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Muss ein Rücken entzücken?

Muss ein Rücken entzücken?

Mit dem 6er Gran Turismo bedient BMW komfortorientierte Kunden mit üppigem Geldbeutel.

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BMW 6er Gran Turismo: Am Heck scheiden sich die Geister.

Quelle: Hersteller

Bei diesen Diskussionen hätte wohl jeder gern heimlich gelauscht. Hinter verschlossenen Türen haben die BMW-Verantwortlichen „intensiv und kontrovers diskutiert, ob der 5er GT einen Nachfolger haben soll“, sagt 6er-GT-Projektleiter Claus-Otto Griebel. Er selbst wirft die Frage auf: „Warum baut BMW ein weiteres Nischenmodell?“ Der Vorgänger hat sich in acht Jahren am Markt gerade einmal 200.000-mal verkauft. Nicht unbedingt ein Quotenbringer wie die beliebte 3er-Reihe oder die X-Modelle. „Wir wissen jedoch, dass unsere Kunden jene Nischenmodelle schätzen und sich so an die Marke BMW binden“, sagt Projektleiter Griebel. Dabei ist es doch insbesondere das Design, das den Autokäufer ansprechen soll – idealerweise als Liebe auf den ersten Blick. Doch genau das ist es, was auch schon dem Vorgänger das Leben hierzulande schwer gemacht hat. Beim Anblick des Hecks gehen die Meinungen weit auseinander. Dass sich die Rückpartie des 6er Gran Turismo jeglichem Mainstream-Styling verweigert, darf diesem wohlwollend als Pluspunkt zugerechnet werden. „Wir wollten ein emotionales Design ohne Einschränkung des Komforts schaffen“, meint Griebel abschließend.

Ein Wagen für anspruchsvolle Kunden

Nun, Komfort ist das Letzte, was die Insassen am 6er Gran Turismo vermissen dürften. Sowohl Fahrer und Beifahrer als auch die Hinterbänkler finden ein großzügiges Platzangebot vor. So, wie es sich für einen Gran Turismo gehört, der nicht mit dem sportlicheren 6er Gran Coupé verwechselt werden will. Der neue Gran Turismo steht auf der gleichen Architektur wie der aktuelle 5er und 7er. „Der BMW 6er Gran Turismo richtet sich an anspruchsvolle Kunden, die Wert auf Individualität, Ästhetik und außergewöhnlichen Fahrkomfort legen“, sagt Adrian van Hooydonk, BMW-Chefdesigner, mit Blick auf die gut situierte Zielgruppe. Mindestens 62.300 Euro müssen Kunden für den Einstiegs-GT 630i mit 2,0-Liter-Vierzylinderbenziner und 258 PS hinblättern. Immerhin ist das Achtgang-Steptronic-Getriebe dabei serienmäßig an Bord. Die Preisspanne bei den beiden Benzinmotoren reicht bis hin zum 640i xDrive für 70.700 Euro. Zwei durchzugsstarke Sechszylinder-Diesel bieten die Bayern ebenfalls an, verlangen dafür jedoch bis zu 73.500 Euro für den erst ab Anfang 2018 erhältlichen 640d.

Wiedererkennbares Design

Die Aufpreisliste ist wie immer lang. Bevor dem potenziellen Käufer beim Anblick der Preise für die Sonderausstattungen schwindlig wird, sollte er schnell auf dem Fahrersitz Platz nehmen. Hier ist der Wiedererkennungswert hoch. Das Cockpit ist unverwechselbar einem 5er-BMW zuzuordnen, Übersicht und Verarbeitung sind auf einem hohen Niveau, die Bedienung auch für Markenfremde intuitiv zu bewältigen. Endlich kann es losgehen.

Sportlich mit hohem Fahrkomfort

Der 3,0-Liter-Sechszylinder-Benziner ohne Allradantrieb lässt 340 Pferdestärken und 450 Newtonmeter von der Leine. Mehr braucht es wirklich nicht für einen Gran Turismo, um Langstrecken zügig zu absolvieren. Dass der angegebene Normverbrauch von 7,0 Litern eher einen Richtwert für das grüne Gewissen darstellt, sei einmal dahin- gestellt. Wer anderes erwartet, sollte sich in der Abteilung Kleinwagen umschauen. Dafür verwöhnt der 640i GT die Insassen mit einem selbst bei schnell gefahrenen Kurven und holprigen Landstraßen hohen Fahrkomfort sowie einem Handling, das auch einem Sportler aus dem Hause BMW gerecht werden würde. Serienmäßig ist für alle Komfortverwöhnten die Hinterachsluftfederung mit automatischer Niveauregulierung. Über besagter Hinterachse befindet sich ein Gepäckraum mit 610 Litern Volumen, der sich auf bis zu 1800 Liter erweitern lässt. Mit so viel Gepäck reisen überzeugte Gran-Turismo-Idealisten für gewöhnlich nicht in das lange Wochenende und als schnöde Umzugskutsche ist der 6er GT nun wirklich viel zu schade.

Fazit: Während der 6er Gran Turismo fahrerisch absolut überzeugt, bleibt die optische Symbiose aus Schräghecklimousine und Sportkombi gewöhnungsbedürftig.

Von Markus Beims

BMW 6er GT

Motoren 2 Diesel, 2 Benziner
Diesel 195/235 kW–265/320 PS
Benziner 190/250 kW–258/340 PS
Max. Drehmoment 400–680 Nm
0–100 km/h 5,3–6,3 s
Spitze 250 km/h
Verbrauch 4,9/5,8 l Diesel, 6,2/7,0 l Super
CO 2-Emission 129–159 g/km
Länge/Breite/Höhe 5,09/1,90/1,54 m
Kofferraum 610–1800 l
Radstand 3,07 m
Getriebe Achtgang-Automatik
Preis 62.300 bis 73.500 Euro

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