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ZiSH Was Schüler vor der Studienfahrt wissen müssen
Hannover ZiSH Was Schüler vor der Studienfahrt wissen müssen
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12:06 03.08.2018
So chaotisch wie im Film „Fack ju Göhte 2“ geht es meist nicht zu – und nach Thailand führen wohl auch nur die wenigsten Studienfahrten. Quelle: Constantin Film
Hannover

Lernen, lernen, lernen: Das ist das Motto des letzten Schuljahres, wenn die Abiturprüfung ansteht. Doch bevor der Stress losgeht, gibt es noch einen Lichtblick: die Studienfahrt. Meist zu Beginn der zwölften beziehungsweise 13. Klasse fahren die Leistungskurse auf eine letzte Klassenfahrt. Schüler der älteren Jahrgänge haben davon so manche lustige Geschichte erzählt – und die Vorfreude geweckt. Ich fahre nächsten Monat mit meinem Englisch-Leistungskurs nach Manchester. Je näher die Fahrt rückt, desto mehr Fragen kommen bei mir auf

1. Was unterscheidet die Studienfahrt von einer normalen Klassenfahrt?

Eine Klassenfahrt soll hauptsächlich den Zusammenhalt innerhalb der Klasse stärken. Die Studienfahrt ist kursbezogen und greift meist Themen aus dem Unterricht auf. Wir müssen in Manchester kleine Vorträge halten – natürlich auf Englisch. Ich habe mich beispielsweise mit dem Sklavenhandel in Liverpool auseinandergesetzt. Auch kulturelle Themen wie die Beatles oder bestimmte Sehenswürdigkeiten stehen auf dem Plan.

2. Was haben die Lehrer eigentlich gebucht?

Unsere Lehrer haben unser Hostel in Manchester angepriesen wie Marktschreier auf dem Wochenmarkt. Im Internet sieht es tatsächlich sauber und ordentlich aus. Wobei ich aber auch in Bewertungen gelesen habe, dass die Bettlaken ausgewechselt werden mussten, weil sie voller Haare waren. Andere Besucher brauchten angeblich Ohrstöpsel, weil es zu laut war. Da bin ich ja mal gespannt. Andererseits ist es ja klar, dass wir nicht in den Luxusurlaub fahren. Also Augen zu und durch – wir sind ohnehin die meiste Zeit unterwegs.

3. Klappern wir sämtliche Sehenswürdigkeiten ab oder haben wir auch Freizeit?

Eine komplette Woche Freizeit ist natürlich nicht möglich, schließlich ist die Studienfahrt immer noch eine Schulveranstaltung. Trotzdem ist zu hoffen, dass der Lehrer nicht den ganzen Tag mit Sightseeing und Museumsbesuchen vollgeplant hat – wir wollen die Stadt auch auf eigene Faust entdecken. Normalerweise wird das Programm aber so abgestimmt, dass es für die Schüler interessant ist. Die Schüler der vergangenen Fahrten waren zumindest zufrieden. Bei uns gibt es auch optionales Programm. Wir durften uns aussuchen, ob wir eine Stadiontour im Old Trafford, dem Stadion von Manchester, mitmachen oder Freizeit haben wollen. Viele wählten die Stadiontour. Außerdem machen wir einen Tagesausflug nach Liverpool – darauf freue ich mich besonders.

4. Sind die Lehrer ständig dabei?

Es kommt natürlich auf die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern an. Unser Kurs hat einen sehr guten Draht zu den Lehrern. Wir werden abends auch mal alle zusammen essen gehen und dabei ein bisschen plaudern. Bei den vergangenen Studienfahrten unserer Schule war das auch so. Und schließlich verstehen wir uns schon in der Schule super mit den Lehrern und können sie auch etwas fragen, was nichts mit dem Unterricht zu tun hat.

Berühmte Ausflüge: So sehen Klassenfahrten im Film aus

Freiheiten, Alkohol und Pärchengeschichten gehören einfach dazu: Wie eine Studien- oder Abschlussfahrt aussieht, glaubt jeder ungefähr zu wissen. Neben den Erzählungen älterer Schüler sorgen auch Filme oft für eine übertriebene Vorstellung. So spielen sich Klassenfahrten auf der Kinoleinwand ab:

„Das schönste Mädchen der Welt“ (2018): Bei dieser Studienfahrt dreht sich alles um die 17-jährige Roxy. Sie ist von ihrer alten Schule geflogen und fährt nun mit ihrer neuen Klasse nach Berlin. Dort kann sie sich vor Verehrern unter ihren Mitschülern kaum retten. Für wen wird sie sich entscheiden: den sensiblen Außenseiter Cyril, den attraktiven, aber eher dümmlichen Rick oder doch für Aufreißer Benno? Die Romantikkomödie startet am 6. September in den Kinos.

