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ZiSH Die Schulzeit im Qualitäts-Check
Hannover ZiSH Die Schulzeit im Qualitäts-Check
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12:31 04.05.2018
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Zu wenig Freizeit!

Die Freizeitangebote sind insgesamt gut, nehmen aber mit der Schulzeit an Qualität ab. Für jüngere Schüler sind die Pausen das Highlight jedes Schultages. Nervig: Tischtennisplatten und Klettergerüste auf dem Schulhof sind meist innerhalb von Sekunden belegt – keine Reservierungsmöglichkeiten.

Die Interessen der älteren Schüler werden weniger berücksichtigt. Viele Schüler werden so gezwungen, Hausaufgaben abzuschreiben, das Schulgelände zu verlassen und zum Supermarkt oder in die Raucherecke zu gehen. Das Schulpersonal versucht, diese Eigeninitiativen zu unterbinden. Ein dreister Eingriff in die Privatsphäre der Kunden!

Immerhin bringt die Schulpflicht einen unschlagbaren Vorteil mit sich: Man sieht seine Freunde jeden Tag und kann im Lauf der Zeit auch neue Leute kennenerlernen.

Außerhalb der Unterrichtszeit wird die eigene Freizeit zunehmend durch schulische Verpflichtungen beeinflusst. Der zu erledigende Umfang an Lernen und Hausaufgaben wird den Erwartungen von freier Zeit nicht mehr gerecht. Was hat man sich dabei gedacht? Der Versuch, trotzdem ein Leben außerhalb dieser Institution zu haben, bewirkt, dass Lernen, Hausaufgaben oder Präsentationen die Nächte in Anspruch nehmen. Dieser Umstand sollte schnellstmöglich korrigiert werden. 

Emma Schell

Freizeit: ***

Fadenscheiniges Personal!

Das Schulpersonal unterliegt, wie in den meisten öffentlichen Einrichtungen, starken Stimmungsschwankungen. Wer großen Wert auf gute Laune legt, sollte seine Anliegen am besten an Freitagen oder kurz vor dem Ferienstart vortragen.
Zahlreiche Lehrkräfte zeichnen sich durch widersprüchliches Verhalten aus: Sie legen großen Wert auf die Pünktlichkeit ihrer Kunden. Ausreden sind nicht erwünscht. Sie selbst erscheinen trotz geringer Distanz zwischen Lehrerzimmer und Klassenraum regelmäßig zu spät. Ihre Ausflüchte sind leicht zu durchschauen und fadenscheinig. Hier sollte dringend ein Seminar angeboten werden.

Dulden keine Ausflüchte: Lehrer. Foto: DPA

Besonders reizbar sind die Lehrkräfte in Bezug auf Gegenleistungen: Die Korrekturen einfacher Klassenarbeiten ziehen sich zum Teil über mehrere Monate. Beim Austeilen der Klausuren ist das Personal oft flapsig und fordernd. Auch hier herrscht Schulungsbedarf.

Pluspunkte sammelt das Kollegium durch Filmvorführungen während des Unterrichts. Bedauerlich nur, dass sie das technische Gerät nicht selber holen, sondern immer die Schüler schicken. Im Sommer verlegen sie den Unterricht dankenswerter Weise gern an die frische Luft. Zu besonderen Anlässen werden die Kunden zur Eisdiele eingeladen – aber jeder nur eine Kugel.

Manuel Behrens

Personal: ***

Antikes Interieur!

Wer eine luxuriöse Einrichtung und an den Schüler  individuell angepasste Ausstattung erwartet, wird enttäuscht. Tische und Stühle versprühen zwar antiken Charme, sind aber auch alt und abgenutzt. Wer darunter fasst, kann Kaugummiss von anno dunnemals finden. Die Stühle sind praktisch, aber ungepolstert –  und dementsprechend ungemütlich. Schlafen ist darauf unmöglich! Dafür lässt sich auf ihnen gut kippeln – Nervenkitzel garantiert.

Updates gibt es mittlerweile im Bereich der Unterrichtsmedien: Altmodische Kreidetafeln werden zunehmend durch Whiteboards ersetzt.  Leider sind die Whiteboardmarker meist leer. Der Austausch erfolgt zum Glück meist problemlos bei der netten Schulassistentin.

Weiterer Kritikpunkt: Die Turnhallen. Auf den ollen Matten, Trampolinen und Barren hat sich vermutlich schon die Großelterngeneration blaue Flecken geholt – höchste Zeit für etwas Neues. 

Ein größerer Makel sind die sanitären Anlagen: Auf dem Boden sind verdächtige Pfützen, und überall liegt Toilettenpapier herum. Die Papierhandtücher sind ständig aus. Und dieser Geruch! Lieber weniger trinken und dann daheim auf Klo gehen. Jede Autobahntoilette ist sauberer!

Jeffrey Ji-Peng Li

Ausstattung: **

Vielfältiger Service!

Erfreulicherweise können sich Kunden an Schulen meist eines breiten Angebots an außerschulischen Aktivitäten bedienen: Klassenfahrten, Schüleraustausch sowie Tutoren- und Abschlussreise lockern den Schulalltag maßgeblich auf. Wer Anspruch auf individuelle Reiseplanung legt, ist hier allerdings falsch: Das Lehrpersonal bestimmt allein den zeitlichen Ablauf und sogar die Bettgehzeiten. Warum?

Wer im Unterricht nicht hinterherkommt, kann Hausaufgabenhilfen und Förderprogramme in Anspruch nehmen. Dieser Service ersetzt teuren Nachhilfeunterricht daheim und das Zimmer muss nicht für den Nachhilfelehrer aufgeräumt werden. Gute Idee!

Zudem werden auch sportliche Events abgehalten, wie zum Beispiel die Skifreizeit, Fußallturniere und natürlich die Bundesjugendspiele. Hier haben Schüler, die chronisch unter schlechten Noten leiden, die Möglichkeit, ihren Schnitt durch schnelles Laufen aufzubessern.

Nachjustiert werden sollte das Angebot an Arbeitsgemeinschaften, kurz AGs. „Das Lernen lernen“, „Pausen sinnvoll nutzen“ oder „Atmen für Anfänger“ sind denkbar humorlose Veranstaltungen – kaum alltagstauglich. Wie wäre es mit „Abschreiben leicht gemacht“ oder „Pausenbrote unauffällig entsorgen“?

Abby Amoakuh

Ausstattung: ****

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