Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Bauen & Wohnen Nicht zu viel und nicht zu wenig
Mehr Bauen & Wohnen Nicht zu viel und nicht zu wenig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:01 26.08.2013
Einladende Fotos und treffende Beschreibungen erleichtern den Verkauf. Quelle: Razvan Chisu
Hannover

Wer sein Haus verkauft, möchte einen möglichst hohen Preis dafür erzielen. Doch wie schaffen Verkäufer das? Eine flapsige Verkaufsformel lautet: Eine Immobilie ist so viel wert, wie jemand bereit ist, dafür zu zahlen. Doch darauf hat der Verkäufer durchaus Einfluss – wenn er vor allem drei Aspekte berücksichtigt: Der inserierte Verkaufspreis muss realistisch kalkuliert, die Präsentation des Angebotes gelungen und die Werbung effektiv sein. Das alles braucht Zeit: Im Durchschnitt benötige man in Deutschland für einen Immobilienverkauf sechs bis neun Monate, je nach Lage und Art der Immobilie, erläutert Michael Schick, Vizepräsident des deutschen Immobilienverbandes IVD in Berlin. Er rät: „Eigentümer sollten sich gründlich in die Materie einarbeiten, und zwar bevor sie sich aktiv um den Verkauf kümmern.“

Einflussfaktor Lage

Die Lage des Objekts bestimmt in der Regel am stärksten den Verkaufspreis: Damit ist sowohl die Region als auch das direkte Wohnumfeld gemeint. Ein ruhig gelegenes Haus in einem attraktiven Stadtteil eines Ballungszentrums mit Schulen und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und einer guten Verkehrsanbindung erzielt einen weitaus höheren Preis als eine vergleichbare Immobilie in einem kleinen Dorf auf dem Land. Eine erste Orientierung erhalten Verkäufer, wenn sie den örtlichen Immobilienteil in der Zeitung und im Internet beobachten. „Hier finden sich die besten Vergleichspreise, denn der Markt ist meist sehr lokal organisiert“, sagt Sascha Ramczykowski, Leiter des Immobilienbüros von Engel & Völkers in Braunschweig und Wolfenbüttel. Auch die Bodenrichtwerte und Kaufpreissammlungen der Kommunen und Landkreise geben Aufschluss. Letztere werden in Grundstücksmarktberichten veröffentlicht, erläutert die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Sanierungen steigern den Verkaufspreis

Die Größe des Grundstücks und der Wohnfläche sowie der Zustand des Hauses spielen bei der Preisfindung ebenfalls eine große Rolle. Nach dem üblicherweise angewandten Sachwertverfahren verliert eine Immobilie proportional zum Alter an Wert, und das umso mehr, je weniger in die Instandhaltung investiert wurde. Für ein gut saniertes Gebäude hingegen, das energetisch auf einem aktuellen Stand ist, kann zumeist ein hoher Verkaufspreis erzielt werden. „Am besten zieht man einen Sachverständigen für die Wertermittlung hinzu“, rät Peter-Georg Wagner vom IVD-Nord in Hamburg.

Er weiß aus eigener Erfahrung, dass viele Verkäufer enttäuscht sind, wenn sie hören, wie viel sie für ihre Immobilie noch verlangen können. Vor allem die Ausstattung eines Hauses sei Geschmackssache und sollte bei der Wertermittlung außen vor bleiben - selbst wenn sie noch so teuer war, betont Schick. Er warnt ausdrücklich davor, den Verkaufspreis zu hoch anzusetzen. Sobald dieser mehrfach nach unten korrigiert werden müsse, vermuteten Interessenten einen Makel hinter der Immobilie.

