen Landes. „Ich arbeite hier in einer Augenklinik“, erzählt Melissa.

Davon, dass Indien genau das richtige Land für sie ist, musste Melissa ihre Familie erst einmal überzeugen. „Natürlich gibt es viele Vorurteile wegen der einfachen Lebensbedingungen dort, aber ich wollte mir selbst ein Bild von Indien machen“, erklärt Melissa. Ihre Gastfamilie lebt in ebensolchen einfachen Verhältnissen. Gekocht wird über dem offenen Feuer, und ihre Kleidung wäscht Melissa in einem Teich vor dem Haus. An beides hat sich die 19-Jährige mittlerweile gewöhnt.

Helle Haut ist eine Attraktion

Zwar musste die 19-Jährige sich erst einmal an das Leben in Indien gewöhnen. „Aber jetzt weiß ich umso mehr zu schätzen, wie viel Luxus wir in Deutschland haben“, sagt die 19-Jährige.

Wenn Melissa in Indien unterwegs ist, passiert es sehr häufig, dass einige Inder sie anstarren oder sogar Selfies mit ihr machen wollen. Der Grund? Mit ihrer hellen Hautfarbe ist sie eine Attraktion für die Einheimischen. „Das nervt schon ziemlich und ich bin dann froh, wenn ich wieder zu Hause bin und meine Ruhe habe“, erzählt sie.

Morgens radelt Melissa 15 Minuten über eine Straße voller Schlaglöcher zu der Augenklinik, denn das Haus ihrer Gastfamilie steht außerhalb des Dorfes – drum herum gibt es nur Reisfelder. „In der Woche haben wir jeden Tag drei Stunden Sprechstunde, und freitags wird operiert“, erklärt sie.

Arztalltag mit einfachen Mitteln

Die 19-Jährige hilft da, wo sie gebraucht wird. Jedes Patientengespräch schreibt Melissa von Hand auf. In Deutschland wäre ein Krankenhaus ohne Computer unvorstellbar. In der indischen Klinik ist das Alltag.

Am OP-Tag verteilt Melissa Essen an die Patienten und darf den Ärzten bei der Arbeit zusehen. So hat sie zum Beispiel schon gelernt, wie man Blut abnimmt und durfte das unter Aufsicht schon selbst machen. „Ich wusste schon vor meinem Abi, dass ich Medizin studieren will, und lerne hier unglaublich viel dafür.“

In ihrer Freizeit liest Melissa viel, denn unternehmen kann man rund um ihr Dorf nicht viel. Und auch wenn Melissa oft ihre Familie und Freunde vermisst, weiß sie, dass sie das Richtige tut.

„Viele ältere Menschen können kein Englisch, aber dann nehmen sie einfach meine Hand und schauen mich an“, sagt die 19-Jährige. „Dann kann ich sehen, wie dankbar sie dafür sind, dass wir ihnen hier helfen.“   

Von Anna Beckmann

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Teil 1: Freiwilligendienst in Tansania

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