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ZiSH Work & Travel in Neuseeland
Hannover ZiSH Work & Travel in Neuseeland
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13:32 09.02.2018
Sonnenaufgang über dem Lake Wanaka: Lea Kröger und Paula Schmundt wandern um vier Uhr morgens auf den Berg Roys Peak.  Quelle: fotos: Villnow (2)
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Hannover

 Den Kopf in den Nacken legen, eine Knospe abrupfen, wegschmeißen – und alles wieder von vorn: Tagelang haben Lea Kröger und Paula Schmundt die gleiche, eintönige Arbeit auf einer Kiwi-Plantage in Neuseeland gemacht. „Wir hatten nicht nur Nackenschmerzen, sondern es war auch mega langweilig. Das machen wir nicht noch einmal“, erzählen die beiden 18-Jährigen. Immerhin: Die Kiwis konnten danach frei wachsen.

Vergangenen Sommer hielten die Abiturientinnen ihre Zeugnisse in den änden, wenig später ihre Flugtickets nach Neuseeland. Dort machen sie jetzt ein Jahr Work-and-Travel. Das heißt, sie reisen durch das Land und finanzieren ihre Reise durch gelegentliche Kurzzeitjobs. Ihren Aufenthalt müssen sie selbst organisieren, hier hilft kein Verein. Die beiden haben dadurch viel Freiheit – aber eben manchmal auch nicht ganz so tolle Jobs.

„Herr der Ringe“ hautnah

Ihre erste Stelle auf der Kiwi-Plantage fanden die beiden über die Webseite backpackerboard.co.nz. Im Gegensatz zu Australien gibt es in Neuseeland noch eine größere Auswahl von Möglichkeiten, als Backpacker Geld zu verdienen. Auch wenn die Arbeit dem Rücken nicht guttat – ihrem Konto dafür umso mehr. Pro Woche geben die zwei etwa 210 Euro für Essen, Sightseeing und Unterkunft aus.

Zu Beginn ihrer Reise haben die Lehrterinnen einen Campervan gekauft, der nun zu ihrem mobilen Zuhause geworden ist. Für das Nötigste ist gesorgt: Eine kleine Küche und ein Bett sind im Van eingebaut. Toiletten finden sie auf den Campingplätzen, die es überall gibt und billiger sind als Hostels.

In ihrem Van können die beiden immer dort schlafen, wo es gerade am praktischsten ist: In der Nähe ihres Arbeitsplatzes oder an der nächsten Wanderroute. „Auf der wohl berühmtesten Wanderstrecke Neuseelands haben wir den Schicksalsberg aus den ,Herr der Ringe’-Filmen im Tongariro-Nationalpark gesehen“, erzählen die beiden.

Paula (links) und Lea reisen mit ihrem Van durch Neuseeland.

Fast jeder vierte junge Mensch mit Interesse an Work-and-Travel möchte gern nach Neuseeland reisen, wie eine Umfrage der Initiative Auslandszeit zeigt. „Wir haben uns für das Land entschieden, weil wir weit weg von zu Hause wollten.

Trotzdem ist es kein so großer Kulturschock“, erzählen Lea und Paula. In Neuseeland verständigen sie sich mit Englisch. Im Supermarkt findet sich viel Vertrautes: Zu Weihnachten bereiteten sie ein Raclette zu.

Auf ihre Reise bereiteten sich Paula und Lea mit Privatvideos aus dem Internet vor, in denen ehemalige Backpacker von ihren Erfahrungen berichten und zum Beispiel Tipps zum Visum geben. Bei der Einreise müssen in Neuseeland rund 2 700 Euro pro Person auf einem Girokonto nachgewiesen werden.

Viel Freiheit, viel Verantwortung

Einmal angekommen, konnte Lea und Paula fern vom Hotel Mama nun keiner mehr helfen. Eigenständig mussten sie sich um den Kauf ihres Campervans kümmern, dazu eine Versicherung abschließen und neuseeländische Bankkonten eröffnen.

Für Paula waren die ersten Tage eine Überforderung: „Das war so eine ungewohnte Situation. Wir hatten keine Ahnung von nix. Dazu kam auch ein bisschen Heimweh.“

Die Neuseeländer haben Lea und Paula schon in ihr Herz geschlossen: „Alle sind viel freundlicher, hilfsbereiter und offener. An Deutschland vermissen wir nur Freunde und Familie und würden am liebsten für immer hier bleiben.“ Ein weiterer Grund: die vielfältige Landschaft Neuseelands.

In den Kaiate Falls sind sie von Felsen in das tiefblaue Wasser gesprungen und von der Spitze des Roys Peak haben sie den Sonnenaufgang genossen. Bei ihren Abenteuern konnten die zwei dann auch endlich ihre neu gewonnenen Freiheiten genießen, nachdem sich ihre Rücken von der Tortur auf der Kiwi-Farm erholt hatten.

Von Sophie Richter

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