„Fack ju Göhte 2“ (2015): Wenn der ehemalige Bankräuber und Neupädagoge Zeki Müller (Elyas M’Barek) mit seiner Chaotenklasse auf Reisen geht, kann das ja nur schiefgehen. Schüler und Lehrer beweisen auch im thailändischen Niemandsland ihre geballte soziale Inkompetenz und legen sich mit der Vorzeigeklasse der elitären Konkurrenzschule an. Im vergangenen Jahr erschien der dritte Teil der deutschen Filmreihe.

„Abschussfahrt“ (2015): Der Name ist Programm: Auf Studienfahrt in Prag stürzen sich Abiturienten ins Nachtleben. Auch die drei Außenseiter Paul, Berny und Max wollen sich zum ersten Mal richtig volllaufen lassen – das eskaliert schließlich derart, dass die Schüler von Drogendealern als Geiseln genommen werden.

„Popstar auf Umwegen“ (2003): Lizzie (Hilary Duff) wird auf Abschlussfahrt in Rom mit dem italienischen Popstar Isabella verwechselt. Deren schmieriger Duettpartner Paolo überredet Lizzy schließlich, Isabellas Part zu übernehmen. Der Jugendfilm ist der Abschluss der Fernsehserie „Lizzie McGuire“, bei der Hilary Duff ebenfalls die Titelrolle spielt.

Klassenfahrt“ (2002): Mal keine alberne Romantikkomödie für pubertierende Teenies ist das deutsch-polnische Drama „Klassenfahrt“. Während einer Reise an die polnische Ostsee entbrennt zwischen lauter Tristesse und gelangweilten Tischtennisspielen ein Streit zweier Jungen um ein Mädchen. So weit, so gewöhnlich. Doch das unprätentiöse Teenagerdrama – Henner Wincklers Regiedebüt – verzichtet auf ein Happy End. Eine Mutprobe der beiden konkurrierenden Halbstarken findet ein tödliches Ende.

Von Johanna Stein

5. Dürfen wir wirklich so viel feiern und trinken, wie ältere Schüler erzählen?

Wenn es auf Studienfahrt geht, sind die meisten Schüler schon 18 Jahre alt. Die Lehrer wollen normalerweise selbst eine schöne Zeit verbringen und nicht das Kindermädchen spielen. Auch wir Schüler wissen, dass wir nicht übertreiben sollten. Aber wir wollen eben Spaß haben und uns nicht aus Pubs oder Clubs zerren lassen. Von den älteren Schülern habe ich gehört, dass unsere Lehrer in diesem Punkt entspannt sind. Sie sagen, dass sie uns vertrauen und sich darauf verlassen, dass niemand mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus landet.

6. Wie viel Taschengeld nehme ich bloß mit?

Das Problem kennt wahrscheinlich jeder: Meistens nehmen wir dann doch mehr Geld mit, als wir brauchen. Aber lieber zu viel als zu wenig. Es kommt auch darauf an, ob die Verpflegung im Preis enthalten ist oder nicht. In unserem Hostel gibt es nur Frühstück, also muss ich schon mal Geld für Lunch und Abendessen einplanen. Außerdem will ich schon ein bisschen shoppen und Souvenirs für meine Freunde mitbringen. Da packe ich vorsichtshalber lieber etwas mehr Geld ein.

7. Wer schläft wo?

Das Problem der Zimmeraufteilung kennen wir schon von vorherigen Klassenfahrten. Im letzten Schuljahr sollte aber kein Streit mehr darüber entfachen, wer mit wem einen Raum teilt – wir sind schließlich so gut wie erwachsen. Natürlich gibt es weiterhin eine Trennung zwischen Jungen und Mädchen. Ich habe bisher noch nicht gehört, dass bei anderen Fahrten da ein Auge zugedrückt wurde. Besuchen kann man sich ja sowieso gegenseitig.

8. Wie wird der Kontakt mit meinen Mitschülern sein?

Mit 20 Leuten durch die Straßen zu ziehen kann auf Dauer ziemlich anstrengend sein. Am Ende hat dann doch jeder andere Interessen. Manche wollen entspannt durch die Stadt bummeln, bei anderen stehen weitere Sehenswürdigkeiten auf der Liste. Klar, das offizielle Programm machen wir alle zusammen. Aber sobald Freizeit angesagt ist, werden wir uns automatisch in einzelne Grüppchen aufteilen. Ich finde es super, Aktivitäten im Kursverband zu haben – gerade, weil es unsere letzte gemeinsame Fahrt ist. Allerdings freue ich mich auch auf die Stunden, in denen wir Freizeit haben. Shoppen lässt es sich dann doch besser in Dreier- oder Vierergruppen.

Von Louisa Vietmeyer

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