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Darf es etwas mehr sein?

Mit dem Skoda Karoq auf Probefahrt Darf es etwas mehr sein?

Nach dem Kodiaq rollt Skoda mit dem Karoq ein  Kompakt-SUV vor, das Marktanteile sichern soll.

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Skoda Karoq: Das SUV ersetzt den Yeti und trägt sowohl außen als auch innen das neue Design der tschechischen Automarke.

Quelle: Hersteller

„Und noch eines“, möchte man laut ausrufen, angesichts der Menge von Kompakt-SUVs, die derzeit den Automarkt fluten. Nach dem großen Bruder Kodiaq lässt Skoda nun einen etwas kleineren Bären von der Leine – den Karoq. Wie kommen die Hersteller nur immer wieder auf diese Namen, die ja bekanntlich als Synonym über Jahre einen bestimmten Typ Fahrzeug charakterisieren sollen? Die Bezeichnung Karoq ist ein Kunstbegriff aus zwei Wörtern und entstammt dem Sprachgebrauch der Ureinwohner Alaskas. Die Wortstämme für Auto und Pfeil nehmen damit Bezug auf die Fahrzeuge und das Markenlogo der Tschechen. Zugleich löst der neue Karoq den beliebten Yeti ab, der Ende 2017 ausläuft. Was kann der Neue, der seit Anfang des Monats auf dem Markt ist? Und vor allem, was kann er besser als seine Mitbewerber?

Das Gesicht kommt einem bekannt vor. Bereits auf den ersten Blick ist der Karoq mit den zweigeteilten Scheinwerfereinheiten, dem markanten Kühlergrill sowie dem wuchtigen Stoßfänger als SUV der tschechischen Traditionsmarke zu erkennen. Auch beim Einstieg in den modernen Innenraum fühlen sich die Insassen umgehend zu Hause. „Schnörkellos“ fällt dem Betrachter beim Blick auf Cockpit und Interieur zuallererst ein. Extravaganzen können sich andere Hersteller leisten. Skoda setzt auf Bewährtes, ohne dabei bieder und unmodern zu wirken. Ganz bodenständig beginnen die Testfahrten daher auch mit dem 1,0-Liter-Basisbenziner mit 115 PS (ab 24 290 Euro in der Ausstattungslinie Ambition). Erst im kommenden Jahr wird eine Einstiegsversion in einer abgespeckten Ausstattungslinie für rund 20.000 Euro erhältlich sein.

Gemütliches Dahingleiten im Stadtverkehr

Das Siebengang-DSG-Getriebe für 1800 Euro Aufpreis gegenüber der Sechsgang-Handschaltung lässt im Stadtverkehr zwar ein gemütliches Dahingleiten zu, bei Überholvorgängen auf der Landstraße allerdings braucht der Dreizylinder einen kurzen Moment, um auf Touren zu kommen. Schließlich spurtet er ganz anständig los. Mit zwei Leuten und ein wenig Gepäck kommt der kleine Bär also ganz ordentlich zurecht. Wer für Familie und Freizeit mehr Leistung benötigt, kann aus zwei Benzinern (115/150 PS) und drei Dieseln (115, 150, 190 PS) wählen. Insbesondere die Selbstzünder gehen spürbar kraftvoller zu Werke, wollen dafür natürlich auch besser entlohnt werden (ab 25 890 Euro). Die 190-PS-Version wird hierzulande allerdings erst ab Frühjahr 2018 verfügbar sein. Erwähnenswert ist zudem die Zylinderabschaltung beim 150-PS-Benziner. Wird die Leistung vorübergehend nicht benötigt, schalten sich der zweite und dritte Zylinder ab und helfen so beim Spritsparen und tragen zur Schonung der Umwelt bei.

Allradantrieb mit drei Motorisierungen kombinierbar

Bleiben wir zunächst dem Basis-Bärchen mit 115 PS treu und schicken den Kleinen ins leichte Gelände. Der Fronttriebler wühlt sich unwirtliche Feldwege und Steigungen hinauf, ohne allzu sehr unter dieser Herausforderung zu ächzen. Allradantrieb ist ebenfalls erhältlich und mit drei Motorisierungen kombinierbar; beim stärksten Diesel mit 190 PS wird das 4x4 serienmäßig an Bord sein. Zurück auf der Straße empfinden die Insassen die Federung auf welligen Straßen als ziemlich weich. „Der Karoq ist in der Basisversion komfortbewusst abgestimmt. Mit dem adaptiven Fahrwerk ist er natürlich auch sportlicher einstellbar“, sagt Christof Birringer, Leiter Unternehmenskommunikation Skoda Deutschland. Die adaptiven Dämpfer werden ebenfalls erst ab 2018 erhältlich sein.

Wenn Design und Preis dem aktuellen Mainstream folgend akzeptabel sind, vergrößert das automatisch die Zielgruppe. Als einen Allrounder für Alltagsverkehr, Offroad-Vergnügen und den Einsatz als Zugfahrzeug beschreibt Skoda den neuen Karoq und öffnet damit einer großen Schar potenzieller Interessenten Tür und Tor. Geöffnet werden kann auch die Heckklappe mittels eines Fußkicks unterhalb der hinteren Stoßstange. Komfortöffnung nennt sich dieser optionale Helfer, der die Skoda-typische Simply-Clever-Ausstattung ergänzt.

Die Eingangsfrage, was der neue Karoq besser kann, soll jeder für sich selbst beantworten. Aber mit seinem ansprechenden Preis-Leistungs-Verhältnis will der tschechische Allrounder etwas mehr sein als lediglich ein weiteres SUV in einem boomenden Segment.

Von Markus Beims

Skoda Karoq

Motoren 2 Benziner, 2 Diesel
Diesel 85/115 kW–115/150 PS
Benziner 85/115 kW–115/150 PS
Max. Drehmoment 200–340 Nm

0–100 km/h 8,4–10,9 s
Spitze 186–204 km/h
Verbrauch 4,3/5,2 l Diesel, 5,1/5,6 l Super
CO 2-Emission 115–138 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,38/1,84/1,60 m
Kofferraum 521–1600 l
Radstand 2,64 m
Getriebe 6-Gang-Schalter, 7-Gang-Autom.
Preis 24.290 bis 34.690 Euro

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