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Bauen & Wohnen Endlich Ruhe in den eigenen vier Wänden dank Schalldämmung
Mehr Bauen & Wohnen Endlich Ruhe in den eigenen vier Wänden dank Schalldämmung
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10:04 09.04.2013
Wirksam ist die Methode auch. Allerdings geht sie auf die Arme. Bequemer ist es, die Wohnung nach neuen Erkenntnissen so einzurichten, dass der Schall gar nicht erst zu den Ohren gelangt. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Autogeräusche von der Straße, der Rasenmäher in Nachbarsgarten, tobende Kinder in der oberen Etage: Es gibt unzählige Geräuschquellen, die die häusliche Ruhe beeinträchtigen. Während bei Neubauten gesetzliche Mindestanforderungen eingehalten werden müssen, die einen gewissen Schallschutz garantieren, dringen Geräusche in Altbauten mitunter fast ungefiltert durch. „Zu mir kommen Kunden, die in einem Reihenhaus aus den fünfziger Jahren wohnen und sogar die Gespräche der Nachbarn verfolgen können“, erzählt Innenarchitekt Hartmut Runge aus Hannover.

Es gibt zwei Schallarten: Luftschall und Trittschall

Grundsätzlich seien in Gebäuden zwei Schallarten zu unterscheiden, erklärt Physiker Nils Freese vom Akustikbüro Oldenburg: Gegen den Luftschall helfe vor allem Masse, gegen den Trittschall eine elastische Entkopplung. Die Schallbrücken an den Verbindungen verschiedener Bauteile sollten möglichst beseitigt werden, ergänzt Runge. Auch Durchlässe und Öffnungen, beispielsweise an Fenstern, sollten geschlossen werden. Denn überall dort, wo Luft durchkomme, könne sich auch der Schall ungehindert ausbreiten.

Bevor bauliche Maßnahmen zur Schalldämmung ergriffen werden, sei es sinnvoll, Messungen vorzunehmen, die als Planungsgrundlage dienen, sagt Freese: „Manchmal wird der Lärm subjektiv schlimmer empfunden, als er objektiv zu messen ist.“ Um den Trittschall zu bewerten, verwenden Bauakustiker ein sogenanntes Normhammerwerk: Kleine Hämmer fallen aus geringer Höhe auf den Boden, im „Empfangsraum“ wird dann der erzeugte Schall gemessen. Für die Messungen von Luftschall werden Signale ausgesendet, die von mehreren Mikrofonen an verschiedenen Messstationen empfangen werden.

Die gewonnenen Erkenntnisse münden in Empfehlungen, zum Beispiel über den Aufbau des Fußbodens. Auch Architekt Runge kennt viele bauliche Möglichkeiten, die Geräusche einzugrenzen: „Damit bekommt man zwar keinen Neubaustandard hin, aber man erreicht einiges.“ Am einfachsten sei es, in Räumen beispielsweise Teppich, Kork oder Linoleum auszulegen. Vorhänge oder strukturierter Putz an den Wänden verringern die Nachhallzeit. Fließgeräusche aus Rohren können vermindert werden, wenn diese mit Dämmstoffen ummantelt, Schalldämpfer eingebaut und starre Schellen gegen elastische Verbindungen ausgetauscht werden.

Schallschutzfenster: Effektiv aber kostenspielig

Zwischen Wand und Sanitärobjekte sollte ebenfalls Dämmmaterial kommen, empfiehlt Christian Meyer, Experte beim Heimwerker-Internetportal „Selbst“. Um Geräusche aus Nachbarswohnungen einzudämmen, sei „eine Wand vor der Wand“ ratsam. Das Gerüst dafür kann aus Holz- oder Metallprofilen errichtet werden, an die möglichst doppellagig Rigips- oder Holzplatten geschraubt werden. In den Hohlraum kommt ein dichter Dämmstoff, etwa aus Zellulose. Ganz wichtig sei es, dass keine direkten Anschlüsse zwischen den Bauteilen bestehen, betont Meyer. Diese sollten daher mit Dämmstreifen versehen werden.

Wer Holzbalkendecken, die vor allem in Altbauten vorkommen, wirksam gegen Trittschall dämmen möchte, zieht besser einen Statiker hinzu. „Man sollte die Decke so weit beschweren wie möglich“, rät Meyer. Wenn allerdings keine Grobspan- oder Betonplatten verwendet werden können, hilft eine mineralische Trockenschüttung, auf die Trockenestrich schwimmend, also ohne feste Anschlüsse an Wände und Untergründe, verlegt wird. Anschließend können Trittschallmatten aufgebracht werden. Auch die Unterseite der Decke kann schallgedämmt werden, indem daran Lattungen oder Abhänger montiert werden. Zwischen die Deckenplatten kommt möglichst dichtes und dickes Dämmmaterial.

Eine effektive, aber kostspielige Maßnahme gegen Lärm von außen ist der Einbau von Schallschutzfenstern, die möglichst unterschiedlich starke Gläser besitzen. Auch Doppel- beziehungsweise Kastenfenster seien schalltechnisch wirkungsvoll, sagt Runge. Ist das Haus gut gedämmt und verfügt es über ein Lüftungssystem, brauchen die Fenster nicht mehr geöffnet zu werden, und der Lärm bleibt draußen. Wenn sich die Bewohner trotz aller schalldämmenden Maßnahmen immer noch gestört fühlten, helfe manchmal nur noch das Hinzuziehen von Experten aus einer ganz anderen Disziplin, erläutert Freese: „Wir arbeiten deshalb auch mit Psychologen zusammen.“

Sebastian Hoff

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