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Kleiner Charakterkopf

Volvo XC40 im Test Kleiner Charakterkopf

Der neue Volvo XC40 soll den Schweden im hart umkämpften SUV-Segment weitere Marktanteile sichern.

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Kleiner Bruder: Der neue XC40 zeigt deutlich das Familiengesicht der Schweden und soll an den Erfolg des größeren XC60 anknüpfen.

Quelle: Hersteller

Da muss man grinsen: Bei der Präsentation des neuen Kompakt-SUV Volvo XC40 weist Pressechef Olaf Meidt auf die vielen kleinen Helfer im Innenraum des Schweden hin und erwähnt auch den Taschenhalter im Beifahrerfußraum. „Wir wollen mit dem XC40 viele Neukunden für Volvo gewinnen“, sagt Meidt mit Blick auf eine Zielgruppe, die um die schwedischen Autos bislang einen Bogen gemacht hat. Der Frauenanteil bei Volvo liegt über alle Baureihen betrachtet bei unter 10 Prozent. Wird der neue XC40 mit „Handtäschchenhalten“ zum Frauenversteher? Warten wir es ab. Klar ist jedoch: Da das SUV-Segment 2018 noch um ein weiteres Drittel wachsen wird, dürfte dieser neue Volvo für Individualisten vermutlich seine Fans finden und die Absatzzahlen weiter steigen lassen.

Scheinwerfer im „Thors Hammer“-Stil

Optisch unterscheidet sich Volvos erstes Kompakt-SUV von den beiden größeren Brüdern XC60 und XC90 insbesondere durch seine Linienführung. Auffälligstes Designmerkmal ist die extrabreite C-Säule mit einer markant geformten hinteren Seitenscheibe. Die LED-Scheinwerfer im „Thors Hammer“-Stil, der markante Kühlergrill mit Wasserfallmotiv und die vertikalen Rückleuchten sind typische Design-merkmale des aktuellen Modellangebots. Der auf Volvos neuer Plattform CMA (Compact Modular Architecture) basierende XC40 „soll dem Bestseller XC60 keine Konkurrenz machen“, sagt Meidt. Vielmehr sollen sich die Brüder im hart umkämpften SUV-Terrain ergänzen. Für den kompakten Charakterkopf XC40 „geben wir allerdings noch keinen Ausblick auf mögliche Verkaufszahlen, da wir uns in einem neuen Segment befinden und zunächst mit nur zwei Motoren starten“, ergänzt Meidt. Erst 2019, nach dem ersten vollen Verkaufsjahr des XC40, können die Schweden Bilanz ziehen.

Foto: Stimmig: Auch der Innenraum nimmt das bekannte Design auf.

Stimmig: Auch der Innenraum nimmt das bekannte Design auf.

Quelle: Hersteller

Knackig um die Ecken

Im Praxistest erweisen sich die beiden zum Marktstart am 8. März 2018 erhältlichen Vierzylinder als unterschiedliche Charaktere. Der 247 PS starke T5-Benziner (ab 46.100 Euro) macht auf schnurgeraden Autobahnpassagen ebenso Spaß wie in kurvigen Bergabschnitten. Die serienmäßige Achtgang-Automatik harmoniert prächtig mit dem Aggregat und geht dabei deutlich knackiger um die Ecken als der größere Bruder XC60. Der 190-PS-Selbstzünder D4 (ab 44.800 Euro) ist unterdessen nicht gerade im Flüsterton unterwegs und überzeugt am meisten auf der Langstrecke. Allrad ist ebenso serienmäßig wie das Bemühen um eine saubere Umwelt. Im T5 kommt erstmals ein Benzinpartikelfilter zum Einsatz, der D4 ist mit der selektiven katalytischen Reduktion (SCR) zur Reduzierung der Stickoxid-Emissionen ausgestattet. Derzeit beträgt der Dieselanteil bei Volvo über alle Baureihen betrachtet 89 Prozent. „Wir stellen jedoch fest, dass der Anteil der Bestellungen bei Benzinern nach oben geht“, fügt Meidt an. Gespannt sein dürfen potenzielle XC40-Interessenten daher auch auf den Dreizylinder-Benziner mit Frontantrieb (156 PS, ab 35.100 Euro), der ab Sommer 2018 erhältlich ist. Plug-in-Hybrid und eine vollelektrische Version sollen 2019 und 2020 folgen. Das Interieur erfüllt vor allem in der Ausstattungsline R-Line (plus 1950 Euro) Premiumansprüche.

Mit Miet- und Carsharingsystem in die Zukunft

Neue Wege beschreiten die Schweden und der chinesische Mutterkonzern Geely auch beim Vertrieb. „Volvo Care“ nennt sich dieses Mietsystem, das über einen Zeitraum von zwei Jahren Steuern, Versicherung, Wartung und Inspektionen für monatlich ungefähr 1,5 Prozent des Bruttolistenpreises beinhaltet. Ein Modell der Zukunft ist zudem das serienmäßige „Volvo on Call“ mit privater Carsharing-Funktion. Hierbei kann das Auto mit Familie und Freunden geteilt werden, die Freischaltung erfolgt über das Smartphone, der nächste Nutzer kann demnach auch vom Badestrand aus freigeschaltet werden. „Wir geben dem Nutzer damit pro Jahr eine Woche Lebensqualität zurück“, sagt Sofia Wessman, Senior Manager Consumer Connectivity Services. Die Zeitersparnis ergibt sich beispielsweise aus dem Wegfall lästiger Schlüsselübergaben oder privater Überführungsfahrten.

Nach dem Grinsen zu Beginn der Präsentation gibt es zum Schluss noch ein winziges Detail, das einen weiter schmunzeln lässt. Mit einer Gummilippe in den schwedischen Nationalfarben, die links keck aus der Motorhaube lugt, setzt der kleine schwedische Charakterkopf XC40 noch eins drauf.

Von Markus Beims

Volvo XC40

Motoren 1 Diesel, 1 Benziner
Diesel 149 kW–190 PS
Benziner 182 kW–247 PS
Max. Drehmoment 350–400 Nm
0–100 km/h 6,5–7,9 s
Spitze 210–230 km/h
Verbrauch 5,1 l Diesel, 7,3 l Super
CO 2-Emission 133–166 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,43/1,86/1,65 m
Kofferraum 460–1336 l
Radstand 2,70 m
Getriebe Achtgang-Automatik
Preis 44.800 bis 48.050 Euro

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