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Bauen & Wohnen Die Wohnung mit der Maus
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00:00 04.05.2013
Als Köder für Fallen eignet sich Erdnussbutter. Quelle: iStockphoto.com/Hans Stuhrmann
Hannover

Wo Menschen leben, sind Mäuse und Ratten meist nicht weit. Die nachtaktiven Nager sind sehr anpassungsfähig, ernähren sich von Abfällen, vermehren sich äußerst schnell und finden auch in Häusern viele Verstecke. Sie sind gleich in dreifacher Hinsicht Schädlinge, weil sie sowohl Nahrungsmittel verunreinigen, Materialien beschädigen als auch Krankheiten übertragen. Daher sollten sie möglichst früh und bei Bedarf professionell bekämpft werden.

Wie breiten sich Ratten und Mäuse aus? Die Wanderratte, umgangssprachlich als Kanal- oder Wasserratte bezeichnet, lebt in der Kanalisation und dringt beispielsweise über ungesicherte Abflüsse in Gebäude ein. Sie nistet normalerweise außerhalb des Hauses. Die Hausratte, auch als Schiffs- oder Dachratte bekannt, meidet hingegen Wasser, ist aber ein hervorragender Kletterer, der sich in Gebäuden häufig über Rohr- und Kabelverbindungen bewegt. Sie nistet meistens in den oberen Bereichen von Häusern in warmen Verstecken. Hausmäuse leben vorzugsweise in Kellern, auf Dachböden oder in Heizungsschächten. Ihr Radius ist eher klein, Unterschlupf suchen sie in der Nähe der Futterquelle. Ihre Nester bauen sie in Nischen und Winkeln sowie in Zwischendecken und Hohlwänden. Über Leitungsrohre, Durchbrüche und Kabelkanäle können sich die Kletterkünstler überall im Haus bewegen.

Welche Schäden verursachen Ratten und Mäuse? Die Nager übertragen schwere Krankheiten über Kot, Urin und Speichel. Die Erreger, etwa Bakterien und Viren, werden vom Menschen zumeist über die Schleimhäute oder Atemwege aufgenommen und können unter anderem Tuberkulose oder Typhus auslösen. Als Wirte anderer Parasiten tragen die Tiere ebenfalls zur Verbreitung von Krankheiten bei. Ratten und Mäuse verursachen mit ihren scharfen Zähnen häufig Schäden an Kabeln und elektrischen Anlagen und beschädigen Einrichtungsgegenstände. Außerdem fressen oder verunreinigen sie Lebensmittel.

Woran erkennt man einen Befall? Ratten und Mäuse hinterlassen typische Kotspuren. Wie groß der Befall ist, lässt sich unter anderem an der Menge der Ausscheidungen erkennen. Ein typisches Zeichen für die Existenz von Ratten und Mäusen sind Nagespuren, etwa an Kabeln oder gelben Säcken. Mäuse sind nachts mitunter an Kratz- und Scharrgeräuschen zu erkennen. Ratten und Mäuse verursachen außerdem oft einen strengen Geruch. Da sie häufig dieselben Wege benutzen, hinterlassen sie Schmierspuren vom Körperfett. Auf staubigen Untergründen sind ihre Pfotenabdrücke zu sehen.

Welche vorbeugenden Maßnahmen schützen vor einem Befall? Gebäudeschäden sollten beseitigt werden, damit Ratten und Mäuse nicht durch undichte Stellen ins Haus gelangen können. Schon kleine Türspalten können als Einfallstor dienen. Durchbrüche für Versorgungsleitungen sollten verschlossen werden, zum Beispiel mit Draht und Zementmörtel. Engmaschige Drahtgitter etwa vor den Kellerfenstern halten Mäuse ab. Rückstauklappen in Toiletten verhindern das Eindringen von Ratten aus dem Abwassersystem. Speise- und Nahrungsmittelreste sollten nicht über die Toilette entsorgt werden, Müll- und Biotonnen ständig verschlossen sein. Auf den Kompost gehören keine gekochten Essensreste. Vorratskammern und -schränke sollten regelmäßig gereinigt, Ritzen und Löcher geschlossen werden. Auch auf den Inhalt der Kammer kommt es an: Vorräte werden am besten in dicht schließenden Behältern aufbewahrt.

Wie bekämpft man Ratten und Mäuse? Einen guten Schutz bieten Hauskatzen. Auch benutztes Katzenstreu, das in Stoffbeuteln nahe der Laufwege platziert wird, vertreibt die Tiere in manchen Fällen. Als Köder für Schlag- und Lebendfallen eignet sich beispielsweise Erdnussbutter. Neben diesen Maßnahmen ist jedoch grundsätzlich die Beauftragung eines professionellen Schädlingsbekämpfers zu empfehlen. Das gilt vor allem bei Rattenbefall.

Der Steinmarder ist zwar ein Feind von Ratten und Mäusen. Allerdings kann auch er zu einem Schädling im Haus werden. Das Raubtier kann gut klettern sowie weit springen und etwa über Bäume oder Regenrinnen ins Haus gelangen. Marder drücken sogar Dachziegel hoch und leben oft in Verstecken auf dem Dachboden. Wenn sie dort Tunnel in die Dämmung graben, kann Feuchtigkeit eindringen, sodass Wärmebrücken entstehen und sich Schimmel bildet. Zugänge ins Haus wie Spalten und Ritzen sollten dicht geschlossen werden. Mit Musik und Klopfgeräuschen kann man den Schlaf des Marders am Tag stören und ihn somit vertreiben.

hoff

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