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HAZ-Autotests Von samtweich bis knurrig grollend
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11:22 14.02.2018
Sportlich-dynamisch: Der Honda Jazz erhält auch optisch ein ansprechendes Facelifting. Quelle: Hersteller
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Die Zeiten, in denen Formel-1-Boliden mit Honda-Motoren der Konkurrenz um die Ohren fuhren, sind längst vorbei. Im Jahr 1991 gewann letztmals ein Auto mit einem Aggregat des japanischen Herstellers die Fahrer-WM der Königsklasse. Den Anspruch, gute Motoren zu bauen, haben sich die Honda-Verantwortlichen allerdings bis heute erhalten. Und so präsentieren die Japaner aktuell gleich zwei Modelle mit neuen Antrieben: Der Honda Jazz erhält einen 1,5-Liter-Benziner mit 130 PS, und die im Vorjahr vorgestellte zehnte Generation des Honda Civic ist nunmehr auch als 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS zu bekommen.

Auf dem deutschen Markt hat es Honda nicht gerade leicht angesichts der Modellvielfalt der starken einheimischen Konkurrenz und der Mitbewerber aus dem eigenen Land. Gerade einmal 20.199 Neuzulassungen konnten die Japaner im Jahr 2017 hierzulande verzeichnen. Jeweils rund 23 Prozent des Absatzes entfallen dabei auf die „Bestseller Jazz und Civic“, betont Peter Hofmann, Manager PR/Marketing Honda Deutschland. Bei nicht einmal 5000 verkauften Einheiten pro Jahr und Modell fällt es demnach schwer, die beiden Fahrzeuge regelmäßig im Straßenverkehr wahrzunehmen. Dazu bedarf es der vier- bis sechsfachen Anzahl, meinen Brancheninsider. Mit der Erweiterung des Motorenangebotes, „das sich an den Kundenwünschen orientiert“, wie Pressechef Hofmann betont, ist man breiter aufgestellt und will das Interesse der deutschen Käufer mehr ansprechen.

Aufgefrischte Optik für mehr Erfolg

Beim Jazz allerdings versucht es Honda nicht nur mit einem neuen Motor. Auch die Optik wurde zum Modelljahr 2018 aufgefrischt und „mit sportlichen Design-Neuerungen versehen“, sagt Pressechef Hofmann. Markanter und dynamischer kommt er jetzt daher, doch ist die optische Ausstrahlung des Jazz noch nie der entscheidende Kaufgrund gewesen. Das überaus großzügige Platzangebot des Vier-Meter-Autos ist es, was die Käufer als Erstes anspricht. Die Maximierung des Innenraums, die den Insassen zugute kommt, ist selbst auf der Rücksitzbank greifbar. Honda spricht gar vom „größten Innenraum seiner Klasse“. Das Kofferraumvolumen von 354 bis 1314 Litern leidet darunter indes nicht. Die niedrige Ladehöhe macht das Beladen umso leichter, die „Magic Seats“ (magischen Sitze) mit vier Konfigurationsmodi sorgen zudem für maximale Variabilität. Das größte Interesse gilt allerdings dem 1,5-Liter-Benziner mit 130 PS.

Schnelles Leichtgewicht

Der letzte Formel-1-Weltmeister mit einem Honda-Motor hätte seine Freude gehabt an der Durchzugskraft (155 Newtonmeter) des 1,5-Liter-i-VTEC. Zugleich hätte sich Ayrton Senna allerdings auch über das knurrige Grollen des Vierzylinders gewundert. Spurtfreudig und geräuschvoll, aber keinesfalls aufdringlich und lärmend kommt der Jazz daher. Gemeinsamkeiten mit dem Musikstil sind rein zufällig. Zugute kommt dem Jazz ein Leergewicht von gerade einmal etwas mehr als 1100 Kilogramm. Damit kann der Japaner auf der Autobahn sogar vermeintlich stärkere Modelle ärgern. Erst bei 190 km/h ist Schluss mit dem Vorwärtsdrang. Vorstellung gelungen. Der Jazz bleibt auch mit dem 1,3-Liter-Benziner und 102 PS erhältlich (ab 16.640 Euro), doch die 19.990 Euro für den 1,6-Liter-Reihenvierzylinder sind gut angelegtes Geld für den Sechsgang-Schalter. Die CVT-Automatik kostet 1300 Euro Aufpreis.

Geräumiger Wagen mit zahlreichen Sicherheitsfeatures

Dieselmotoren werden nicht nur aktuell stark diskutiert, in der Formel 1 gab es die Selbstzünder noch nie. Allerdings hätte ein Ayrton Senna an dem 1,6-Liter-i-DTEC-Aggregat im Honda Civic reichlich Freude gehabt. Leise und vibrationsarm, dabei durchzugsstark und sparsam. Lediglich 3,8 Liter Verbrauch zeigt der Bordcomputer beim gemächlichen Dahinrollen auf der Landstraße an. Nach dem Zwischenspurt auf der Autobahn wandert die Anzeige auf 4,6 Liter und erst im zähen Stadtverkehr wird die 5,0-Liter-Marke durchbrochen. Mit seinem Drehmoment von 300 Newtonmetern kann der Civic Diesel (21.390 bis 30.690 Euro) in vielerlei Lebenslagen bestehen – und Fahrfreude bereiten. Zudem haben die Ingenieure viele Anstrengungen unternommen, den Selbstzünder sauberer zu machen. Eine Verringerung der Zylinderreibung und eine erhöhte NOx-Umwandlungseffizienz sollen ihren Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten. Als Vier- und Fünftürer bietet Honda sein Weltauto. Schade eigentlich, dass dieses geräumige und mit zahlreichen Sicherheits- und Konnektivitätsfeatures ausgestattete Fahrzeug hierzulande so selten zu sehen ist.

Honda Jazz 1,5 i-VTEC

Motor 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner
Leistung 96 kW/130 PS
Max. Drehmoment 155 Nm
0–100 km/h 8,7 s
Spitze 190 km/h
Verbrauch 5,9 l Super
CO2-Emission 133 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,05/1,69/1,53 m
Leergewicht 1104–1136 kg
Kofferraum 354–1314 l
Radstand 2,53 m
Getriebe Sechsgang-Schaltung
Preis ab 19.990 Euro

Von Markus Beims

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