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13:38 11.04.2018
Sportlich-eleganter Sonnenanbeter: Mini hat sein Cabrio (Bild unten) rechtzeitig zur bevorstehenden Frischluftsaison überarbeitet. Quelle: Hersteller

Es gibt Autos, die sich treu bleiben. Der Mini gehört zweifelsohne dazu, denn nur wenigen Herstellern ist es gelungen, den Kult- und Legendenstatus früherer Jahrzehnte derart in die Neuzeit zu transportieren, wie es BMW mit der britischen Traditionsmarke gelungen ist. Nun haben die Bayern ihren Neo-Klassiker dezent überarbeitet und fit gemacht für die Zukunft. Von einst sieben Modellableitungen sind fünf übrig geblieben. Davon erhalten das Cabrio, der Drei- und der Fünftürer exakt ein Dutzend Änderungen spendiert, die dem kleinen Mini auch in Zukunft den Spitznamen eines Restwertriesen verleihen sollen. Wie es der Betrachter von einem Facelift gewohnt ist, will der Hersteller weder die Bestandskunden verärgern noch zu viel von einem anstehenden Modellwechsel preisgeben.

Mini zeigt Flagge

Das neue Dutzend auf den ersten Blick zu erkennen dürfte selbst eingeschworenen Mini-Liebhabern nicht leichtfallen. Am Anfang steht das neue Mini-Logo, das jetzt im zweidimensionalen „Flat-Design“ daherkommt und durch die Konzentration auf das Wesentliche den neuen Markenauftritt repräsentieren soll. Hätten Sie es erkannt? Einfacher zu identifizieren sind die neuen LED-Scheinwerfer und die LED-Heckleuchten im Union-Jack-Design. Wer einen Briten fährt, soll sich auch optisch dazu bekennen. Fragen nach dem Brexit umschiffen die Verantwortlichen derweil bevorzugt mit dezent hochgezogenen Augenbrauen.

Zeigt Flagge: Die neue LED-Heckleuchte im markanten Union-Jack-Design. Das kleine Foto oben zeigt beispielhaft das individualisierte Cockpit, hier im britischen Look. Quelle: Hersteller

Ein weiteres optisches Gimmick ist die austauschbare Dekoleiste auf der Beifahrerseite des Armaturenbretts. Dort darf sich jeder Individualisierungsliebhaber voll austoben und für jeden Anlass Farbe, Material und Schriftzug auswählen. Für 145 Euro pro Stück kann man beispielsweise dem neuen Schwarm mit einer kurzen Liebeserklärung mächtig imponieren. Womit auch eine der grundsätzlichen Fragen endlich geklärt werden kann. „Nein, der Mini ist kein typisches Frauenauto“, betont Markus Sagemann, Leiter Kommunikation Mini.

Zwar sind die Käuferinnen und Käufer eines Mini im Durchschnitt jünger als bei anderen Premiummarken, doch welches Familienmitglied das Auto letztendlich fährt, lässt sich selbst mit der ausgefeiltesten Studie nicht ermitteln.

Modern unterwegs

Digitale Dienste wie Mini Connected und erweiterte Konnektivitätsoptionen mit serienmäßiger USB- und Bluetoothschnittstelle finden sich ebenfalls im kleinen Briten. Auf der Antriebsseite sollen weiterentwickelte Motoren mehr Effizienz bewirken. So schöpft der Dreizylinder-Einstiegsbenziner im Mini One seine Kraft nunmehr aus 1,5 Litern Hubraum, alternativ zur Sechsgang-Schaltung wird zudem eine Siebengang-Steptronic mit Doppelkupplung angeboten. Der Mini Cooper SD erhält gar serienmäßig eine Achtgang-Automatik.

Gokart-Feeling auf der Straße

Zur Testfahrt steht zunächst der Mini Cooper S als Dreitürer mit 192 PS zur Verfügung. An der Fahrdynamik hat sich nichts verändert, das bekannte Gokart-Feeling kommt auf den kurvigen Landstraßen angesichts der Leistung bestens zur Geltung. Das Angebot an neuen Lederausstattungen und Interieuroberflächen vermittelt zudem einen noch hochwertigeren Eindruck.

Probefahrt mit Hindernissen

Als wir ins Cabrio (ab 23.300 Euro) umsteigen wollen, öffnet der Wettergott die Schleusen. Das Verdeck bleibt leider geschlossen, unser Gepäck bekommt vor dem Einladen zunächst eine Regendusche ab. Problem: Die Kofferraumöffnung ist zu klein und muss erst einmal per Hand vergrößert werden. Dazu wird das Verdeck am Heck leicht angehoben und mit zwei Halterungen arretiert. Nun ist Platz genug. Eine praktische, aber auch knifflige Angelegenheit, wenn man diese Prozedur zum ersten Mal durchführt. Bei der flotten Autobahnfahrt dringen die Außengeräusche lauter ins Innere des Cabrios, als uns lieb ist, allerdings sind die hohen Abrollgeräusche auch dem rauen Asphalt geschuldet. Klar ist: Wer Cabrio fährt, weiß, dass man nicht die Frage nach der Alltagstaglichkeit stellen darf – ein Cabrio ist auch immer Ausdruck eines Lebensgefühls.

Unser Fazit: Der dezent modernisierte Mini weiß in vielerlei Hinsicht zu überzeugen und dürfte seine Fangemeinde noch vergrößern – besonders mit der neuen Individualisierungsnote. Bei den zurzeit niedrigen Zinsen ist der flotte Brite mit seinem geringen Wertverlust dazu eine echte alternative Geldanlage.

Mini 3-Türer

Motoren 4 Benziner, 3 Diesel
Diesel 70–125 kW/95–170 PS
Benziner 55–141 kW/75–192 PS
Max. Drehmoment 160–360 Nm
0–100 km/h 6,8–12,8 s
Spitze 175–235 km/h
Verbrauch 4,9–6,1 l Super/3,8–4,2 l D.
CO2-Emission 99–139 g/km
Länge/Breite/Höhe 3,85/1,73/1,41 m
Kofferraum 211 l
Leergewicht 1110–1315 kg
Getriebe 6-Gang-S./7-, 8-Gang-Aut.
Preis ab 16.950 bis 25.600 Euro

Von Markus Beims

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