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HAZ-Autotests Der rollende Spiegel
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13:03 18.04.2018
Fiat-500-Fahrer können künftig in den Mirror-Sondermodellen ihr Smartphone komplett einbinden. Quelle: Hersteller

Nicht einmal der jüngste Skandal um den Datenmissbrauch kann die Smartphone-Jünger davon abhalten, permanent Persönliches mit der Außenwelt zu teilen. Um auch beim Autofahren ständig online sein zu können, bietet Fiat mit den Sondermodellen 500 Mirror den rollenden Untersatz für diese Zielgruppe an. Wie der englische Begriff Mirror bereits andeutet, lassen sich die Daten des eigenen Mobiltelefons auf den Sieben-Zoll-Monitor im Fiat 500 Mirror spiegeln.

Gleich drei Ableitungen bietet Fiat als Mirror-Sondermodell an: den Basis-500er, den Crossover 500X sowie den größeren 500L. Nach dem Einsteigen ins Auto geht der erste Griff des Fahrers künftig  direkt in die Tiefen der Mittelkonsole und zum Anschluss des Smartphones an das Kabel in der USB-Buchse. War früher einmal der kleine Schminkspiegel das wichtigste Accessoire, so ist es heute der Smartphone-Spiegel.

Kontrolle vom Sofa aus 

Unter dem Namen Link-System fassen die Italiener die Einbindung des Smartphones ins Entertainmentsystem zusammen. Darüber hinaus bietet Fiat mit dem serienmäßigen Uconnect Live und Mopar Connect digitale Beifahrer an. Hiermit können Dienstleistungen zur Sicherheit sowie Informationen zum Fahrzeugzustand und -standort abgerufen werden. Von der Couch im Wohnzimmer lassen sich fahrzeugrelevante Daten (Batterie, Kraftstoff, Reifendruck) per Fernabfrage klären. Dieser Dienst ermöglicht zudem die Fahrzeuglokalisierung, zum Beispiel nach einem Diebstahl. Sobald eine voreingestellte Geschwindigkeit überschritten oder ein vorher definierter Bewegungsradius verlassen wird, meldet das Fahrzeug einen Alarm ans eigene Smartphone. So kann auch der besorgte Vater den Aktionsradius der mobilen Tochter überwachen.

Kompletter Zugriff auf die Handy-Daten

Das komplette Spiegeln der Smartphone-Daten auf den Monitor des Fahrzeugs kann sicherlich auch zu unerwünschten Situationen führen, wenn für die Liebste auf dem Beifahrersitz sichtbar wird, dass gerade Schatzi Nummer zwei für den Fahrer anruft. Und so bietet Fiat für die Testfahrt eigene Mobiltelefone an, um Irritationen unter den Testkollegen auszuschließen. Also Motor starten, das Smartphone ist bereits am Kabel angeschlossen, doch wie Sie sehen, sehen Sie nichts. „Das muss der Vorführeffekt sein“, entschuldigt sich die junge Dame aus der Kommunikationsabteilung.  Kurzerhand verlassen wir den 500X und wechseln in den größeren 500L. Wir haben gerade Platz genommen, da heißt es, alles retour. Zurück in den 500X. Im zweiten Anlauf funktioniert das Spiegeln des Smartphone-Bildschirmes auf den Monitor dann doch. „Das Handy ist wohl zu kalt gewesen“, heißt es seitens der Fiat-Verantwortlichen. Einverstanden. Niemand lässt sein digitales Leben, wie die Generation Facebook den smarten Begleiter nennt, über Stunden einsam im kalten Fahrzeug zurück. Der Vorwurf der Schönwettertechnik kann gerade noch widerlegt werden. Bei der Fahrt durch den dichten Stadtverkehr funktioniert das Orientieren per gespiegeltem Smartphone-Navi problemlos.

Sondermodelle mit besonderer Ausstattung

Über alle drei Mirror-Modelle verteilt rechnet Fiat mit einem Verkaufsanteil von 10 Prozent am Gesamtabsatz des 500ers. So verfügen die Sondermodelle über eine höherwertige Grundausstattung inklusive Klimaanlage, 16-Zoll-Leichtmetallrädern, Tempomat und Lederlenkrad mit Multifunktionstasten. Beim Basis-500-Mirror beginnt der Einstieg in die digitale Welt ab 16 290 Euro für den 69-PS-Benziner. Mithilfe einer Eintauschprämie in Höhe von 2500 Euro für den Altwagen lässt sich der Preis (bis Ende April) noch reduzieren. Für den 500X Mirror muss „der junge und hippe Kunde“, so die Zielgruppendefinition, mindestens 19.490 Euro hinblättern. Das Familienmodell 500L beginnt in der 95-PS-Basisversion bei 16.990 Euro. Die bekannten Motoren der Fiat-500-Familie umfassen eine Spanne von 69 bis 140 PS.

Fiat 500

Motoren 1 Diesel, 3 Benziner
Diesel 70 kW/95 PS
Benziner 51–77 kW/69–105 PS
Max. Drehmoment 102–200 Nm
0–100 km/h 10,0–12,9 s
Spitze 160–188 km/h
Verbrauch 4,1 l Diesel, 3,4/4,2 l Super
CO2-Emission 90–115 g/km
Länge/Breite/Höhe 3,57/1,63/1,49 m
Kofferraum 185 l
Radstand 2,30 m
Preis 16.290 bis 19.740 Euro

Von Markus Beims/RND

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