Exposé dient als Orientierung

Je anschaulicher die Darstellung der Immobilie, desto besser verkauft sie sich. Experten raten dazu, für jedes Verkaufsobjekt ein ansprechendes und aussagekräftiges Exposé anzulegen. Potenzielle Käufer entscheiden aufgrund der darin gemachten Angaben, ob sie die Immobilie in Augenschein nehmen wollen. Zu den wichtigsten Angaben im Exposé gehören das Baujahr, die Grundstücksgröße, die Wohn- und Nutzfläche, die Lage und die Infrastruktur in der Nähe, zählt die Verbraucherzentrale Niedersachsen auf. Auch auf zurückliegende Modernisierungen und Ausstattungsmerkmale wie die Heizungsanlage sollte hingewiesen werden. Ein Grundriss erleichtere den Interessenten, sich in die Immobilie einzulesen, meint Henning Evers, der die Website ohne-makler.net betreibt. Eine Nutzung der Räume sollte aber nicht beschrieben werden, damit der potenzielle Käufer nicht in seiner Fantasie eingeschränkt werde.

Evers empfiehlt zudem, dem Exposé eine Überschrift zu geben, die Interesse weckt. Im Textteil sollte die Immobilie realitätsnah dargestellt werden: „Nachteile zu verschweigen bringt allenfalls Besucher, aber keine Käufer“, schreibt Evers auf seiner Website. Wichtig seien zudem Fotos, die verschiedene Ansichten zeigen und bei schönem Wetter in einem aufgeräumten Haus gemacht wurden.

In Werbung investieren

In Bezug auf die Werbung rät Evers: „Nicht kleckern, sondern klotzen.“ Verkäufer sollten nicht eine Anzeige schalten und dann abwarten, sondern in einer Zeitspanne zwischen drei Monaten und einem halben Jahr kompakt und professionell werben. Die meisten Immobilien würden heute auf den bekannten Internetportalen gesucht, erläutert der IVD. Es sei aber nach wie vor sinnvoll, regelmäßig Zeitungsanzeigen zu schalten, ergänzt Gabriele Peters von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Zudem sollte im Haus ein Verkaufsschild angebracht werden. Hilfreich sei es zudem, Nachbarn, Verwandte und Bekannte über die Verkaufsabsicht zu informieren.

Tipps zum Verkauf

Exposé erstellen, Anzeigen schalten, Verträge vorbereiten: Wer einen Makler beauftragt, hat damit in der Regel keine Arbeit. Auf den großen Immobilienportalen im Internet finden sich aber viele Mustervorlagen und sogar Textbausteine, die das Verkaufen „auf eigene Faust“ erleichtern.

Zusätzlich können einzelne Leistungen wie das Erstellen eines Grundrisses beauftragt werden. Gegen eine geringe Gebühr können Verkäufer auch den Wert ihrer Immobilie online ermitteln lassen. Es empfiehlt sich, eine Anzeige auf mehreren Portalen zu schalten. Vergleichsweise günstig ist der Anbieter www.ohne-makler.net. Anzeigen, die dort veröffentlicht werden, erscheinen auch auf drei weiteren großen Immobilienportalen.

Serie: Wie trennt man sich von seiner Immobile?

Teil 1

Mit oder ohne Makler: Die Chemie sollte stimmen.

Teil 2

Preise und Papiere: Was macht ein gutes Angebot aus?

Teil 3

Hausbesuche: Wie findet man den passenden Käufer?

Sebastian Hoff

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine neue EU-Verordnung sieht vor, dass Lampen in andere Energieeffizienzklassen einsortiert werden müssen. Ziel dieser Verordnung ist es, den Verbraucher besser zu informieren.

19.08.2013

Das eigene Haus zu verkaufen ist emotional schwierig, und benötigt eine professionelle Herangehensweise. Wie dies klappt, berichteten wir in der dreiteiligen Serie: „Wie trennt man sich von seiner Immobilie?“.

19.08.2013
Bauen & Wohnen Ableitung von Regenwasser - Ein Geschenk des Himmels?

In Deutschland bereiten bisher 500.000 Haushalte Regenwasser zur privaten Nutzung wieder auf. Ob sich die Regennutzungsanlage für private Haushalte jedoch ökonomisch lohnt, ist unter Experten umstritten.

12.08.2013