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10:53 30.05.2018
Tiefer, breiter, länger: Die dritte Generation des VW Touareg wirkt dynamischer als ihre Vorgänger. Quelle: Hersteller

Möchtegern oder Alleskönner? Wer die dritte Generation des VW Touareg aus der Nähe betrachtet, mag kaum glauben, dass dieser adrette Kraftprotz von der Mehrzahl seiner Besitzer gern auch für die Drecksarbeit herangezogen wird. „Der deutsche Käufer ist nutzwertorientiert. Rund 75 Prozent aller Touareg werden mit Anhängerkupplung ausgeliefert“, sagt Martin Hube von der VW-Produktkommunikation. So erklärt Hube auch, dass eine interne Diskussion über eine Absenkung der Anhängelast – wie bei so manch anderem Schönwetter-SUV geschehen – gar nicht erst im Raum stand. 3,5 Tonnen kann das Wolfsburger Muskelpaket auf den Haken nehmen und vom Pferdeanhänger bis zum Bootstrailer alles ziehen, was seinem Besitzer am Herzen liegt. Vertriebs- und Marketingvorstand Jürgen Stackmann untermauert dies mit Blick auf die ersten beiden Touareg-Generationen, die sich seit der Markteinführung im Jahr 2002 nahezu eine Million Mal verkauft haben. „Das Fahrzeug ist sich immer treu geblieben.“ Gleichwohl sei der Touareg ein Oberklasse-SUV und will sich auf hohem Niveau mit den Mitbewerbern messen. „Der Touareg ist unser einziges Fahrzeug im Premiumsegment“, betont Stackmann. Zahlungskräftige Kundschaft gibt es in den Top 3 der Touareg-Absatzmärkte genügend: China, Deutschland und Russland. Eine Langversion des in Bratislava gebauten Allradlers wird es allerdings nicht geben.

Das neue Flaggschiff der Niedersachsen

Geht es nach dem Willen der Verantwortlichen, so soll das neue Flaggschiff der Niedersachsen den Weg in eine erfolgreiche Zukunft weisen. Noch sind die Nachwehen der Dieselaffäre nicht ausgestanden, da rollt Volkswagen mit dem Dreiliter-V6-TDI einen weiteren starken Selbstzünder an den Start. Dieser erfüllt allerdings die Euro-6d-Temp-Abgasnorm und soll sich mit einem Normverbrauch von lediglich 6,9 Litern Diesel begnügen – bei gemächlicher Fahrt und ohne Pferdeanhänger. Zugute kommt der dritten Generation dabei eine Gewichtsersparnis von rund 106 Kilogramm gegenüber dem Vorgängermodell. Rank und schlank steht der Touareg allerdings nicht da, schließlich hat er in Länge und Breite zugelegt. Einzig in der Höhe büßt er stolze sieben Zentimeter ein, was dem Touareg jedoch gut steht und ihm sein zweites Gesicht verpasst: die sportliche Eleganz für den Auftritt vor der Oper. Chapeau!

Leise und unaufgeregt über die Autobahn

Unsere Testfahrt beginnt mit einer längeren Autobahnetappe. Hier scheint der V6-Selbstzünder allen Pferdeanhängern und Opern zum Trotz seine eigentliche Bestimmung gefunden zu haben. Leise und unaufgeregt, bei einem Tritt aufs Gaspedal jedoch jederzeit bereit für einen Zwischenspurt, präsentiert sich die 286-PS-Version mit Achtgang-Automatik, die bei der Vorstellung als einzige zur Verfügung steht. Erst bei sportlicher Kurvenfahrt wird sich der Fahrer bewusst darüber, dass er in einem rund zwei Tonnen schweren Geländegänger sitzt. Der aktive Wankausgleich macht sich bezahlt.

Unterwegs mit bis zu 367 PS

Wenn der neue Touareg hierzulande am 22. Juni zu den Händlern rollt, wird auch eine 231-PS-Variante erhältlich sein, im Herbst folgt ein V6-Benziner (340 PS). Und 2019 kommt mit dem V8-TDI gar ein 421 PS und 900 Newtonmeter starker Touareg auf den Markt, kündigt Stackmann an. Eine Ende 2019 nachzuliefernde Plug-in-Version soll eine Systemleistung von 367 PS aufweisen.

Bei den inneren Werten präsentiert sich der „Technologieträger im Konzern“ als Hightech-Flaggschiff. Vieles, was gut und teuer ist, findet sich im Touareg und der langen Aufpreisliste wieder. Das „Innovision Cockpit“ steht dabei stellvertretend für die Digitalisierung, die modernen „Nightvision“-Scheinwerfer für die Fahrerassistenzsysteme und die Massagesitze und der „Trailer Assist“ für Komfort und Alltagstauglichkeit der geplagten Pferdebesitzer. Eigentlich mangelt es dem neuen Touareg an nichts. Und so mag man auch bei der Betrachtung der inneren Werte kaum glauben, dass das VW-Premium-SUV von seinen Besitzern tatsächlich durch Schlamm und Matsch bewegt wird. Wir belassen es bei einem flotten Ritt über wellige Feldwege, wissen wir doch, dass der Touareg könnte, wenn er sollte. Der kraftvolle Niedersachse ist schließlich ein Alleskönner und kein Möchtegern.

VW Touareg 3.0 TDI

Motor 3,0-Liter-V6-Turbodiesel
Leistung 210 kW/286 PS
Max. Drehmoment 600 Nm
0–100 km/h 6,1 s
Spitze 235 km/h
Verbrauch 6,9 l Diesel
CO2-Emission 182 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,88/1,98/1,70 m
Kofferraum 810–1800 l
Leergewicht 1995 kg
Radstand 2,89 m
Getriebe Achtgang-Automatik
Preis ab 60.675 Euro

Von Markus Beims

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